Welche Steuern muss ich für mein Kleingewerbe zahlen?

Als angehender Unternehmer solltest du dich eingehend mit steuerlichen Fragen auseinandersetzen, denn das Finanzamt hat großes Interesse an deiner Selbstständigkeit. Für den Gewinn deines Unternehmens zahlst du Einkommensteuer und Gewerbesteuer. Die Umsatzsteuer solltest du ebenfalls kennen, sie wird nur unter bestimmten Umständen auf deine Einnahmen erhoben. Sobald du die Bedeutung dieser drei Steuerarten verstanden hast, kannst du dich voll auf den Aufbau deiner Firma konzentrieren. Dazu verhilft dir dieser Artikel.

So erkennst du ein Kleingewerbe

Der Begriff des Kleingewerbes ist im Handelsgesetzbuch genauer erläutert. Er steht für ein Gewerbe, dessen Umfang so überschaubar ist, dass ein ordentlich eingerichteter kaufmännischer Betrieb noch nicht erforderlich ist. Nicht zu verwechseln ist ein Kleingewerbe mit einem Nebengewerbe. Zwar werden beide Bezeichnungen gerne mit gleicher Bedeutung verwendet, doch bei einem Nebengewerbe handelt es sich um eine nebenberufliche Tätigkeit, die du maximal 18 bis 20 Stunden wöchentlich ausübst. In der Praxis ist ein Kleingewerbe natürlich häufig ein Nebengewerbe. Damit du dich von Anfang an ordentlich mit dem Finanzamt und mit deinem Steuerberater verständigen kannst, solltest du beide Begriffe und ihre Bedeutung kennen und sauber differenzieren. Für ein Kleingewerbe fallen übrigens die gleichen Steuern an, wie für ein Nebengewerbe.

Wie du Kleingewerbe und Kleinunternehmer unterscheidest

Eine Erläuterung für den Begriff des Kleinunternehmers findest du im Umsatzsteuergesetz. Danach handelt es sich bei einem Kleinunternehmer um einen Selbstständigen, dessen Umsatz im ersten Jahr seiner Geschäftstätigkeit eine Summe von 17.500 Euro inklusive Umsatzsteuer nicht überschreitet. Im zweiten Jahr muss der Umsatz unter 50.000 Euro liegen. Als Kleinunternehmer genießt du eine Steuererleichterung. Du stellst deine Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus. Aus diesem Grund entfällt für dich auch der Abzug der Vorsteuer, die du selbst für deine Eingangsrechnungen bezahlst. Sofern du die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen darfst, erstellst du einmal jährlich eine Umsatzsteuererklärung. Die monatliche oder vierteljährliche Abgabe der Umsatzsteuererklärung gilt für dich nicht.

Diese Kleingewerbe-Steuern musst du kennen

Für dich als Gewerbetreibender mit einem kleinen Gewerbe sind drei Steuern wichtig:

  1. die Einkommensteuer
  2. die Gewerbesteuer
  3. die Umsatzsteuer

Wenn du dir zu Beginn deiner selbstständigen Tätigkeit unsicher bist, wie du das Thema Steuern angehst oder wenn du dir ein wenig Hintergrundwissen aufbauen willst, lohnt sich ein Termin mit deinem Steuerberater. Er erläutert dir die wichtigsten steuerlichen Grundbegriffe und leistet so einen wichtigen Beitrag zu deinem erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit. Du kannst dieses Wissen ergänzen, indem du ein Seminar zu diesem Thema bei deiner IHK, deiner Handwerkskammer oder bei der örtlichen Volkshochschule besuchst. Die Veranstaltung sollte speziell auf Gründer ausgerichtet sein, damit du alle relevanten Informationen zu Einkommensteuer, Einkommenssteuererklärung und Kleinunternehmer-Regelung erhältst, die für deinen Start wichtig sind.

1. Was du zur Einkommensteuer wissen musst

Die Grundlage für diese Steuer ist dein Einkommen aus deinem Gewerbe. Von deiner Einkunft darfst du diverse Ausgaben abziehen. Zu diesen Ausgaben gehören zum Beispiel dein Beitrag zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung sowie andere Versicherungsbeiträge, die in den Sonderausgaben anzugeben sind. Das Finanzamt erkennt außerdem Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen an. Der steuerpflichtige Gewinn entsteht aus den Einnahmen abzüglich der Ausgaben. Damit die Steuer nicht zu hoch ausfällt, solltest du im Laufe des Jahres alle Belege zu Kosten sammeln, die du bei deiner Einkommensteuererklärung absetzen willst.

