Was gehört alles zum Finanzwesen eines Unternehmens?

In jedem Unternehmen gehört die Organisation der Finanzen zu den alltäglichen Aufgaben. Der Themenbereich ist jedoch komplex und umfasst verschiedene Kategorien. So gehören zum Finanzwesen das Rechnungswesen, die Preiskalkulation sowie Steuerthemen und die Betriebswirtschaft. Als Unternehmer kannst du deshalb nicht in jedem Sektor ein Fachmann sein. Es hilft dir dennoch, wenn du weißt, wie sich das Finanzwesen zusammensetzt. In diesem Artikel erhältst du einen Überblick darüber.

Was versteht man unter dem Begriff Finanzwesen?

Das Finanzwesen deckt im Prinzip alles ab, was im weitesten Sinne mit Geld, dem Zahlungsverkehr sowie dem Kapital zu tun hat. So gehören auch Steuerfragen, die Buchhaltung oder die Wirtschaftslehre zum Teil zum Finanzwesen. Die breite Fächerung dieses Segmentes ist auch der Grund, warum es keinen einzelnen Studiengang oder eine Ausbildung gibt, die sich ausschließlich mit Finanzen beschäftigt. Viel mehr fokussieren sich die Ausbildungen und Studiengänge in diesem Sektor jeweils auf bestimmte Teilbereiche des Finanzwesens.

Besonders bei Banken und Berufen aus dem Finanzsektor gehört das Finanzwesen zur alltäglichen Arbeit. Darüber hinaus ist auch jedes Unternehmen und jeder Selbstständige zumindest von einigen Teilbereichen betroffen. Ein mittel- und langfristiger Erfolg kann in der Regel nur erzielt werden, wenn du die Grundkenntnisse des Finanzwesens beherzigst und korrekt umsetzt. Weiterhin gehören einige Aufgaben aus dem Finanzbereich zu den Pflichtaufgaben eines Unternehmers. Hierunter fallen die laufende Buchführung, die Erstellung von Steuerklärungen sowie die Jahresabschlüsse.

Was sind die Ziele und Aufgaben des Finanzwesens?

Zunächst einmal wird unterschieden zwischen den Zielen, die du mit der Hilfe des Finanzwesens erreichst und den gesetzlichen Vorgaben, die du mit den passenden Mitteln umsetzt. Das Finanzwesen hält viele Aspekte parat, die dir bei einem erfolgreichen Geschäftsalltag helfen. Dies reicht von Maßnahmen mit denen du das vergangene Geschäftsjahr bewertest bis hin zu Hilfsmitteln, die dir bei der kurz-, mittel- und langfristigen Planung helfen. Zu diesem Zweck kommen verschiedene statistische Mittel zum Einsatz. Im Zentrum stehen Tabellen und Kalkulationen, wie etwa die Buchführung, die Bilanz oder Kosten-Nutzen-Rechnungen. Diese Berechnungen sollen dir klare Auskünfte darüber geben, in welchem Zustand sich dein Unternehmen befindet, welche Entwicklung dein Geschäft nimmt und welche Investitionen möglich oder notwendig sind.

Der zweite Bereich der mithilfe des Finanzwesens umgesetzt wird, sind die gesetzlichen Vorgaben. Der Staat und das Finanzamt haben in puncto Finanzen strenge Regulierungen erlassen, die verpflichtend umzusetzen sind. Hier sind insbesondere die Buchführung, Steuererklärungen, Vorschriften bezüglich der Rechnungsstellung oder Jahresabschlüsse zu nennen. Das Finanzwesen stellt die passenden Hilfsmittel bereit, mit denen du allen deinen Pflichten gegenüber den Finanzbehörden nachkommst. Das Ziel ist es, nicht nur exakte Zahlen für alle diese Aufgaben zu liefern, sondern auch dir möglichst viel Arbeit abzunehmen. Gleichzeitig sorgt das Finanzwesen mit seinen klaren Regeln und Strukturen auch für Transparenz, Ordnung und Übersichtlichkeit in deinem Unternehmen. Es hilft dir bei der Kalkulation von Preisen und deckt somit wirtschaftliche wie finanzielle Aspekte ab. Aus diesen Gründen ist es auch in deinem eigenen Interesse, dass du dich mit dem Thema auseinandersetzt. Umso besser du die einzelnen Teilbereiche kennst oder die richtigen, kompetenten Ansprechpartner findest, desto effizienter, effektiver und schlussendlich auch erfolgreicher führst du deinen Betrieb.

