In wenigen Schritten zum idealen Firmennamen

Viele Selbstständige, Unternehmen und eingetragene Kaufleute müssen sich bei Aufnahme ihrer beruflichen Tätigkeit ins Handelsregister eintragen lassen. Hierfür ist ein Firmenname zu wählen, für den du je nach Branche und Art des Unternehmens viele Freiheiten hast. Allerdings musst du darauf achten, ob der Name bereits von einer anderen Firma verwendet wird, da sonst eine Abmahnung und Strafen drohen. Die Namensfindung sollte deshalb in aller Ruhe erfolgen; auch, um mit dem Firmennamen den Charakter deines Unternehmens exakt zu treffen.

Weshalb der passende Firmenname so wichtig ist

In vielen Fällen starten Unternehmen mit einer tollen Geschäftsidee. Erst im Laufe der Gründungsphase rückt der Firmenname in den Vordergrund. Schnell gibt es weitreichende Diskussionen, den richtigen Firmennamen zu finden. Tatsächlich ist es nicht einfach, sich auf einen Namen zu einigen, der perfekt zum Produkt und zum Charakter deines Betriebes passt.

Einzelunternehmer, Handwerker und andere Berufsgruppen haben es einfacher. Sie verwenden häufig ihren Personennamen oder Begriffe aus ihrem Tätigkeitsbereich als Firmenname. Natürlich ist es auch hier erlaubt, auf eine freie Namensgebung zurückzugreifen und sich so von der Konkurrenz abzuheben. Schwierig bleibt die Namensfindung trotzdem, zumal der Name über Jahre und Jahrzehnte hinweg dein erfolgreiches Unternehmen begleiten soll.

Ein guter Name muss zu dir und deiner Firma passen, vom Kunden leicht zu merken sein und im Idealfall eine Markenidentität umsetzen. Mit dem richtigen Logo und weiteren Elementen des Corporate Designs umgesetzt, trägt der eigene Name wesentlich zum Branding bei. Viele Start-ups möchten mit dem passenden Namen nicht einfach eine Unternehmensbezeichnung wählen, sondern das Markenbewusstsein schüren und Interesse wecken – viele Ziele und Herausforderungen also, die mit einem oder wenigen Worten im Firmennamen umzusetzen sind.

Den passenden Firmennamen finden

Darf ein Unternehmen komplett frei benannt werden?

In den meisten Rechtsformen hast du alle Freiheiten, was die Auswahl deines Firmennamens anbelangt. Als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zum Beispiel ist die freie Benennung möglich; vorausgesetzt natürlich, dass noch kein anderes Unternehmen auf dem Markt unter diesem Firmennamen auftritt oder mit seinem Namen eine große Ähnlichkeit zu deiner bevorzugten Wahl aufweist.

Bei Kleingewerbetreibenden ist es üblich, mit dem eigenen Personennamen aufzutreten oder durch einen beschreibenden Namen den Charakter des eigenen Betriebes zu verdeutlichen. Dies ist natürlich auch möglich, wenn direkt eine andere Gesellschaftsform bevorzugt wird. Eine typische Firmenbezeichnung dieser Art wäre „Heinz Müller Sanitärtechnik GmbH“. Sie zeigt auf den ersten Blick, wer als Geschäftsführer fungiert und in welcher Branche das Unternehmen tätig ist.

Welcher Firmenname ergibt individuell Sinn?

Als Basis für deine Namenswahl solltest du die grundlegenden Optionen durchspielen, die Gründer hierzulande für ihren Firmennamen genießen. Zu den wichtigsten Varianten gehören:

  • der Echtname deiner Person als reiner Firmenname
  • der beschreibende Name mit Bezug auf deine Branche, die hergestellten Produkte oder ähnliches
  • ein Fantasiename, der von dir als Gründer oder deinem Team extra entwickelt wurde
  • beliebige Kombinationen aus den genannten Namensarten

