Die Bedeutung der Arbeitslosenversicherung für Gründer

Seit 2006 haben Existenzgründer die Möglichkeit, freiwillige Beitragszahlungen in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung zu leisten. Was von vielen Gründern dankbar angenommen wurde, erhielt im Jahr 2011 einen Dämpfer. Seit dem 1. Januar 2011 hat sich der Name in „Antragspflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung“ geändert. Das gilt auch für die Beitragszahlungen, die nun vergleichsweise hoch sind. Wer einen Anspruch auf Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung hat und wie das funktioniert, das erfährst du hier.

Voraussetzungen für die Antragstellung auf Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung

Auch für Selbstständige ist es möglich, freiwillig eine Arbeitslosenversicherung abzuschließen und sich so gegen Arbeitslosigkeit zu schützen. Dazu stellst du einen Antrag auf Aufnahme in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung. Das ist dir möglich, wenn die nachfolgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Eine Voraussetzung ist, dass der Antragsteller in den letzten zwei Jahren, bevor er die Selbstständigkeit aufgenommen hat, zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt war.
  • Wer bereits arbeitslos war, bevor er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, ist ebenfalls berechtigt, die freiwillige Weiterversicherung zu beantragen.
  • Die selbstständige Tätigkeit muss mindestens 15 Stunden in der Woche umfassen.

Im Rahmen der Antragstellung bei der zuständigen Arbeitsagentur musst du den Nachweis erbringen, dass du dich selbstständig gemacht hast. Als Nachweis geeignet sind ein Gewerbeschein, eine Konzession, eine Bescheinigung des Steuerberaters oder ein anderer Beleg. Anderes gilt, wenn du als Gründer einen Antrag auf Gründungszuschuss eingereicht hast, der per se den Beginn deiner Selbstständigkeit dokumentiert.

Tipp: Wichtig ist, dass du den Antrag auf Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung in den ersten drei Monaten stellst, nachdem du deine selbstständige Tätigkeit aufgenommen hast.

Wer hat Anspruch auf Aufnahme in die freiwillige Arbeitslosenversicherung?

Ein sehr wichtiger Aspekt bei der Antragstellung ist der Zeitpunkt – denn die Aufnahme kann nicht zu jeder Zeit beantragt werden. Sie muss unter allen Umständen innerhalb von drei Monaten erfolgen, nachdem du dich selbstständig gemacht hast. Richtiger Ansprechpartner für die Antragstellung ist die Arbeitsagentur am Wohnort des Antragstellers. Um als Gründer die freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung beanspruchen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

  • Vor Aufnahme der Selbstständigkeit muss in den vergangenen 24 Monaten für mindestens zwölf Monate ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bestanden haben. Das bedeutet, dass du als Arbeitnehmer beschäftigt und versichert gewesen sein musst. Alternativ kommen auch ein versicherungspflichtiger Bezug von Krankengeld oder versicherungspflichtige Erziehungszeiten in Betracht. Die Versicherungspflicht muss nicht durchgängig bestanden haben, einzelne Versicherungszeiten können auch zusammengefasst werden.
  • Eine zweite Möglichkeit ist, dass du zuvor eine Entgeltersatzleistung nach dem SGB-III (Sozialgesetzbuch, drittes Buch) bezogen hast, wobei die Dauer des Bezugs unerheblich ist.

Ausgeschlossen ist die Antragstellung, wenn du bereits anderweitig versicherungspflichtig bist. Das bedeutet, dass du dich nicht freiwillig versichern kannst, wenn du bereits als Arbeitnehmer oder bei Kindererziehungszeiten pflichtversichert bist. Nicht antragsberechtigt bist du außerdem, wenn du grundsätzlich von der Versicherung befreit bist, weil du beispielsweise Soldat, Beamter oder Richter bist.

