Wie erhalte ich einen Gründungszuschuss?

Existenzgründern ist gerade in den ersten Monaten der Selbstständigkeit jede Unterstützung willkommen. Das gilt erst recht, wenn Start-ups aus der Arbeitslosigkeit heraus entstehen. Für Bezieher von Arbeitslosengeld-I gibt es den Gründungszuschuss vom Arbeitsamt. Er wurde im Jahr 2006 eingeführt und löste den Existenzgründungszuschuss (die sogenannte Ich-AG) ab. Dazu kommt ein Zuschuss zur sozialen Sicherung, der auf Antrag weitere neun Monate von der Arbeitsagentur ausgezahlt wird. Welche Schritte für den Erhalt des Zuschusses vonnöten sind, liest du hier.

Für wen gibt es den Gründungszuschuss?

Die Voraussetzungen für den Gründungszuschuss sind in § 93 SGB III festgelegt. Auf diese vier Punkte kommt es an:

  • Es muss ein Restanspruch von mindestens 150 Tagen Arbeitslosengeld I (ALG I) bestehen.
  • Der Arbeitslose beendet durch eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit seine Arbeitslosigkeit (direkter Übergang von der Erwerbslosigkeit in die Selbstständigkeit).
  • Der Gründer legt den Nachweis einer fachkundigen Stelle vor, dass die angestrebte selbstständige Arbeit tragfähig ist. In der Regel ist hierfür ein Businessplan erforderlich.
  • Der Antragsteller legt der Arbeitsagentur seine fachliche Eignung und persönliche Eignung für die angestrebte Tätigkeit dar.

Eignung und Tragfähigkeit nachweisen – so geht‘s

Besonders wichtig ist bei dem Antrag der Nachweis über die Tragfähigkeit der Existenzgründung. Die Agentur für Arbeit akzeptiert hierfür fachkundige Stellungnahmen – zum Beispiel von Industrie- und Handelskammern, Fachverbänden, berufsständischen Verbänden, Handwerkskammern, Banken und Finanzinstituten. Auch Gründungszentren werden als fachkundige Stellen anerkannt. Eine weitere Voraussetzung ist der Nachweis deiner Qualifikation. Bei vielen freien Berufen ist zum Beispiel eine besondere Ausbildung erforderlich. Die Sachbearbeiter im Arbeitsamt können dir mehr Informationen darüber geben, welche Nachweise im Einzelnen nötig sind.

Wichtig: Auch wenn im Antrag alle Anforderungen nachgewiesen werden, besteht kein gesetzlicher Anspruch auf den Gründungszuschuss. Das ist anders als beim Arbeitslosengeld: Wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen, muss die Sozialleistung gewährt werden. Bei der Förderung mit einem Gründungszuschuss steht es jedoch im Ermessen des Arbeitsamts, ob der Antrag positiv beschieden wird.

Wieso ein Businessplan?

Im Businessplan stellt der Gründer seine Geschäftsidee fundiert vor. Es gibt für diesen Geschäftsplan keine vorgeschriebene Gliederung, er sollte jedoch die notwendigen Informationen und Fakten enthalten, die den Leser davon überzeugen, dass die Existenzgründung auf Dauer angelegt ist und nicht nur für wenige Monate die Arbeitslosigkeit unterbricht. Für diesen Plan gibt es viele Anleitungen, Vorlagen und Softwares im Internet. Wichtig ist vor allem eine solide Finanzplanung für die ersten drei Jahre. Als Alternative zum Businessplan akzeptieren viele Entscheider auch einen sogenannten Business-Model-Canvas. Hierbei handelt es sich um eine Übersicht mit mehreren Feldern, die für verschiedene Schlüsselfaktoren des Unternehmens stehen.

Der Businessplan ist nicht nur für Arbeitslose wichtig, die eine Förderung ihrer Existenzgründung beantragen. Auch Banken sehen diesen Geschäftsplan gerne, um eine Grundlage für die Entscheidung über die Kreditvergabe zu haben.

Wie viel Geld wird gezahlt?

Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Betrag des bisher bezogenen Arbeitslosengeldes. Darüber hinaus unterscheiden sich die Auszahlungen in der ersten und zweiten Förderphase voneinander:

  1. In der ersten Phase zahlt die Agentur für Arbeit sechs Monate lang Geld in Höhe des bisher bezogenen ALG I. Zusätzlich gibt es einen pauschalen Betrag von 300 Euro zur sozialen Absicherung.
  2. Wenn der Selbstständige nach einem halben Jahr seine unternehmerischen Aktivitäten und eine intensive Geschäftstätigkeit nachweist, wird in einer zweiten Phase neun Monate lang weiterhin der Zuschuss zur sozialen Sicherung gezahlt – aber eben nur dieser.

Welche Einschränkungen gibt es?

Der Anspruch auf den Gründungszuschuss ist ausgeschlossen, wenn die letzte Förderung einer Selbstständigkeit durch die Agentur für Arbeit weniger als zwei Jahre zurückliegt. Auch Existenzgründer kurz vor dem Rentenalter können keine Förderung ihrer selbstständigen Tätigkeit beantragen.

Die Ausübung einer selbstständigen hauptberuflichen Tätigkeit schließt einen Nebenerwerb als Arbeitnehmer nicht aus. Denn auch beim Bezug von Arbeitslosengeld darf der Arbeitslose bis zu 14,9 Stunden in der Woche arbeiten, ohne seinen Anspruch auf ALG I zu verlieren. Ab 15 Stunden Beschäftigung liegt jedoch keine Arbeitslosigkeit im Sinne des Gesetzes mehr vor. Entsprechendes gilt für Gründer: Wer neben seiner selbstständigen Tätigkeit eine abhängige Beschäftigung mit mindestens 15 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit ausführt, wird nicht gefördert.

Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) haben keinen Anspruch auf diese Art der Unterstützung. Wer ALG II bezieht und eine hauptberufliche Selbstständigkeit beginnen möchte, kann das sogenannte Einstiegsgeld beantragen. Die Bedingungen ähneln der Förderung einer Existenzgründung nach dem Bezug von Arbeitslosengeld I, im Einzelnen gibt es jedoch Unterschiede.

Fazit: Unterstützung vom Arbeitsamt für den Start in die Selbstständigkeit

Wer sich selbstständig macht, ist vor allem in den ersten Monaten über jede Unterstützung glücklich. Der Gründungszuschuss verschafft dir eine solide finanzielle Absicherung für deinen Start in die Unabhängigkeit. Diese Dokumente benötigst du, um bei der Arbeitsagentur einen Antrag auf eine Förderung deiner Existenzgründung zu stellen:

  • einen Businessplan,
  • Nachweise über deine Qualifikation,
  • eine fachkundige Stellungnahme.

Wenn du optimistisch gegenüber deinem Projekt bist und eine realistische Einschätzung der ersten drei Jahre darlegst, wirst du keine Probleme haben, diese wertvolle Unterstützung der Arbeitsagentur zu erhalten.

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