Für Kaufleute oder klassische Einzelunternehmer sind die ersten beiden Varianten eine sinnvolle Wahl. Typische Bezeichnungen, die du beim Gründen wählen könntest, wären „Heinz Müller GmbH“ oder „Heinz Müller Versicherungen e. K.“. Für klassische Freiberufler ist eine Benennung dieser Art nicht möglich, weil die Rechtsform fehlt. Hier würdest du einfach unter deinem Personennamen deine geschäftlichen Tätigkeiten abwickeln und potenziellen Kunden als reine Einzelperson gegenübertreten. Übrigens: Als Kaufmann darfst du auch einen Fantasienamen für deine Firma wählen, musst deinen Firmencharakter aber durch das Kürzel „e. K.“ (eingetragener Kaufmann) deutlich machen.

Die größere Herausforderung ist die Kombination mit einem Fantasienamen, den du auch für die ersten Markenprodukte deiner Firma verwenden kannst. Hier sind dir grundsätzlich keine Grenzen gesetzt, wie kreativ du deine Firmenbezeichnung wählst. Ein paar grundlegende Tipps findest du unten, mit denen du klassische Fehler und Fettnäpfchen bei der Firmenbenennung vermeidest.

Wie sollte der Name deiner Firma nach außen präsentiert werden?

Nach der abgeschlossenen Namenswahl ist zwischen der Geschäftsbezeichnung und der offiziellen Bezeichnung zu unterscheiden. Die Geschäftsbezeichnung stellt den frei gewählten Namen dar, der vom Fantasienamen bis zu deinem Echtnamen oder Kombinationen reicht. Bei der offiziellen Firmenbezeichnung darf die Rechtsform wie GbR oder GmbH als Zusatz nicht fehlen.

Es gibt Bereiche, in denen du die vollständige und offizielle Firmenbezeichnung inklusive Rechtsform nutzen musst. Dies gilt bei der offiziellen Präsentation deines Unternehmens nach außen, beispielsweise im Briefkopf deiner Rechnungen oder im Impressum deiner Website. Zu freien Zwecken darfst du hingegen auf die einfache Geschäftsbezeichnung zurückgreifen. Dies gilt besonders bei Werbemaßnahmen, wo sich der gewählte Name ohne Rechtsform oder sonstige Zusätze bei Kunden einprägen soll.

Formale Aspekte

Die Eintragung ins Handelsregister

Mit Ausnahme der freien Berufen ist es für manche Selbstständige und Unternehmer verpflichtend notwendig, sich ins Handelsregister einzutragen. Dies ist ein wichtiger und offizieller Schritt, ohne den du deiner Tätigkeit nicht nachgehen kannst. Noch vor der Eintragung solltest du prüfen, ob der gewünschte Name bereits von anderen Unternehmen verwendet wird. In diesem Fall wirst du den Wunschnamen nicht nutzen können und musst dir eine Alternative ausdenken.

Über das Internet kannst du das zentrale Handelsregister mit Einträgen aus allen Städten und Gemeinden in Deutschland aufrufen. Auf diese Weise erhältst du einen vollständigen Überblick über bereits vergebene Firmennamen. Erspare dir viele Mühen und Diskussionen mit dem Registeramt, indem du vorzeitig die Verfügbarkeit deines gewünschten Namens abklärst. Verhandeln hilft nicht weiter. Ein bereits vergebener Name bleibt beim Inhaber und zwingt dich zu einer anderen Entscheidung.

Das größte Problem ergibt sich bei Selbstständigen, die unter ihrem Echtnamen firmieren möchten. Wer über einen sehr gängigen Vor- und Nachnamen verfügt, muss damit rechnen, dass dieser schon von einem eingetragenen Unternehmen verwendet wird. Hier sollte direkt mit einer Kombination, beispielsweise einer Firmensparte oder einem Fantasienamen gearbeitet werden. Die Prüfung lohnt natürlich trotzdem, ob dein gewählter Firmenname vielleicht doch zu haben ist.

