Wie baue ich mein Unternehmen ohne Eigenkapital auf?

Viele ambitionierte Gründer gehen davon aus, dass für den Aufbau einer Firma große Summen an Eigenkapital nötig sind. Das mag stimmen, wenn es um die Herstellung von Waren geht. Doch heute spielen Dienstleistungen aller Art eine weitaus größere Rolle. Wer zum Beispiel eine Leistung online vermarktet, benötigt fast kein Eigenkapital. Wer dennoch finanzielle Mittel im größeren Stil braucht, sucht nach einem Geldgeber, der die geforderte Summe bereitstellt, und nach passenden Förderprogrammen. Hier liest du alles zu deinen Optionen.

Welche Ideen ohne Rücklagen umsetzbar sind

Wenn du dich für den Sprung in die Selbstständigkeit entscheidest, hast du vermutlich auch darüber nachgedacht, welches Produkt oder welche Dienstleistung du anbieten willst. Es gibt eine Reihe von Geschäftsideen, die sich recht gut ohne eigene Mittel ins Leben rufen lassen. Überlege dir also genau, ob dein Vorhaben dazu gehört. Vielleicht musst du dein ursprüngliches Projekt an der einen oder anderen Stelle überarbeiten, um ohne eigenes Geld zu gründen. Sehr gut geeignet für eine Existenzgründung ohne Eigenkapital ist jede Dienstleistung, die du online erbringst oder im Internet vertreibst. Eine eigene Website erstellst du kostenfrei. Dafür gibt es viele gute Baukastensysteme, die genau dazu entwickelt wurden. Vielleicht betreibst du in den sozialen Netzwerken Marketing. Achte auch darauf, dass du in den bekannten Suchmaschinen gut platziert bist. Solange du etwas anbietest, was nicht zu hohen Kosten entwickelt werden muss, was du nicht herstellen oder weiterverarbeiten musst und wofür du keine teure Geschäftsausstattung benötigt, ist eine Existenzgründung ohne Eigenkapital realisierbar.

Wie du das Internet für dein Start-up ohne Geld nutzt

Wenn du dich mit deiner eigenen Geschäftsidee ohne Eigenkapital selbstständig machst, spielt das digitale Netz eine große Rolle für dich. Eine eigene Website ist selbstverständlich, Werbung in den Social Media ebenfalls. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, die Vorteile des World Wide Web für dich zu nutzen. Zum einen lohnt es sich, über dein Produkt oder deine Dienstleistung nachzudenken. Zum anderen ist das Internet optimal, wenn du im Vertrieb und Verkauf eine große Reichweite bei deinen potenziellen Kunden erzielen willst. Überlege dir zuerst, ob du eine Leistung anbietest, die nur über das Netz zu beziehen ist. Wenn du dich als Texter oder Dolmetscher selbstständig machst und Aufträge online einholst, benötigst du nur wenige finanzielle Mittel. Es gibt einige Plattformen, die sich auf die Vermittlung von fähigen Autoren oder Übersetzern spezialisiert haben. Danach schaust du dir deine Vertriebs- und Verkaufswege genauer an. Ein Online-Shop ist eine feine Sache. Damit erreichst du viele potenzielle Kunden ohne hohe Kosten. Für dich als Gründer lohnt es sich sehr, diese Aspekte genauer zu beleuchten, bevor du dich selbstständig machst. Vielversprechende Geschäftsideen lassen sich gut online und ohne Rücklagen umsetzen.

Was du als Gründer im Nebenberuf wissen musst

Bevor du dich selbstständig machst, fragst du dich vermutlich, ob du deine Tätigkeit sofort als Hauptberuf ausüben willst oder ob es sich in der ersten Zeit um eine nebenberufliche Arbeit handeln soll. Sofern es dir an Kapital fehlt, überlege dir, welche Vorteile du als nebenberuflicher Existenzgründer hast. Abhängig vom Umfang deiner Aufträge sind deine Ausgaben zu Beginn möglicherweise geringer. Vielleicht gelingt es dir, notwendige Investitionen aus deinem hauptberuflichen Einkommen zu bezahlen. Es kann sehr gut sein, dass du bei einer nebenberuflichen Gründung weniger Geld benötigst. Solltest du doch eine Finanzierung suchen und einen Kredit aufnehmen, beurteilt die Bank deine Bonität vermutlich besser, weil du eine wichtige Voraussetzung für eine gute Kreditwürdigkeit erfüllst: Du verdienst mit deinem Hauptberuf Geld und erzielst ein regelmäßiges Einkommen. Mit einer gut durchdachten Idee sind deine Chancen in diesem Fall recht gut, eine Zusage für eine Finanzierung zu bekommen.

Was es mit dem Franchising auf sich hat

Du hast nun genau geprüft, welche Geschäftsideen es für eine Existenzgründung ohne Startkapital gibt. Du hast dich gefragt, ob du dich nebenberuflich selbstständig machen willst, um deinen Kapitalbedarf zu minimieren und um leichter einen Kredit zu finden. Sofern dich beide Varianten nicht zum Ziel führen, dein eigener Chef zu sein, solltest du dich nun mit dem Konzept des Franchisings beschäftigen. Es gibt am Markt eine Reihe von Franchise-Systemen, die äußerst erfolgreich laufen und für die du keine oder nur geringe finanzielle Mittel benötigst.