2. Für die Gewerbesteuer gilt ein Freibetrag

Als Gewerbetreibender musst du Gewerbesteuer zahlen. Das gilt auch für dein Kleingewerbe. Allerdings fällt diese Steuer nur an, wenn du einen Gewinn aus deinem Gewerbebetrieb von über 24.500 Euro pro Jahr erzielst. Bei einem Kleingewerbe dürfte dein Gewinn unter diesem Betrag liegen. In der Regel musst du deshalb keine Gewerbesteuer an das Finanzamt abführen, solange es sich um ein Kleingewerbe handelt.

3. Die Umsatzsteuer ist eine Besteuerung deiner Umsätze

Die erbrachten Leistungen von Freiberuflern und Gewerbetreibenden unterliegen der Umsatzsteuer. Als Kleingewerbetreibender darfst du die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen, solange deine Umsätze in den ersten zwölf Monaten unter 17.500 Euro einschließlich Mehrwertsteuer liegen. Da du lediglich ein Gewerbe mit einem geringen Umfang betreibst, wird das meist der Fall sein. Sofern du unsicher bist, ob diese Regelung für dich gilt, fragst du bei deinem Steuerberater oder beim Finanzamt direkt nach.

So machst du deine Steuererklärung

Selbstständige, deren gewerbliche Tätigkeit nur einen begrenzten Umfang ausmacht, können ihre Einkommensteuererklärung leicht selbst erstellen. Am besten nutzt du eine Steuer-Software, die gut zu verstehen und leicht zu bedienen ist. Zu deiner Steuererklärung gehören neben dem Hauptvordruck die Anlage EÜR für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, die Anlage G für deine gewerbliche Einkunft und die Anlage UR für die Umsatzsteuererklärung.

Was du im laufenden Jahr beachten musst

Damit die Steuer auf deinen Gewinn am Jahresende nicht zu hoch ausfällt, solltest du im Lauf des Jahres alle Belege zu Rechnungen sammeln, die du absetzen willst. Am besten legst du diese Belege in einem Ordner ab und erstellst einmal monatlich eine Einnahme-Überschuss-Rechnung. Bei einem kleinen Unternehmen ist das wenig Aufwand. Durch deine fortlaufende Gewinnermittlung hast du immer den Überblick, wie es um deine Einnahmen und deine Kosten bestellt ist und wie hoch dein Gewinn ist. Außerdem erkennst du, ob du als Unternehmer noch von der Kleinunternehmer-Regelung profitierst oder ob deine Umsätze schon oberhalb der Grenze liegen. Deine monatliche Gewinnermittlung für dein Unternehmen hilft dir dabei, am Jahresende Zeit zu sparen.

Einmal im Jahr erklärst du deine Einkommensteuer

Wenn du deine Steuererklärung deines Kleingewerbes selbst durchführst, hast du dafür nach der Abgabe der steuerlichen Erfassung im ersten Jahr bis Ende Mai des Folgejahres Zeit. Deine Steuererklärung kannst du mit einer Steuer-Software selbst erstellen und abspeichern. Im Folgejahr übernimmst du dann alle wichtigen Daten und änderst nur noch die laufenden Zahlen ab. Dieses Verfahren hilft dir dabei, Zeit zu sparen.

Deiner Steuererklärung fürs Kleingewerbe fügst du neben dem Hauptvordruck mit deinen persönlichen Angaben, mit den Werbungskosten und den Sonderausgaben zuerst die Einnahmen-Überschuss-Rechnung hinzu. In der Anlage G führst du deine Einkünfte aus dem Gewerbebetrieb auf. In der Anlage UR kreuzt du am Ende an, dass du die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen willst und keine Umsatzsteuer abführen wirst, weil deine Umsätze unterhalb der relevanten Grenze liegen. Damit ist die Steuererklärung für dein Kleingewerbe vollständig und du musst sie nur noch an das Finanzamt übermitteln.

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Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.