Die passende Domain zum Firmennamen sichern

Was Domains für Internetseiten anbelangt, wird ähnlich wie nach dem oben beschriebenen Namensrecht verfahren. Du musst dir eine Domain nicht gesondert schützen lassen, sondern kannst dir diese auf unbestimmte Zeit sichern. Voraussetzung ist, dass es bislang noch keinen anderen Inhaber der Domain gibt. Ist dies der Fall, muss im Einzelfall auf die Verwendung der Domain und die Rechtmäßigkeit der Vergabe geachtet werden. Wenn du mit einem gängigen Personennamen feststellst, dass ein Anderer mit deinem Namen die Domain besitzt und ein seriöses Geschäft betreibt, wirst du dies akzeptieren müssen. Hier heißt es wie beim Firmennamen auf eine andere Webadresse umzuschwenken. Liegt jedoch ein offensichtliches Domain-Grabbing vor, um dich an der Sicherung deiner Wunschadresse zu hindern, ist eine rechtliche Vorgehensweise denkbar.

Was droht bei Verwendung eines bereits registrierten Namens?

Immer wieder verwenden Unternehmen einen Firmennamen oder eine Marke, ohne im Vorfeld die Verfügbarkeit überprüft zu haben. In der Praxis passiert dies häufig, wenn es keine Probleme bei der Eintragung ins Handelsregister gibt, jedoch Überschneidungen mit Einträgen im Patent- und Markenregister vorliegen. Hierbei muss nicht einmal die exakte Firmenbezeichnung gegeben sein. Auch mit einem ähnlichen Namen können dir rechtliche Konsequenzen drohen.

Unabhängig von einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Handlung ist die Abmahnung des Unternehmens gängig, dass gegen die Namensrechte einer anderen Firma verstoßen hat. Du darfst hiernach nicht mehr mit dem geschützten Firmennamen auftreten und musst zwingend einen anderen wählen. Falls du bereits Kunden gewonnen und einen Markenaufbau begonnen hast, stellt dies einen wesentlichen Eingriff in deine betrieblichen Bemühungen dar. Kläre deshalb besser direkt, ob du mit deinem perfekten Firmennamen nicht gegen die Rechte anderer verstößt. In Einzelfällen werden rechtliche Schritte eingeleitet und der Rechteinhaber wird Schadenersatz von dir einfordern. Zu Klagen kommt es vorrangig, wenn du offensichtlich gegen das bestehende Namensrecht verstoßen hast und dich mit dem guten Namen eines anderen bereichern wolltest.

Beachte außerdem, dass du immer die offizielle Geschäftsbezeichnung inklusive Rechtsform auf Rechnungen und bei ähnlich formalen Anlässen verwendest. Wird deine Gesellschaftsform nicht deutlich, kann es zu Problemen mit dem Haftungsrecht kommen.

Das Thema Markenrecht: einzelne Produkte individuell benennen

Was für die Auswahl deines Firmennamens gilt, lässt sich auf die Benennung deiner Produkte durch die Sicherung von Markennamen ausweiten. In diesem Fall ist nicht das bundesweite Handelsregister der richtige Anlaufpunkt, sondern das Deutsche Patent- und Markenamt. Bei ihm kannst du Bezeichnungen für deine Produkte oder Services schützen lassen, sofern nicht bereits andere Rechteinhaber die Bezeichnung gewählt haben.

Bedenke, dass dein gewünschter Firmenname bei einer Fantasiewahl bereits von anderen Unternehmen im Rahmen einer Markenbenennung vergeben sein kann. Wenn sich Firmen neu gründen oder Selbstständige ihre Arbeit aufnehmen, lohnt sich deshalb der Blick in beide großen Register. Für den späteren Wunsch, im Ausland geschäftlich tätig zu werden, sollte die eingetragene Marke auch in anderen europäischen Nationen frei verfügbar sein. Spätestens hier wird die Recherche komplex und sollte an einen erfahrenen Dienstleister mit Spezialisierung auf Firmennamen übergeben werden.