Beim Franchising eröffnest du dein eigenes Unternehmen mit der erfolgreichen Geschäftsidee eines Franchisegebers. In der Praxis bedeutet das, dass du zum Beispiel in deinem Ort ein neues Fitnessstudio einer bekannten und etablierten Kette eröffnest. Vielleicht entscheidest du dich auch für eine bekannte Restaurantkette als Franchisegeber und machst ein neues Lokal an einem begehrten Standort auf. Du bekommst dann die volle Unterstützung des Franchisegebers, der mit der richtigen Geschäftsidee an anderen Orten schon sehr erfolgreich ist. Das erleichtert dir den Sprung in die Selbstständigkeit, selbst wenn dafür ein Kredit erforderlich ist, weil du keinerlei Startkapital hast. Kommst du nun allerdings zu dem Ergebnis, dass für deinen Sprung in die Selbstständigkeit unbedingt Eigenkapital erforderlich ist, kümmerst du dich im nächsten Schritt um die Suche nach einer Finanzierung.

Jede Kreditvergabe ist an Bedingungen geknüpft

Du hast eine vielversprechende Geschäftsidee für deine Selbstständigkeit, doch ohne Eigenkapital geht es nicht. Trotzdem wirst du deinen Weg als Unternehmer konsequent beschreiten und ein gewisses Risiko eingehen, um dich am Markt zu behaupten. Bevor du dich um die verschiedenen Formen von Krediten kümmerst, solltest du dich zunächst fragen, ob du die Voraussetzungen für eine Genehmigung erfüllst. Stelle dir dazu am besten folgenden 5 Fragen:

  1. Hast du eine gute Geschäftsidee?
  2. Verfügst du über genügend Know-how, diese Idee umzusetzen?
  3. Ist deine Bonität nach deinen Eintragungen in der Schufa in Ordnung?
  4. Bist du bereit, deinen Weg in die Selbstständigkeit konsequent zu verfolgen?
  5. Willst du dich längerfristig voll und ganz für dein Unternehmen einsetzen?

Wenn du allen fünf Fragen zustimmst, sind deine Chancen gut, dass sich eine Bank bereiterklärt, der Geldgeber für dein Projekt zu sein. Sehr wichtig ist, dass du eine hohe Kreditwürdigkeit hast und dass deine Schufa keine negativen Eintragungen enthält. Ist das der Fall, ist eine sehr bedeutende Voraussetzung für eine Kreditfinanzierung gegeben. Als nächstes beschäftigst du dich mit den möglichen Varianten für eine gute Start-up-Finanzierung. Es lohnt sich, dafür eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du dich für die nebenberufliche Selbstständigkeit entscheidest oder ob du als Unternehmer sofort hauptberuflich Geld verdienen willst.

Diese Finanzierungsmodelle eignen sich für Start-ups

In Deutschland werden angehende Gründer durch attraktive Anschubfinanzierungen dabei unterstützt, sich für die Selbstständigkeit zu entscheiden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich mit fehlendem oder sehr geringem Eigenkapital auf eigene Füße zu stellen. Am besten prüfst du genau, welche Variante für deine Selbstständigkeit am besten geeignet ist. Neben den harten Fakten solltest du übrigens auch ein wenig auf dein Bauchgefühl hören. Hast du den Eindruck, dass dir eine Alternative überhaupt nicht zusagt, entscheide dich für einen anderen Weg. Du hast mit Sicherheit den größten Erfolg in deiner Selbstständigkeit, wenn die gewählte Finanzierung genau zu dir passt.

Der klassische Bankkredit als erste Wahl

Viele Selbstständige gehen zuerst zu ihrer Hausbank, wenn sie einen Kredit benötigen. Das ist in Ordnung, denn damit machst du nichts verkehrt. Vielleicht bist du schon seit vielen Jahren Kunde bei deiner Bank. Unter Umständen hast du sogar einen persönlichen Berater. Er kennt dich und kann deine Bonität gut einschätzen. Wenn du ihm einen gut ausgearbeiteten Businessplan für dein Projekt vorlegst, kann es gut sein, dass er deinem Kreditgesuch innerhalb kurzer Zeit zustimmt. Unter Umständen hat er sogar den einen oder anderen wichtigen Tipp für dich, wie du als Existenzgründer in der Anfangszeit noch erfolgreicher bist. Nutze diese Chance und vereinbare einen Beratungstermin, wenn du ein gutes Verhältnis zu deiner Hausbank hast. Eine klassische Bankfinanzierung kannst du übrigens gut mit Fördergeldern kombinieren.

