Wie bekommst du eine Fristverlängerung für die Steuererklärung?

Gerade Freiberufler und Freelancer haben wenig Zeit, sich neben ihrem Kerngeschäft mit den Abgabefristen für Steuererklärungen zu beschäftigen. Doch wenn Steuerpflichtige ihre Erklärungen nicht in der vorgeschriebenen Zeit beim Finanzamt abgeben, kann dies teuer werden. Hier erfährst du das Wichtigste zu den Abgabeterminen – und wie du bei Bedarf eine Verlängerung der Frist beantragst.

Warum musst du deine Steuererklärungen abgeben?

Als Freelancer, Freiberufler oder Selbstständiger bist du verpflichtet, für jedes Jahr eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Denn anders als ein abhängig Beschäftigter zahlst du keine monatliche Lohnsteuer. Eventuell leistest du Vorauszahlungen auf deine Einkommensteuer, aber dein Gewinn und dein endgültig zu versteuerndes Einkommen stehen immer erst am Jahresende fest.

Übrigens: Du bist ebenfalls verpflichtet, eine Umsatzsteuererklärung zu erstellen, sofern du kein Kleinunternehmer bist. Diese ist in der Regel jedoch relativ einfach, weil sie im Prinzip nur die Umsatzsteuervoranmeldungen des letzten Jahres zusammenfasst.

Welche Fristen gelten?

Die elektronischen Steuererklärungen werden mit dem Elster-Verfahren übermittelt. Die Frist für die Abgabe ist gesetzlich vorgeschrieben. Demnach sind alle Steuererklärungen, die sich auf ein Kalenderjahr beziehen, spätestens sieben Monate nach Ablauf dieses Jahres abzugeben (§ 149 Abs. 2 Satz 1 AO). Die Vorschrift gilt seit dem Jahr 2019 – also für die Steuererklärung 2018 und folgende Kalenderjahre.

Vor 2019 musste die Steuererklärung Ende Mai abgegeben werden. Ein Beispiel: Die Steuererklärung für das Jahr 2017 musstest du spätestens am 31. Mai 2018 einreichen. Du hast ab 2019 also etwas mehr Zeit für die Abgabe beim Finanzamt. Ab diesem Jahr gilt, dass die Einkommensteuererklärung erst Ende Juli des nächsten Jahres fällig wird.

Übrigens: Steuerpflichtige, die eine elektronische Steuererklärungen (Elster) abgeben, erhalten in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg schon für die Steuererklärungen für das Jahr 2017 eine um zwei Monate verlängerte Frist.

2019: verlängerte Fristen, aber strengere Regelungen

Die Einkommensteuererklärung und die Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2018 müssen nach dem neuen Gesetz also erst im Juli 2019 abgeben werden. In zwei Einzelpunkten haben sich die Bedingungen für Steuerpflichtige allerdings verschärft:

  • Fristverlängerungen werden vom Finanzamt in Zukunft nur noch in Ausnahmefällen gewährt.
  • Gleichzeitig gelten mit dem neuen Gesetz strengere Folgen bei Fristversäumnissen.

Der Verspätungszuschlag beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro. Das bedeutet: Auch bei einem „Null-Steuer-Bescheid“ musst du zahlen, wenn du die Abgabefrist versäumst. Wenn du eine Erstattung bekommst, kürzt der Säumniszuschlag deinen Anspruch auf eine Steuerrückzahlung.

Mit einem Steuerberater gewinnst du Zeit

Ein Steuerberater informiert dich nicht nur darüber, wie du Steuern sparen kannst. Er verschafft dir auch etwas mehr Zeit für deine Einkommensteuererklärung. Für diese Fristverlängerung muss übrigens kein Antrag gestellt werden.

Wenn deine Einkommensteuererklärung von einem Steuerberater erstellt wird, werden sieben Monate Fristverlängerung automatisch gewährt.

So beantragst du einen Aufschub beim Finanzamt

Du kannst beim Finanzamt beantragen, den Abgabetermin hinauszuschieben. Ein Antrag auf Fristverlängerung benötigt nur ein paar Zeilen. In dieser Erklärung legst du kurz dar, warum du mehr Zeit für die Abgabe benötigst. Manchmal reicht auch ein Anruf beim zuständigen Finanzamt aus. In puncto Fristverlängerung zeigen sich die meisten Mitarbeiter beim Finanzamt größtenteils kulant. Fristverlängerungen werden manchmal auch bis zu vier Monaten gewährt.

Für diesen Antrag gibt es kostenlose Vorlagen im Internet. Gründe für eine Verlängerung der Abgabefrist sind zum Beispiel:

  • fehlende Unterlagen zu Informationen, die auf einem Formular erfragt werden
  • längere Abwesenheit, Aufenthalt im Ausland
  • eigene Erkrankung oder Erkrankung eines Angehörigen

Übrigens: Auch für die monatlichen oder vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldungen ist eine Dauerfristverlängerung möglich. Diese wirkt sich auf alle folgenden Umsatzsteuervoranmeldungen aus.

Was tun, wenn du eine Frist verpasst hast?

Als Steuerpflichtiger musst du den Abgabetermin für die Steuererklärung einhalten. Fristen gehören zu deinen Mitwirkungspflichten im Steuerrecht. Wenn du das Einreichen der Formulare einmal versäumst, solltest du dich auf jeden Fall mit dem Finanzamt in Verbindung setzen. In vielen Fällen zeigt sich das Finanzamt kulant und verlängert die Abgabefrist im Nachhinein für dich. Achte darauf, dass du deinen Antrag gut begründest.

Fazit: Eine pünktliche Abgabe zahlt sich aus

Als Unternehmer bist du verpflichtet, bei der Feststellung mitzuwirken, wie viele Steuern du für ein Kalenderjahr zahlen musst. Hierfür gibt es Fristen. Für alle Erklärungen zu einem Kalenderjahr ist dies in der Regel der 31. Juli des Folgejahres. In begründeten Ausnahmefällen sind Fristverlängerungen möglich. Voraussetzung dafür ist immer, dass du einen Antrag beim Finanzamt stellst. So vermeidest du hohe Säumniszuschläge. In aller Regel sind sieben Monate jedoch genug Zeit, um die elektronische Steuererklärung mit Elster zu erstellen.

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