Weitere Tipps rund um die Namensfindung

Auch wenn du in den meisten Rechtsformen alle Freiheiten bei der Benennung von Firmen und Marken hast, gibt es gute und schlechte Namen. Die folgenden Tipps sollen dir die Namenswahl erleichtern:

Kreativität spielen lassen, aber in Grenzen

Viele Einzelpersonen und Teams sind nach langer Arbeit stolz auf einen gefundenen Namen. Nicht selten handelt es sich um ein mehrsilbiges Fantasiewort, das sich aus Abkürzungen von Einzelwörtern zusammengesetzt. Schnell wird vergessen: Mit dem Firmennamen sollen Kunden zukünftig die Marke identifizieren. Sehr komplexe Gedankengänge und extrem lange Fantasiewörter sind deshalb nicht geeignet. Kurz und prägnant ist die bessere Entscheidung.

An nationale und internationale Kunden denken

Unabhängig von vergebenen Marken- und Namensrechten in anderen Nationen solltest du überlegen, wie ausländische Kunden mit deinem gewählten Firmennamen umgehen. Ist dieser für Engländer, Spanier oder Franzosen problemlos auszusprechen? Hat der Name in der Landessprache eine Bedeutung, die dein Unternehmen eventuell in ein schlechtes Licht rückt? Eine gewisse Sprachgewandtheit ist für Firmen mit internationalen Ambitionen dringend anzuraten.

Corporate Identity und Zielgruppe einfließen lassen

Ein hipper und knalliger Firmenname ist der falsche Weg, wenn dein Kundenkreis hauptsächlich über 60 Jahre alt ist und Dienstleistungen vor Ort in Anspruch nimmt. Umgekehrt werden sich junge Kunden eher für einen flotten und fantasievollen Firmennamen begeistern. Überlege deshalb in Ruhe, welchen Kundenkreis du mit dem Namen erreichen möchtest und wie dieser zu deiner gesamten Corporate Identity passt.

Hilfe bei der Namenssuche

Wie hilfreich sind Namensgeneratoren aus dem Internet?

Viele Gründer haben klare Vorstellungen, in welche Richtung die Namenswahl gehen soll. Fehlen dir diese Impulse für den perfekten Namen, können Generatoren im Internet den Einstieg erleichtern. Die speziellen Tools erzeugen kreative und neue Firmennamen, die du anhand bestimmter Kriterien und Filter einschränken kannst. Verstehe den Einsatz solcher Generatoren als reine Inspiration, um mit Worten und Sprache zu spielen. Einen vollständigen Namen direkt aus dem Namensgenerator zu verwenden, ist weniger ratsam. Im Extremfall hat sich bereits ein anderer Nutzer des Tools exakt diesen Namen schützen lassen.

Gibt es professionelle Hilfe für die Namenssuche?

Um einen guten Firmennamen zu finden, kannst du auch die Hilfe echter Experten in Anspruch nehmen. Von Web- und Marketingagenturen bis zu Gründungscoaches gibt es viele Dienstleister, die alle Aspekte rund um eine erfolgreiche Firmengründung abdecken. Die Entwicklung des richtigen Firmennamens gehört hierzu, wobei du den Charakter deines Unternehmens in Gesprächen beschreiben kannst. Häufig liefern dir die Mitarbeiter stetig neue Impulse, sodass ihr gemeinsam in einem Prozess zur passenden Namenswahl gelangt. Bei solchen Dienstleistern kannst du passend hierzu dein Corporate-Design entwickeln lassen, um deine Namensmarke um eine Bildmarke zu ergänzen.

Nach der Namensfindung auf kompetente Beratung vertrauen

Um bestehende Markenrechte nicht zu verletzen und die Recherche beim Marken- und Handelsregister stressfrei zu gestalten, lässt sich ebenfalls auf kompetente Fachkräfte vertrauen. Sie haben einen Überblick über ausländische Namensverzeichnisse und erleichtern dir später die Etablierung deiner Marke in anderen Nationen. Agenturen und Coaches bieten darüber hinaus umfassende Dienstleistungen für den erfolgreichen Einstieg in die Geschäftswelt von individuellen Marketingaktionen bis zur professionellen Buchhaltung.

Über Holvi

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