In wenigen Schritten den Gründungszuschuss richtig beantragen

Eine Existenzgründung ist für viele Bundesbürger eine Alternative zu Jahren und Jahrzehnten in einem angestellten Job. Mit einer Selbstständigkeit oder freiberuflichen Tätigkeit durchzustarten, kann jedoch auch der Wunsch nach der Arbeitslosigkeit sein. Hier bietet dir die Bundesagentur für Arbeit mit dem Gründungszuschuss eine attraktive Anschubfinanzierung, um dir den Einstieg in die Existenzgründung zu erleichtern. Als Voraussetzung musst du ein klares Konzept vorlegen. Hier erfährst du alles Wissenswerte zum Thema Gründungszuschuss.

An wen richtet sich der Gründungszuschuss überhaupt?

Es gibt verschiedene Formen der Förderung, wenn du in eine freiberufliche oder selbstständige Tätigkeit durchstarten möchtest. Der Gründungszuschuss ist als staatliche Förderung explizit für Personen vorgesehen, die sich in der Arbeitslosigkeit befinden. Als Bezieher von Arbeitslosengeld-I wirst du mit einem klaren Businessplan und der entsprechenden fachlichen Qualifikation die besten Aussichten auf den Zuschuss haben. Unter Umständen wird die Förderung auch gewährt, wenn du andere Leistungen gemäß SGB-III beziehungsweise Arbeitslosengeld-II beziehst. Hier kommt es auf die Einzelprüfung durch den Mitarbeiter deiner Arbeitsagentur an.

Welche Voraussetzungen du für den Erhalt des Zuschusses erfüllen musst

Um den Zuschuss zu erhalten, wirst du eine Reihe von Auflagen erfüllen und fachliche Nachweise erbringen müssen. Bevor du dir die Mühe machst, Anträge zu stellen und einen Businessplan zu erarbeiten, sollten die grundlegenden formalen Voraussetzungen erfüllt sein. Diese sind:

  • Du musst mindestens einen Tag vor der Gründung ALG-1 bezogen haben.
  • Falls du kein Arbeitslosengeld-I bezogen hast, musst du stattdessen eine Ersatzleistung bezogen haben, die gemäß SGB- III damit vergleichbar ist.
  • Ein direkter Übergang nach Ablauf deines Arbeitslosengeldes in die Selbstständigkeit ist nicht vorgesehen. Stattdessen muss weiterhin dein Restanspruch von 150 Tagen eingehalten werden.

Gerade der kürzere Zeitrahmen ist für viele Arbeitslose eine Herausforderung. Die Idee eine Selbstständigkeit aufzunehmen darf also nicht erst gegen Ende der Bezugsphase gefasst werden, um durch die staatliche Förderung weitere Ersatzleistungen zu erhalten. Mit der Frist von wenigstens 150 Tagen sollte das Vorhaben zur Gründung schon Monate im Voraus entstanden sein. Schon zu Beginn einer erstmaligen oder erneuten Arbeitslosigkeit solltest du dich deshalb mit dem Thema Gründungszuschuss beschäftigen.

Gibt es einen zwingenden Anspruch auf den Zuschuss?

Als Existenzgründer, der aus einer Arbeitslosigkeit kommt, hast du keinen Rechtsanspruch auf den Zuschuss. Es liegt deshalb immer im Ermessen des Mitarbeiters deiner Arbeitsagentur, ob er dir den Gründungszuschuss gewährt oder keine Chance für dich als Gründer sieht. Entsprechend viele Faktoren spielen eine Rolle, mit denen du den Mitarbeiter von deiner Geschäftsidee und deinem Vorhaben als Gründer überzeugen solltest.

Ein professionelles Business für deine selbstständige Tätigkeit, die persönliche Eignung und der Nachweis entsprechender Qualifikationen sind die beste Basis, um den Zuschuss von der zuständigen Agentur zu erhalten. Falls du hier im ersten Versuch mit deinem Plan nicht gut ankommen solltest, dürftest du es in Zukunft mit erneuten Anträgen schwerer haben. Bereite dich deshalb optimal auf die Präsentation bei der Agentur vor, damit du direkt beim ersten Mal mit deiner selbstständigen Tätigkeit durchstarten kannst.

