Was muss ich wissen, wenn ich die Steuererklärung machen lassen will?

Wer bisher noch wenig mit dem Finanzamt zu tun hatte, mag bei dem Gedanken an die erste eigene Steuererklärung als Selbstständiger leicht unruhig werden. Vermutlich fallen dir unzählige Dinge ein, die du nicht weißt und vorab klären möchtest. Als Gründer stehen dir mehrere Wege offen, um dich über steuerliche Grundlagen zu informieren und deine Steuerangelegenheiten gut vorzubereiten. Mit dem nötigen Wissen ausgestattet, gehst du das erste Gespräch mit deinem Steuerberater an. Dies Ratgebertext stattet dich damit aus!

So bereitest du deinen Einstieg in 5 Schritten vor

Gründer haben zu Beginn ihrer selbstständigen Tätigkeit den Vorteil, dass ihre gesamte Buchhaltung überschaubar ist. Auch bei geringen Kenntnissen zum Thema Steuer schaffst du es mit wenig Aufwand, dich in die Materie einzuarbeiten. Dazu ist es sinnvoll, in folgenden fünf Schritten vorzugehen:

  1. Beschaffe dir das nötige Grundwissen rund um deine Steuererklärung.
  2. Besorge dir einen erfahrenen Steuerberater für Gründer.
  3. Bereite deine Buchhaltung optimal vor.
  4. Lasse Buchführung und Steuererklärung regelmäßig machen.
  5. Schaue dir die Unterlagen deines Steuerberaters an und kläre Rückfragen.

Wenn du sie der Reihe nach abarbeitest, hast du am Ende des ersten Geschäftsjahres Klarheit darüber, was für deine Steuererklärung zu tun ist. Ob du sie danach selbst machst oder ob du dich auf einen Fachmann verlässt, um dich auf deine Kernkompetenzen zu konzentrieren, bleibt dir überlassen. Was du bei den einzelnen Schritten beachten musst, erfährst du in den nächsten Absätzen.

1. Wie du dir solide Grundkenntnisse erarbeitest

Wenn du alles rund um deine Steuer schon bald ohne Unterstützung erledigen willst, musst du dir zuerst ein fundiertes Basiswissen aneignen. Verantwortlich für die rechtlichen Vorgaben rund um die Steuer ist der deutsche Gesetzgeber. Das deutsche Steuerrecht ist umfangreich und komplex. Für dich als Gründer ist nur ein kleiner Ausschnitt daraus wichtig. Am besten schreibst du dir am Anfang die Fragen auf, die dir rund um deine Steuer einfallen. Vielleicht entwickelst du anhand deiner beruflichen und familiären Situation einen steuerlichen Fall, den du näher beleuchten willst. Danach recherchierst du im Internet nach Antworten auf deine offenen Punkte.

Vermutlich stößt du schnell auf spezielle Online-Portale für Gründer oder etablierte Selbstständige. Hier findest du leicht verständliche Erklärungen für gängige Begriffe wie „Außergewöhnliche Belastungen“, „Haushaltsnahe Dienstleistungen“ und „Doppelte Haushaltsführung“. Du erfährst, welche Kosten du von deinem Einkommen absetzen kannst, um Steuern zu sparen. Du lernst, dass die Einkommensteuer eine sehr wichtige Steuer für dich ist, dass es aber mit der Umsatzsteuer und vielleicht auch der Gewerbesteuer weitere steuerliche Belastungen gibt, die du kennen solltest. Sobald du das Gefühl hast, die wichtigsten Begriffe zu verstehen, suchst du dir einen Fachmann, der dich bei deiner Steuererklärung unterstützt.

2. So findest du einen guten Steuerberater für Gründer

Vermutlich gibt es bei dir in der näheren Umgebung einige Kanzleien mit guten Beratern zu Steuerangelegenheiten. Versuche, einen Experten zu finden, der sich auf Gründer und angehende Selbstständige spezialisiert hat. Diese Fachleute kennen die Fragen, die sich Freiberufler und Gewerbetreibende am Anfang ihrer neuen Tätigkeit stellen. Sie haben genügend Erfahrung mit Einsteigern und können gezielt auf ihre Unsicherheiten eingehen. Vor allem stehen sie bei der ersten Einkommensteuererklärung zur Seite. Am besten versuchst du, einen Experten bei dir vor Ort zu finden. Kurze Wege sind vorteilhaft für dich, weil sich der eine oder andere spontane Besuch in seiner Kanzlei am Anfang nicht vermeiden lässt. Vereinbare einen Termin mit deinem Berater und stelle ihm alle Fragen, die dir rund um das Thema Steuer einfallen. Vergiss auch nicht, ihn nach den Kosten für seine Leistung zu fragen, damit diese am Ende nicht zu hoch für dich sind.