Aus welchen Teilbereichen setzt sich das Finanzwesen zusammen?

Die moderne Wirtschaft unterteilt das Finanzwesen in sechs verschiedene Gruppen. Jeder Bereich hat seine eigenen Aufgaben. Teilweise kommt es zu Überschneidungen zwischen den verschiedenen Gebieten. Weitestgehend sind die Bereiche jedoch sehr eigenständig und haben ein klar definiertes Profil. Die sechs Teilbereiche des Finanzwesens sind:

  • Finanzwirtschaft
  • Liquiditätssicherung
  • Controlling
  • Treasury
  • Rechnungswesen
  • Finanzplanung

Für jeden Bereich gibt es auch kompetente Ansprechpartner, die sich darauf spezialisiert haben, Unternehmen auf dem jeweiligen Gebiet zu unterstützen. Für das Rechnungswesen ist dies der Steuerberater, externe Dienstleister übernehmen das Controlling und Finanz- und Anlageberater mit dem Fokus auf Unternehmensdienstleistungen beraten dich bei Fragen zur Liquiditätssicherung oder Finanzplanung.

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Welche Aufgabe hat das Controlling?

Das Controlling ist ein Teil der Wirtschaftslehre, der sich mit dem Management beschäftigt. Die Hauptaufgabe des Controllings ist es permanent Prozesse zu überprüfen und zu kontrollieren. Dies kann das alltägliche Hauptgeschäft eines Betriebs sein. Andererseits ist das Controlling aber auch in spezielle Projekte involviert. Das Ziel ist es, die Abläufe im Unternehmen zu optimieren und Kosten zu senken. Die Planung kann alle Vorgänge innerhalb eines Unternehmens betreffen, sie beschränkt sich jedoch auf den finanziellen Aspekt. So wird vom Controlling das Budget geschätzt oder die Wirtschaftlichkeit bewertet. In kleineren Unternehmen übernimmt diese Aufgabe in der Regel der Inhaber oder der Geschäftsführer. Betriebe mittlerer Größe übertragen solche Arbeiten oftmals an externe Dienstleister oder aber die eigene Buchhaltung übernimmt die Aufgaben. In großen Konzernen hingegen existieren hierfür eigene Abteilungen.

Das Rechnungswesen – Statistiken und Buchführung

In jedem Unternehmen nimmt das Rechnungswesen eine zentrale Position ein. Hierzu gehören alle Vorgänge innerhalb eines Betriebes, bei denen es um Geld und Finanzen geht. Das Rechnungswesen unterteilt sich wiederum in mehrere Teile. Diese sind:

  • Buchführung
  • Inventar
  • Jahresabschluss
  • Lagebericht
  • Bilanzierung
  • Betriebsabrechnung
  • Betriebswirtschaftliche Statistik und Vergleichsrechnungen

Es finden sich also alltägliche Aufgaben, wie etwa die Finanzbuchhaltung sowie wichtige, wiederkehrende Verpflichtungen in diesem Bereich. Zur letzteren Gruppe gehören zum Beispiel die Jahresabschlüsse und Bilanzen. Das Rechnungswesen ist einer der arbeitsintensivsten Bereiche innerhalb eines Betriebs. Aus diesem Grund haben bereits kleinere Unternehmen oftmals einen eigenen Buchhalter. Wenn die Größe des Unternehmens hierfür nicht ausreicht wird in der Regel externe Hilfe in Anspruch genommen. Selbst Kleinunternehmer lassen ihre Buchführung sowie den Jahresabschluss häufig von einem Steuerberater erstellen.

Die zentrale Aufgabe des Rechnungswesens ist es, exakte und möglichst aktuelle Zahlen zu allen Vorgängen innerhalb des Unternehmens bereitzustellen. Aus diesen lässt sich dann die Unternehmenslage ablesen. Auch die Berechnung von Gewinnen und Verlusten gehört zum Aufgabenbereich des Rechnungswesens. Darüber hinaus werden auf Grundlage der Zahlen, die von den Buchhaltern errechnet werden alle Steuererklärungen aufgestellt.