Den Antrag auf Zuschuss richtig stellen

Den Antrag erhältst du beim Sacharbeiter deiner zuständigen Arbeitsagentur. Neben dem Antrag findest du hier auch Informationen, welche weiteren Unterlagen du vorlegen musst. Im Antrag selbst geht es nur um formale Dinge – beispielsweise, zu welchem Zeitpunkt du deine selbstständige Tätigkeit aufnehmen möchtest. Relevanter sind die Unterlagen, die du als potenzieller Existenzgründer dem Antrag beilegst. Zu diesen Dokumenten gehören:

  • die Tragfähigkeitsbescheinigung
  • ein professionell ausgearbeiteter Businessplan
  • ein Kapital- oder Finanzierungsplan
  • Dokumente zur Gewerbeanmeldung

Es empfiehlt sich, intensive Gespräche mit dem Sachbearbeiter und außenstehenden Anbietern, wie Gründungscoaches, zu führen. Sie haben Erfahrung mit den Verfahren in den Arbeitsagenturen und können einschätzen, auf welche Inhalte und welche Form der Präsentation es den Sachbearbeitern ankommt. Beim Einreichen des Antrags kannst du natürlich auf einen ausführlichen Termin in der Agentur hoffen, um deine Geschäftsidee und deinen Gang in die Selbstständigkeit persönlich zu erläutern.

Qualifikationen und Gutachten zum Antrag hinzufügen

Das Thema Qualifikation wird von vielen Interessenten am Gründungszuschuss unterschätzt. Oft entsteht der Eindruck, man könnte sich mit einer beliebigen Geschäftsidee bei der Arbeitsagentur melden und hier auf eine sichere Förderung bauen. Dabei ist es entscheidend, dass der Sachbearbeiter eine echte Eignung für die Selbstständigkeit erkennt und dies gilt auf der persönlichen und fachlichen Ebene.

Im persönlichen Bereich ist es wichtig, dass du durch Tugenden punktest, die für einen Gründer oder Selbstständigen wichtig sind. Das Einhalten von Fristen, das korrekte und vollständige Einreichen von Dokumenten und ein offenes Gespräch mit dem Sachbearbeiter sorgen für diesen Eindruck. Falls du dich hingegen unorganisiert und unprofessionell zeigen solltest, wird die Agentur kaum glauben, dass du erfolgreich einen eigenen Betrieb führen könntest.

Auf der fachlichen Ebene ist der Nachweis entsprechender Qualifikationen formal einfacher. Ideal ist es, wenn du an einem Seminar zum Thema Existenzgründung teilgenommen hast. Auch andere Seminare und Kurse, beispielsweise in Bereichen wie Marketing oder Rechnungswesen, zeigen dein Engagement und werden als fachliche Qualifikation bewertet. Überlege im Vorfeld, wie du einen Nachweis über deine Talente und Fähigkeiten erbringen kannst. Das ist auch über vorherige Arbeitgeber möglich.

Der Businessplan als weiteres zentrales Dokument

Neben allen genannten Unterlagen ist der Businessplan das vielleicht wichtigste Dokument. Mit ihm und begleitenden Schriftstücken wie dem Liquiditäts- und Finanzierungsplan lieferst du der Agentur harte Fakten rund um deine Geschäftsidee. Der Businessplan muss in einfachen Worten erklären, was deine Geschäftsidee ist, wie sie sich finanzieren lässt und in welchem Rahmen eine rentable Tätigkeit entsteht. Hierbei wird nicht vorausgesetzt, dass du alle finanziellen Mittel für die Existenzgründung mitbringst. Vielmehr muss der Businessplan aufzeigen, wie viel Fremdkapital du benötigst und wie du Investoren überzeugen willst.