3. Sorgfältige Vorbereitung gehört dazu

Du hast jetzt eine Menge Vorarbeit geleistet und bist bald soweit, deine Einkommensteuererklärung selbst zu erstellen. Im ersten Jahr überlässt du diese Aufgabe noch deinem Steuerfachmann. Um Geld zu sparen und dich günstig beraten zu lassen, nimmst du nur die steuerlichen Leistungen in Anspruch, die du unbedingt benötigst. Dazu ist eine gute Vorbereitung deiner Einkommensteuererklärung erforderlich. Im Idealfall sammelst du das ganze Jahr über alle Belege, die du am Ende von deinem Einkommen absetzen willst. Lasse dich von dem Experten professionell beraten, welche Ausgaben du absetzen darfst, um Geld zu sparen. Frage ihn auch, welcher Mitgliedsbeitrag für Versicherungen in deinem Fall absetzbar ist und ob es sich lohnen kann, ihn bei der Erstellung deiner Steuererklärung anzugeben. Lege alle Belege für das Finanzamt in einen Ordner nach Datum geordnet ab. So schaffst du eine Grundlage für eine günstige Buchführung.

4. Regelmäßige Buchhaltung erleichtert deine Arbeit

Vielleicht erscheint es dir am Anfang überflüssig, dich sofort mit dem Erstellen einer Steuererklärung zu beschäftigen. Das Formular kannst du schließlich noch am Ende des Jahres ausfüllen, glaubst du. Allerdings verlangt das Finanzamt schon im ersten Jahr deiner Tätigkeit eine Steuerzahlung von dir. Auf der Basis deiner Angaben im steuerlichen Erfassungsbogen schätzt dein Sachbearbeiter bei der Finanzbehörde die Höhe deiner Steuer im ersten Jahr. Falls du Umsatzsteuer abführen musst, ist außerdem eine Umsatzsteuer-Voranmeldung an die Finanzbehörde zu verschicken, die du zuvor ausfüllen musst. Gewöhne dir eine regelmäßige Erstellung deiner Buchführung an und halte die Fristen ein, die dir das Finanzamt setzt, damit du keine Säumniszuschläge bezahlen musst. Dein Steuerexperte hilft dir beim Ausfüllen und Abgeben der ersten Steuererklärung. Je mehr Arbeit du ihm durch gute Vorbereitung abnimmst, desto günstiger ist seine Leistung.

5. Wer fragt, lernt schneller

Im Lauf des ersten Geschäftsjahres hilft dir idealerweise dein Steuerberater bei deiner Buchhaltung. Er wird die Einkommensteuererklärung erstellen und berechnen, wie hoch deine Steuererstattung oder deine Nachzahlung ist. Beobachte ihn bei der Arbeit und prüfe die Unterlagen, die er dir schickt. Das wird sich lohnen, denn du lernst dabei sehr viel, was dir bei der Erstellung deiner Steuererklärung in Zukunft weiterhilft. Wenn du Fragen hast, sprich ihn an und lasse dir genau erläutern, wie er vorgeht. Vergiss auch die Fristen nicht, die die Steuerbehörde für die Abgabe der Erklärungen ansetzt. So lernst du Schritt für Schritt, wie du deine steuerlichen Angelegenheiten im kommenden Jahr selbst erledigst.

Wann ein Steuerberater die bessere Wahl ist

Hast du deinen Steuerfachmann ein Jahr lang bei seinen Leistungen begleitet, solltest du einschätzen können, ob du dir die Erstellung deiner Steuererklärung in Zukunft selbst zutraust oder ob du sie günstig machen lässt. Je einfacher deine private und deine berufliche Situation ist, desto leichter ist es für dich, diese Aufgabe selbst zu übernehmen. Wenn du dir aber unsicher bist, weil du einen komplexen Sachverhalt steuerlich noch nicht durchschaust, solltest du dir Hilfe bei einem Experten holen.

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Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.