Gesetzlich vs. privat: Welche Unfallversicherung eignet sich für Selbstständige?

Ob in privatem Rahmen oder in Zusammenhang mit deiner beruflichen Tätigkeit: Unfälle geschehen schnell, meist unvorhersehbar – und sie können dein Leben nachhaltig verändern. Selbstständige sind davon in besonderem Maße betroffen: Können sie ihrer Arbeit unfallbedingt für eine gewisse Zeit nicht nachgehen, ist die Situation schnell existenzbedrohend. Grund genug, dich intensiver mit den Möglichkeiten einer Absicherung bei Unfällen auseinanderzusetzen. Zur Wahl stehen dabei grundsätzlich die gesetzliche Unfallversicherung und private Policen.

Gesetzliche Unfallversicherung: Freiwilliges Mitglied einer Berufsgenossenschaft

Nicht nur Arbeitnehmer können vom gesetzlichen Versicherungsschutz profitieren: Sowohl Arbeitgeber als auch Selbstständige und Freiberufler haben die Möglichkeit, im Rahmen einer freiwilligen Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft von den gesetzlichen Leistungen zu profitieren. Dass dieses Angebot durchaus interessant sein kann, darauf weist unter anderem der Bundesverband der freien Berufe hin.

Was leistet die gesetzliche Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung leistet ausschließlich bei Arbeitsunfällen, Unfällen auf dem Arbeitsweg und Berufskrankheiten. Sie übernimmt die Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen, Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel – unabhängig davon, wer den Unfall verursacht hat und an Stelle einer Krankenversicherung. Für Unfallopfer übernimmt die Versicherung die Organisation der medizinischen Behandlung, schafft bei Bedarf ein behindertengerechtes Umfeld und unterstützt Versicherte bereits während der Rehabilitationsphase, damit sie ihrem Beruf wieder nachgehen können. Bei Invalidität zahlt der Versicherungsträger eine Verletztenrente aus. Das Verletztengeld erhalten Versicherte während ihrer Arbeitsunfähigkeit.

Kosten der gesetzlichen Unfallversicherung

Abhängig ist der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung zum einen von den Ausgaben der Versicherung, da diese ausschließlich kostendeckend und ohne Gewinnabsicht arbeitet. Zum anderen hängt die Beitragshöhe von der Lohnsumme der Mitarbeiter deines Unternehmens bzw. der Höhe deines Einkommens ab.

Konkret berechnet sich der Beitrag aus Lohnsumme, Gefahrklasse und einer Umlageziffer. Die Gefahrklasse richtet sich nach der Art deiner Arbeit und deinem Arbeitsort. Die Umlageziffer wird jedes Jahr neu vom Vorstand der Berufsgenossenschaft beschlossen. Sie gibt die Beitragshöhe je 1.000 Euro Lohnsumme in der Gefahrklasse 1 an. Unterm Strich, so die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), liegt der durchschnittliche Beitragssatz zur gesetzlichen Unfallversicherung bei 1,3 Prozent.

Freiwilliges Mitglied werden – wie funktioniert das?

Gründest du ein neues Unternehmen, musst du es binnen einer Woche nach der offiziellen Gründung beim zuständigen Unfallversicherungsträger anmelden, um deine Angestellten abzusichern. Für Solo-Selbstständige und Freiberufler besteht diese Pflicht nicht – sie können aber ebenso wie Geschäftsführer freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Unfallversicherung werden.

Der DGUV zufolge erfolgt die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft, die deiner Hauptbranche bzw. deinem Tätigkeitsschwerpunkt entspricht. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) ist zum Beispiel für Rechtsanwaltskanzleien, Architektur- und Ingenieurbüros zuständig. Den richtigen Ansprechpartner erfährst du entweder bei den einzelnen Genossenschaften oder bei der DGUV.

Umfangreicher Versicherungsschutz in der privaten Unfallversicherung

Unabhängig von einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Unfallversicherung steht es dir frei, die Leistungen einer privaten Unfallversicherung in Anspruch zu nehmen. Als Versicherungsträger fungieren private Versicherungen, also privatwirtschaftliche Konzerne mit Gewinnabsicht.

Der wohl größte Unterschied zur gesetzlichen Versicherung besteht darin, dass die private Unfallversicherung für alle Lebensbereiche einschließlich des Freizeit- und Hobbybereichs gilt.

In der Regel kann jeder Interessent einen Versicherungsvertrag mit einem Anbieter seiner Wahl abschließen. Die Versicherung entscheidet auf Grundlage der Angaben, ob ein Interessent als Vertragspartner infrage kommt. Wichtig: Beantworte alle Fragen der Unfallversicherung wahrheitsgemäß! Falsche oder unvollständige Angaben können zum Leistungsausschluss führen.

Was leistet die private Unfallversicherung?

Die private Unfallversicherung gilt in der Regel weltweit und zahlt grundsätzlich für Folgen eines Unfalls, etwa für Zahnersatz, Bergungskosten, kosmetische Operationen, eine Haushaltshilfe usw. Die wohl wichtigste Leistung ist eine Zahlung entsprechend des Invaliditätsgrades, entweder in Form einer Einmalzahlung oder in Form einer Rente. Abgedeckt sind meist Arbeits- und Sportunfälle, aber zum Beispiel auch die Folgen von Infektionen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Tauchschäden und Rettungseinsätzen. Der genaue Leistungsumfang richtet sich nach Tarif und Anbieter und ist in der Versicherungspolice im Detail vermerkt. Übrigens: Invalidität infolge einer Krankheit fällt in die Zuständigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung und wird in der Regel nicht von der privaten Unfallversicherung abgedeckt.

Was kostet die private Unfallversicherung?

Die Kosten einer privaten Police richten sich zum einen nach deinem persönlichen Risiko und zum anderen nach dem gewünschten Versicherungsumfang. Ein hoher Grundbetrag, eine hohe Gliedertaxe und optionale Leistungen wie eine Todesfallleistung oder ein Krankenhaustagegeld erhöhen die Versicherungskosten. Kosten sparen kannst du mit einem unabhängigen Unfallversicherung Vergleich (zum Beispiel durch die Stiftung Warentest) und einer jährlichen Beitragszahlung statt monatlicher oder quartalsweiser Zahlweise.

Gesetzliche oder private Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung mindert die finanziellen Folgen eines Unfalls und hilft dir im besten Fall dabei, schnell wieder gesund und arbeitsfähig zu werden. Im schlimmsten Fall musst du zwar mit dauerhaften Schäden und Einschränkungen leben, erhältst aber je nach Vertrag und Tarif eine monatliche Rente oder Einmalzahlung, die dir finanziell unter die Arme greift. Im Idealfall ergänzen sich gesetzliche und private Unfallversicherung dabei und bieten einen umfassenden Schutz vor großen finanziellen Einbußen. Welche der Versicherungsarten für Unternehmer und Freiberufler sinnvoller ist, kannst du nur selbst anhand deiner Risikofaktoren abschätzen. Tipp: Lehnen dich private Versicherungen aufgrund deines Unfallrisikos ab, kann eine Anmeldung bei der gesetzlichen Unfallversicherung trotzdem erfolgreich sein.

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