Ein guter Businessplan erstreckt sich über 36 Monate und wirft einen realistischen Ausblick auf die Entwicklung deiner geplanten Geschäftstätigkeit. Für den Sachbearbeiter wirst du kaum allein als Experte für die Bewertung deiner Geschäftsidee gelten. Aus diesem Grund ist die Bestätigung durch eine fachkundige Stelle anzuraten. Dies kann ein Unternehmensberater oder ein Gründungscoach sein, die dir in einer fachkundigen Stellungnahme bestätigen, dass der Businessplan für ein gutes und tragfähiges Konzept steht.

Die fachkundige Stellungnahme holst du am besten vor der ersten Förderphase ein. Für die zweite Förderphase ist das persönliche Urteil des Sachbearbeiters wichtiger, der sich die ersten sechs Monate deiner Bemühungen angeschaut hat und auf dieser Basis über weitere Finanzmittel für den Gründer entscheidet.

Das persönliche Gespräch mit der Arbeitsagentur zählt

Da kein gesetzlicher Anspruch auf die Förderung besteht und eine Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt eher gefördert wird, als der Gang in die Selbstständigkeit, sehen viele Interessenten ihren Sachbearbeiter als Hindernis. Dabei hält sich jeder Sachbearbeiter allein an die Vorgaben des Gesetzgebers und nimmt eine genaue Prüfung der Pläne und Geschäftsideen vor. Der Staat hat schließlich kein Geld zu verschenken und ist auf fachkundige Stellungnahmen und ähnliche Dokumente beim Beantragen durch Arbeitslose angewiesen. Um die beste Basis für deinen Gang in die Selbstständigkeit zu schaffen, solltest du immer das offene und direkte Gespräch mit dem Sachbearbeiter suchen. Er wird persönlich eher deine fachliche Eignung erkennen, oder dir noch beim Bezug von ALG-II den Weg in die Existenzgründung ebnen wollen.

Den Businessplan durch eine fachkundige Stelle korrekt erstellen

Für das Beantragen deines Zuschusses solltest du von Anfang an professionell vorgehen. Falls du unsicher bist, wie du ohne gesetzlichen Anspruch deine Chancen erhöhst, suche Hilfe bei einer fachkundigen Stelle. Gründungscoaches und Unternehmensberatungen sind der ideale Anlaufpunkt, um dir die ersten Schritte in eine selbstständige Arbeit zu ermöglichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du für die Beratung aus einer Arbeitslosigkeit kommst oder generell an einer eigenständigen Tätigkeit interessiert bist.

Höhe und Dauer der Förderung im Überblick

Für die Unterstützung durch den Gründungszuschuss sieht der Gesetzgeber ein zweistufiges Modell vor:

In der ersten Phase wird dir eine Pauschale von 300 Euro gewährt, die begleitend zu deinem ALG-I ausgezahlt wird. Die Bezugsdauer für dieses Fördergeld beläuft sich auf maximal sechs Monate. Mit dem Geld sollst du einen Anschub zu deiner selbstständigen Tätigkeit erhalten, wobei der Gesetzgeber das Fördergeld von 300 Euro zu deiner sozialen Sicherung konzipiert hat.

Die zweite Phase dauert maximal neun Monate und schließt an die erste Förderphase an. Über diesen Zeitpunkt hinweg werden dir weiterhin die 300 Euro zu deiner sozialen Absicherung gewährt. Allerdings gibt es hier keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld-I mehr. Es wird also angenommen, dass du dich mit deiner selbstständigen Tätigkeit weitestgehend etabliert hast und nicht mehr auf entsprechende Ersatzleistungen angewiesen bist.

Zwischen den beiden beschriebenen Phasen liegt eine Neubewertung. Dabei wird von der Agentur geprüft, ob du über die erste Phase hinweg dein Geschäftskonzept nach deinen Vorstellungen umsetzen konntest. Zwar sind sechs Monate eine kurze Zeit für die Etablierung auf dem Markt. Der Sachbearbeiter der Agentur wird jedoch einschätzen können, ob deine Bemühungen Früchte tragen oder du mit deiner selbstständigen Tätigkeit wenig Aussicht auf Erfolg hast. Nur im Fall einer positiven Prüfung wirst du als Existenzgründer den Gründungszuschuss in der zweiten Phase erhalten.