Wie du siehst, ist das Rechnungswesen ein durchaus wichtiger Teil eines jeden Unternehmens. Fehler in der Buchhaltung, den Bilanzen und der Betriebsabrechnung geben dir zum einen ein falsches Bild von der Lage deines Unternehmens. Zum anderen verhängt der Staat auch empfindliche Strafen, wenn bei einer Buchprüfung festgestellt wird, dass nicht korrekt gearbeitet wurde. Besonders deshalb ist es wichtig, fundiertes Wissen zu besitzen beziehungsweise auf kompetente Unterstützung von Fachleuten zu vertrauen.

Was verbirgt sich hinter der Liquiditätssicherung?

Die Liquiditätssicherung, die auch Finanzcontrolling genannt wird, nimmt ähnliche Aufgaben wie das Controlling wahr. Das Hauptaugenmerk liegt hier jedoch nicht auf einzelnen Projekten und der Optimierung dieser, sondern auf der Gesamtsituation. Die Liquiditätssicherung beschäftigt sich somit mit der finanziellen Lage deines Unternehmens. Dies geschieht auf Basis der Daten, die von dem Rechnungswesen und dem Controlling bereitgestellt werden. Es gilt somit sowohl die Zahlen aus der Vergangenheit als auch aus den aktuellen Vorgängen korrekt zu bewerten und daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Die Informationen, die von der Liquiditätssicherung kommen, ermöglichen es dann mittel- und langfristige Strategien zu entwickeln. Primär soll beantwortet werden, welche Investitionen möglich und notwendig sind, in welchem Umfang Finanzierungen benötigt werden oder ob dein Unternehmen kurz- oder mittelfristig in finanzielle Schwierigkeiten gerät.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Treasury?

Das Treasury stellt einen weiteren Teilbereich des Finanzwesens dar. Während das Rechnungswesen für die Verwaltung von aktuellen Daten zuständig ist und die Liquiditätssicherung vor allem mittelfristig lenkt, stehen beim Treasury langfristige Strategien im Fokus. Das Wort leitet sich vom Begriff Schatzamt ab und liefert somit einen wichtigen Hinweis worauf es hier ankommt: Das Hauptaugenmerk liegt darauf, sicherzustellen, dass mittel- und langfristig keine finanziellen Probleme auftauchen. In kleineren und mittleren Unternehmen kommt diesem Bereich der Finanzwirtschaft oft nur wenig Aufmerksamkeit zu.

Dennoch gibt es auch hier oftmals wichtige Aufgaben die wahrgenommen werden müssen. Das Treasury muss sich zum Beispiel mit den Entwicklungen am Geldmarkt beschäftigen. Wenn du einen langfristigen Kredit aufgenommen hast ist es die Aufgabe des Treasury zu bewerten, welche Risiken hiermit verbunden sind. Vielleicht war zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme ein sehr günstiger Zinssatz verfügbar. Durch Veränderungen am Finanzmarkt kann sich dies jedoch in der Zukunft ändern, sodass dein Kredit zu einer untragbaren Belastung wird. Eine solche Risikobewertung zu erstellen ist die Aufgabe dieses Bereiches der Finanzen. In das Ressort fällt ebenfalls die Verwaltung der Anlagen und des Vermögens des Unternehmens. Das Treasury sucht nach Wegen das Betriebsvermögen möglichst sicher und gleichzeitig effizient anzulegen. Weiterhin obliegt dem Treasury oftmals die Einrichtung und Organisation von Bankverbindungen und ähnlichen Konten, die für finanzielle Transaktionen benötigt werden.

Welche Position hat die Finanzplanung innerhalb eines Unternehmens?

Die Finanzplanung ist ein Überbegriff und berücksichtigt alle Bereiche der Finanzen die notwendig sind, um die Ziele des Unternehmens zu erreichen. Die Finanzplanung behält auch den Überblick darüber aus welchen Quellen die aktuellen Mittel stammen. Unterschieden wird hier zwischen Fremd- und Eigenkapital.