Beitragszahlungen

Die Höhe der Beitragszahlungen in die freiwillige Versicherung

Die Höhe der monatlichen Beitragszahlungen in die Versicherung ist von der Bezugsgröße abhängig. Sie wird vom Gesetzgeber festgelegt und fällt in den alten und neuen Bundesländern jeweils unterschiedlich aus. Der Beitragssatz für das Jahr 2018 liegt bei drei Prozent. Bezugsgröße ist ein fiktives Arbeitsentgelt, das in den neuen Bundesländern aktuell bei 2.695 Euro liegt. In den alten Bundesländern fällt es deutlich höher aus und wurde auf 3.045 Euro festgesetzt. Das ergibt einen monatlichen Beitrag für die Versicherung von 80,85 Euro. Er fällt geringer aus als der Beitrag im Westen, der bei 91,35 Euro liegt. Davon ausgenommen sind Gründer, für die eine Sonderregelung gilt. Existenzgründer zahlen monatlich die Hälfte, sodass sich ein monatlicher Beitrag von 40,43 Euro (Ost) und 45,68 Euro (West) ergibt. Diese Sonderregelung gilt ab dem Zeitpunkt der Gründung und für das darauffolgende Kalenderjahr, also für insgesamt zwei Jahre nach der Gründung. Der Beitrag für die freiwillige Versicherung wird an die Bundesagentur für Arbeit abgeführt.

Die Höhe des monatlichen Arbeitslosengelds für Selbstständige

Bei Arbeitnehmern orientiert sich die Höhe des Arbeitslosengeldes am Nettoverdienst der bisherigen Tätigkeit vor Beginn der Arbeitslosigkeit. Sie ist gesetzlich geregelt und beträgt 60 Prozent des pauschalierten Leistungsentgelts. Bei einem Kind oder mehreren Kindern erhöht sich das Arbeitslosengeld auf 67 Prozent. Anderes gilt für Selbstständige, deren Einkommen von Monat zu Monat unterschiedlich ausfallen kann. Deshalb ist die Grundlage für die Bemessung des Arbeitslosengeldes für Selbstständige nicht der erzielte Gewinn, sondern die Ausbildung. Danach werden Selbstständige, die Arbeitslosengeld-I beantragen, in vier verschiedene Gruppen unterteilt:

  • Ohne Ausbildung erhältst du 814,80 Euro (West) und in den neuen Bundesländern 706,80 Euro.
  • Wer einen abgeschlossenen Ausbildungsberuf hat, Meister ist oder einen Abschluss an einer Fachschule vorweisen kann, hat einen Anspruch auf eine Leistung in Höhe von 1.251,90 Euro (West) und auf 1.119,90 Euro (Ost).
  • Am höchsten fällt die Leistung für diejenigen aus, die einen Hochschul- beziehungsweise Fachhochschulabschluss haben. Dann liegt der erworbene Anspruch bei 1.443,00 Euro in den alten Bundesländern und bei einer Leistung von 1.290,30 Euro (Ost).
  • Wer in Steuerklasse-III veranschlagt wird und mindestens ein Kind hat, erhält rund 25 Prozent mehr.

Was passiert bei Eintritt der Arbeitslosigkeit?

Anspruch auf Arbeitslosengeld aus der freiwilligen Arbeitslosenversicherung haben diejenigen, die ihre Arbeit verloren haben und arbeitslos geworden sind. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Während die einen ihre Selbstständigkeit einschränken müssen, sind andere mit ihrem Unternehmen gescheitert. Allerdings müssen die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sein, um Arbeitslosengeld beziehen zu können. Das bedeutet, dass du wie andere Arbeitslose behandelt wirst und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen musst. Du bist verpflichtet, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Arbeitslosigkeit zu beenden. Du musst jede zumutbare Beschäftigung aufnehmen, die dir die Arbeitsagentur vermittelt, auch wenn sie nicht deiner Qualifikation entspricht.

Du hast auch die Möglichkeit, dir zum Arbeitslosengeld etwas hinzuzuverdienen. Bis zu 165 Euro darfst du behalten, während darüber hinausgehende Einnahmen vom Arbeitslosengeld abgezogen werden. Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes orientiert sich an der Einzahlungsdauer der Beitragszahlungen in die Versicherung in den vergangenen zwei Jahren, bevor du arbeitslos geworden bist. Wer zwei Jahre einen monatlichen Beitrag in die Versicherung gezahlt hat, hat Anspruch auf Leistungen und bezieht zwölf Monate Arbeitslosengeld, während sich der Anspruch aus der freiwilligen Versicherung bei zwölf Beitragsmonaten auf sechs Monate reduziert.

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