Vermittlungsvorrang auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigen

Viele Arbeitslose sind nach einem längeren Zeitraum der Arbeitslosigkeit an der Förderung durch den Staat interessiert. Was in früheren Jahren als Übergangsgeld oder Ich-AG bezeichnet wurde, bleibt heute mit dem Gründungszuschuss weiterhin attraktiv. Häufig wird aber beim Beantragen des Geldes ein Faktor übersehen: Die Vermittlung des Arbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt hat Vorrang.

Konkret bedeutet die Regelung: Hast du bislang Arbeitslosengeld bezogen und lässt sich auf dem Jobmarkt aktuell eine Arbeit finden, die deiner Qualifikation entspricht, vermittelt dich dein Sachbearbeiter erst einmal dorthin. Der Weg als Gründer aus der Arbeitslosigkeit hinaus wird dir dann gewährt, wenn es aktuell keine geeigneten Stellen auf dem Arbeitsmarkt gibt. Natürlich kannst du dich trotzdem mit einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit versuchen, wenn du hiervon überzeugt bist. Auf staatliche Leistungen, oder gar eine Förderung darfst du in diesem Fall aber nicht hoffen.

Die wichtigsten Anforderungen an die geförderte Tätigkeit

Neben dem korrekt gestellten Antrag und den später noch beschriebenen Qualifikationen stellt der Gesetzgeber klare Anforderungen an deine ausgewählte Tätigkeit. Hierbei orientiert sich der Sachbearbeiter stets an klaren Fakten. Träumereien rund um eine einzigartige Geschäftsidee wirst du hier nicht durchbekommen. Zu den wichtigsten Anforderungen rund um die Tätigkeit gehören:

  • Es muss sich um eine intensive Geschäftstätigkeit handeln. Das heißt, du musst deiner selbstständigen Tätigkeit im Hauptberuf nachgehen und voraussichtlich so viel Geld einnehmen, dass du deine Existenz sichern kannst.
  • Du musst in der Lage sein, die wirtschaftlichen Rahmenwerte zu beherrschen und angemessen zu präsentieren. Dies zeigt sich bereits beim Antrag, wenn du deinen Geschäfts- und Finanzplan bei der Arbeitsagentur vorlegst.
  • Für das ausgesuchte Arbeitsfeld musst du Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen können. Beim Antrag wirst du also nicht auf eine beliebige selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit verweisen können.

Bevor du über eine Existenzgründung nachdenkst, um den Bezug von Arbeitslosengeld zu beenden, sind die genannten Punkte unbedingt zu prüfen. Vielleicht fehlen dir Kenntnisse im Bereich der Betriebswirtschaft oder Buchführung, die du erst einmal aufholen solltest. Hierzu kann dich übrigens auch die Agentur auffordern. In manchen Fällen ist die Gewähr des Zuschusses an das Belegen von mindestens einem Seminar mit entsprechenden thematischen Inhalten gekoppelt.

Ist ein Hinzuverdienst zum Gründungszuschuss möglich?

Für viele Selbstständige und Freiberufler in Deutschland ist es normal, sich neben der eigentlichen Tätigkeit etwas durch einen Nebenjob hinzu zu verdienen. Dies gilt auch für Existenzgründer, die auf den Gründungszuschuss hoffen und nebenbei noch eine Einnahmequelle besitzen. Falls du einen Nebenverdienst hast, musst du auf Einschränkungen achten, da dir sonst das Fördergeld wieder entzogen wird.

Es ist eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Antrag, dass du deiner neuen, selbstständigen Tätigkeit im Hauptberuf nachgehst. Für deinen Nebenjob darfst du wöchentlich maximal 15 Stunden investieren. Es kommt allein auf diesen Zeitrahmen an, nicht auf die Höhe der Einnahmen, die du im Nebenjob generierst. Du darfst in deinem Nebenjob, beispielsweise in Teilzeit in einem Angestelltenverhältnis, also mehr verdienen als mit deiner Selbstständigkeit im Hauptberuf.

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