Die Aufgabe der Finanzplanung ist es einerseits auf ein gesundes Verhältnis zwischen diesen beiden Kapitalquellen zu achten. Andererseits nutzt sie auch Daten aus der Vergangenheit, die aus der Buchhaltung stammen. Mit diesen werden Vorhersagen darüber gemacht, ob in Zukunft mit einem Überschuss zu rechnen ist oder ob weitere Kapitalquellen angezapft werden müssen.

Für die praktische Umsetzung der Aufgaben setzt du vor allem statistische Mittel ein. Zu den Werkzeugen der Finanzplanung gehören die Finanzprognose, der Haushaltsplan oder die Soll- und Ist-Analyse. Die Finanzplanung ist eine regelmäßige Aufgabe. Du solltest sie permanent im Auge behalten. Sie positioniert sich – bezogen auf den Arbeitsaufwand – zwischen der täglichen Buchführung und den jährlich anstehenden Bilanzen. Ein typischer Finanzplan beinhaltet die folgenden Punkte:

  • Übersicht über die geplanten Gesamtkosten
  • Aufstellung über die notwendigen Investitionen
  • eine detaillierte Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • einen Liquiditäts- und Finanzierungsplan
  • eine Rentabilitätsrechnung, aus der hervorgeht, wann mit Gewinnen gerechnet wird

Welche Aufgabe hat die Finanzwirtschaft innerhalb eines Unternehmens?

Die Finanzwirtschaft schließlich befasst sich mit den alltäglichen Aufgaben eines Betriebs. Dieser Bereich ist eng mit der spezifischen Branche eines Unternehmens verknüpft. Es geht vor allem darum, deine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Gewinne zu erhöhen beziehungsweise zu sichern. So fällt es in den Aufgabenbereich der Finanzwirtschaft zu errechnen, welche Verkaufspreise für deine Angebote optimal sind. Bietest du deine Waren oder Dienstleistungen zu einem zu niedrigen Preis an fährst du Verluste ein. Wenn du hingegen zu hohe Preise verlangst wird deine Konkurrenz dich ausstechen und du hast keine Kunden. Es geht hier also vor allem darum, Rentabilität, Liquidität, Sicherheit und Unabhängigkeit zu gewährleisten sowie zu verbessern.

Welche Studiengänge und Ausbildungen vermitteln Wissen über die Finanzwelt?

Es gibt zahlreiche Bildungswege die du einschlagen kannst um dir Wissen im Bereich der Finanzen anzueignen. Ein klassischer Studiengang ist die Betriebswirtschaftslehre (BWL). BWL ist sehr umfangreich und beschäftigt sich auch mit anderen Bereichen als den Finanzen. Aus der Finanzwelt werden vor allem Bereiche wie Marketing, Controlling oder Finanzwirtschaftslehre angeschnitten. Ähnlich ist das Studium der Volkswirtschaftslehre, kurz VWL. Im Gegensatz zur Betriebswirtschaftslehre steht hier die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit im Fokus. BWL konzentriert sich mehr auf betriebsinterne Prozesse bei der VWL geht es zentral um volkswirtschaftliche Abläufe. Beide Fächer zählen zu den Wirtschaftswissenschaften. Darüber hinaus gibt es auch den Studiengang Wirtschaftswissenschaften an sich. Dieser vereint BWL und VWL und vermittelt Inhalte aus beiden Welten. Weiterhin bieten viele Fachhochschulen sowie private Hochschulen themenverwandte Studiengänge an, zum Beispiel Business Administration oder Finanzmanagement. Hier liegt der Fokus jeweils auf bestimmten Teilbereichen der Finanzwelt. Du solltest im Einzelnen entscheiden, ob und welches Studium für dich interessant ist.

Ebenfalls gibt es viele praktische Ausbildungen die Wissen aus der Finanzwelt vermitteln. Die dreijährige Ausbildung zum Steuerfachangestellten etwa beinhaltet neben umfassenden Informationen rund um das Rechnungswesen und das Steuerrecht auch die allgemeine Wirtschaftslehre. Viele Ausbildungen aus dem Bereich Finanzen sind auf bestimmte Berufe oder Aufgabenbereiche spezialisiert. So erkennst du bereits an dem Namen der Ausbildung den Themenschwerpunkt. Beispiele für weitere Ausbildungen aus dem Bereich sind Bankkaufmann/ -frau, der Finanzassistent oder Kaufmann/ -frau für Versicherungen und Finanzen.

Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.