Wie erstelle ich eine Investitionsplanung?

Egal ob Jungunternehmer oder alteingesessene Firma – Investitionen spielen im Geschäftsalltag eine wichtige Rolle. Wie bei kaum einem anderen Thema müssen Unternehmen hier langfristig denken und mit hohen Summen kalkulieren. In den meisten Fällen bergen Investitionen auch ein gewisses Risiko. Doch wie sieht eine fundierte Investitionsplanung aus? Was muss berücksichtigt werden und wie vermeidet man Fehlplanungen? In diesem Artikel findest du Antworten auf diese Fragen und weitere wichtige Informationen rund um das Thema Investitionen.

Welche Aufgaben und Ziele hat die Investitionsplanung?

Die Investitionsplanung verfolgt gleich mehrere Ziele. Zunächst geht es darum, innerhalb eines Unternehmens den Bedarf an Investitionen festzustellen. Diese Phase wird auch Erkennung oder Anregung genannt. Es geht hier darum, zu klären, welche größeren Anschaffungen benötigt werden, um in Zukunft die Aufgaben des Betriebes erfüllen zu können. Diese Planung geschieht im Hinblick auf den aktuellen Bestand, den Zustand der Anlagen und mögliche Wachstumschancen. Darauf folgt die Nutzwertanalyse. In dieser Phase wird für jede denkbare Investition geprüft, ob sich diese für den Betrieb lohnt. Es geht hier in erster Linie um betriebswirtschaftliche Aspekte, nicht um die finanziellen Möglichkeiten. Du schaust also, ob sich eine solche Anschaffung für dein Unternehmen rentieren würde. In dieser Phase werden auch Vergleiche mit Alternativen vorgenommen. Du definierst verschiedene Kriterien, legst fest, wie wichtig diese sind und vergibst Punkte.

Darauf folgt die Phase der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Erst jetzt wird überprüft, welche Kosten eine konkrete Anschaffung für den Betrieb mit sich bringt. Es ist wichtig, alle Faktoren der Investition zu beachten. So wird nicht nur die eigentliche Investition in finanzieller Hinsicht bewertet, sondern auch alle Folgekosten, die damit entstehen. Dies können Zinsen für Kredite aber auch erhöhte Betriebs- und Lohnkosten sowie ähnliche Faktoren sein. In diesem Zusammenhang werden auch die Risiken einer solchen Investition bewertet. Welche Belastungen treten über welchen Zeitraum auf? Ist das Unternehmen in der Lage, diese aufzufangen? Welche neuen Perspektiven bieten sich durch eine Erweiterung?

Zusammengefasst sind die zentralen Aufgaben der Investitionsplanung also:

  • Bedarf an Investitionen feststellen
  • Wirtschaftlichkeit kontrollieren
  • Risiken erkennen
  • finanzielle Machbarkeit überprüfen

Wie hilft die Investitionsplanung konkret bei der Investitionsentscheidung?

Wenn du ein bestimmtes Projekt ins Auge gefasst hast, ist die wirtschaftliche Bewertung immer schwierig. Während die Anschaffungskosten eines Investitionsobjekts oftmals noch erkennbar sind, sieht es bei den langfristigen Auswirkungen auf deinen Betrieb schon anders aus. Auch die Auswirkungen einer Finanzierung, besonders bei einem sehr teuren Investitionsobjekt, sind ohne genaue Planung sehr schwer zu berechnen. Bei diesen Punkten setzen die verschiedenen Investitionsrechnungen an. Durch eine genaue Analyse von Finanzierung, Nutzen, Wirtschaftlichkeit und Risiken hilft dir die Investitionsplanung dabei, zu erkennen, wie sinnvoll ein bestimmtes Investitionsobjekt ist. Zu diesem Zweck sind verschiedene Investitionsrechnungsmethoden entwickelt worden. Diese erlauben es, durch definierte Formeln mit konkreten Werten und Beträgen zu rechnen. Auf diese Weise erstellst du eine realistische Investitionsrechnung, die dir bei der Investitionsentscheidung hilft.

Wie gehören Controlling und die Investitionsplanung zusammen?

Das Controlling beschäftigt sich mit den Themen Wirtschaftlichkeit und Rentabilität, sodass die Investitionsplanung in den direkten Aufgabenbereich fällt. Es gibt verschiedene Verfahren, mit denen das Controlling Investitionen überprüft. Eine dieser Methoden ist der Soll-Ist-Vergleich. Bei diesem Verfahren werden Ziele gesetzt und dann die jeweiligen Ergebnisse permanent überprüft. Anhand dieser Analyse werden dann Korrekturen vorgenommen und Empfehlungen für Entscheidungen abgegeben.

Verschiedene Betrachtungsweisen von Investitionen

Die Betriebswirtschaftslehre, kurz BWL, bietet mehrere Ansätze, Investitionen zu bewerten. Zunächst wird zwischen dynamischen und statischen Verfahren unterschieden. Bei den dynamischen Verfahren geht es darum, mit möglichst konkreten Zahlen zu arbeiten. Es soll primär die Wirtschaftlichkeit einer Investition festgestellt werden. Simulierte Kosten und die erwarteten Erträge werden gegenübergestellt. Eine Investition wird als lohnenswert betrachtet, wenn die Ertragsaussicht die Kosten übersteigt. Die Kapitalwertmethode ist eine von mehreren Rechenwegen, um eine dynamische Investitionsbewertung durchzuführen. Da für jede einzelne Investition mit realen Zahlen gearbeitet wird, ist diese Form der Planung jedoch relativ aufwendig.

Die statischen Bewertungsweisen hingegen stützen sich auf Durchschnittswerte und Statistiken. Dies macht die Datenerfassung deutlich einfacher und beschleunigt den Prozess der Investitionsplanung. Für die Investitionsentscheidung stehen dann jedoch nur Näherungswerte zur Verfügung, sodass die Prognose oft vom realen Ergebnis abweicht. Die Rentabilitätsrechnung gehört zu den statischen Investitionsrechnungen. Hier wird relativ simpel der erwartete Nettogewinn eines Investitionsobjekts dem durch die Investition gebundenen Kapital gegenübergestellt. Auch hier gilt eine einfache Grundregel, die wie folgt lautet: Sobald der zu erwartende Gewinn die Höhe der Investition überschreitet, gilt das Projekt als lohnenswert.

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