Wie du die richtigen Fördermittel findest

Junge Selbstständige haben in Deutschland einige Möglichkeiten, Fördergelder für ihre Gründung zu bekommen. Es gibt auf der Ebene des Bundes und der Länder mehrere Programme zu sehr attraktiven Konditionen. Die meisten Fördermittel kannst du über deine Hausbank beantragen. Informiere dich zum Beispiel über die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der ERP-Gründerkredit wurde speziell für Gründer geschaffen, um ihnen den Sprung in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Neben günstigen Zinsen sind solche Programme zum Teil rückzahlungsfrei. Manche Fördergelder zahlst du erst nach einigen Jahren zurück, wenn dein Unternehmen erfolgreich läuft und wenn du regelmäßige Einnahmen erzielst. Für manche Programme musst du einen längeren Genehmigungsprozess durchlaufen. Das musst du bei deiner weiteren Planung unbedingt berücksichtigen.

Wenn du dich für private Geldgeber entscheidest

Immer häufiger lassen sich junge Selbstständige durch private Geldgeber finanzieren. Man spricht dann von einem Kredit von Privat. Im Prinzip funktioniert ein solcher Privatkredit wie ein klassischer Bankkredit. Dein Geldgeber ist aber ein privater Anleger, der mit seinem Investment in dein Projekt eine attraktive Rendite erzielen will. Die Vermittlung von Kreditgeber und Kreditnehmer erfolgt meistens über Online-Plattformen. Einige dieser Plattformen sind in Deutschland sehr erfolgreich. Dein Vorteil ist, dass du die Konditionen für die Kreditvergabe individuell verhandeln kannst. Das macht es leichter, wenn es sich bei deinem Projekt um ein sehr spezielles Vorhaben handelt, wenn es mit einem größeren Risiko verbunden ist oder wenn deine Bonität etwas schwach ist. Bevor du dich für eine Finanzierungsvariante entscheidest, solltest du unbedingt die Konditionen für einen Privatkredit prüfen, denn diese sind häufig sehr attraktiv und geben dir für dein neues Unternehmen die größtmögliche Flexibilität.

Was es mit Business-Angels auf sich hat

Der Begriff Business-Angel besagt im Grund schon, wie diese Finanzierungsvariante funktioniert. Ein Geldgeber beteiligt sich an deinem Unternehmen und stellt dir die erforderliche Summe an Kapital zur Verfügung. Dafür verlangt er im Gegenzug ein gewisses Mitspracherecht. Vielleicht gewährt er dir sogar Zugang zu seinem beruflichen Netzwerk, sodass du nicht nur von seinem Geld, sondern auch von seinen Kontakten profitierst. Das klingt im ersten Augenblick sehr viel versprechend. Allerdings musst du bedenken, dass es sich hier nicht nur um einen stillen Teilhaber handelt. Ein stiller Teilhaber investiert in deine Firma, macht für seine Investition aber kein Mitspracherecht geltend. Business-Angels halten das anders. Sie wollen mit deiner Geschäftsidee Geld verdienen und wünschen sich deshalb ein schnelles Wachstum und maximalen Profit. Sofern du als Gründer dein eigener Chef sein und deine eigenen Entscheidungen treffen willst, ist diese Finanzierungsform für dich vermutlich nicht der richtige Weg.

Wann Venture-Capital die richtige Wahl ist

Ob du dich mit Venture-Capital selbstständig machen willst, solltest du ebenfalls genau prüfen. Venture-Capital ist eine Finanzierung für vielversprechende Start-ups. Einige Jungunternehmer sind damit sehr schnell sehr erfolgreich geworden. Es handelt sich hier um eine Form der Wagnisfinanzierung. Der Geldgeber investiert in ein Vorhaben, das mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Deshalb ist auch ein Verlust oder ein Teilverlust des angelegten Geldes möglich. Aus diesem Grund ist dein Geldgeber kein privater Anleger, sondern vermutlich ein Unternehmen, das von deiner Geschäftsidee profitieren und maximalen Profit aus deiner Geschäftsidee ziehen will. Auch bei dieser Finanzierungsvariante hast du in der Regel ein geringes Mitspracherecht. Dafür sind die Erfolgsaussichten meistens sehr positiv.

Wie du für dich die beste Entscheidung triffst

Du hast jetzt die wichtigsten Alternativen kennengelernt, wie du für dein Vorhaben an Geld kommst. Im nächsten Schritt musst du die Vor- und Nachteile gegenüberstellen und bewerten. Berechne so genau wie möglich, wie hoch dein Kapitalbedarf ist. Überlege dir dann auch, ob du dein eigener Chef sein willst oder ob du einer anderen Person oder sogar einem Konsortium Mitspracherecht einräumen willst. Mache dir Gedanken, wie sich dein Geschäft in den nächsten fünf Jahren entwickeln soll. Informiere dich auch bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer oder bei der Handwerkskammer nach sinnvollen Alternativen. Sobald du alle Fakten gesammelt hast, überlege dir in Ruhe, wie du dein Unternehmen ohne Eigenkapital aufbauen willst und welche Finanzierungsvariante für dich am besten geeignet ist. Dann ist es an der Zeit, dein eigenes Unternehmen an den Start zu bringen.

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