Warum sollte ich Freelancer werden?

Fachkräfte aus der IT-Branche, Architekten oder Dozenten sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Doch selbst internationale Großkonzerne erleben Phasen, in denen sie ihren topbezahlten Mitarbeitern kündigen müssen. Häufig bietet man einer Spitzenfachkraft dann die Rückkehr als Freelancer an. Ob es für dich in Frage kommt, freiberuflich zu arbeiten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bevor du dich für eine Arbeit als Freiberufler entscheidest, solltest du prüfen, ob folgende drei Aspekte für dich attraktiv sind.

Vorteil 1: Vielfältige Aufgaben sprechen für die freien Berufe

Als Arbeitnehmer oder ehemaliger Angestellter bist du vermutlich ein gewisses Maß an Stabilität bei deiner Arbeit gewöhnt. Du weißt, wann welche Aufgaben zu erledigen sind, wann eine „heiße Phase“ in einem Projekt ansteht, und wann du dich entspannt zurücklehnen kannst. Wenn du ein Projekt freiberuflich begleitest, ist das anders. Vor allem, wenn du für mehrere Kunden gleichzeitig einen Auftrag betreust, ist dein Aufgabenspektrum innerhalb kurzer Zeit sehr vielfältig. Als Freiberufler darfst du also damit rechnen, dass jeder Auftrag anders sein kann als alles, was du bereits kennst.

Sofern du Abwechslung und Spannung in deinem Job magst und wenn du dich immer wieder auf neue Kunden einstellen kannst, hast du vermutlich viel Freude an deinem freien Beruf. Empfindest du es als keine Herausforderung, immer wieder neue Aufträge an Land zu ziehen und dein Wissen zum Beispiel als IT-Freelancer für ständig wechselnde Unternehmen zur Verfügung zu stellen, bist du voraussichtlich gut geeignet für den Weg als Freelancer.

Wenn dein bisheriger Arbeitgeber zu deinem Kunden wird, stellst du ihm dein Know-how als freier Mitarbeiter im ersten Schritt sicher gerne zur Verfügung. Das muss aber keinesfalls so bleiben. Vielleicht meldest du dich im nächsten Schritt bei einer Freelancer-Plattform an und baust deine Selbstständigkeit dann weiter aus. Im Laufe der Zeit wirst du weitere Kunden gewinnen und neue Projekte übernehmen. Als Freiberufler kannst du mit deinem eigenen Unternehmen arbeiten – für wen du willst – und erfindest dich mit jedem Auftrag neu. Diese Vielfalt der Projekte genießen viele Selbstständige besonders, denn in diesem Punkt unterscheidet sich deine Arbeit als Freiberufler ganz erheblich von dem Job als Arbeitnehmer.

Vorteil 2: Freigeister bevorzugen ihre Unabhängigkeit

Ein weiterer großer Vorteil der Selbstständigkeit ist deine Unabhängigkeit. Du kannst als Freelancer nicht nur wählen, für welche Kunden und welche Projekte du dich in Zukunft einsetzen willst. Du legst auch den Umfang und den Ort deiner selbstständigen Tätigkeit eigenständig fest. Während du als Arbeitnehmer an die Weisungen deines Vorgesetzten gebunden bist, ist das in deinem eigenen Unternehmen ganz anders. Als Freelancer darfst du jederzeit und überall arbeiten, sofern es das Projekt mit deinem Kunden zulässt.

Vielleicht hast du schon einmal den Begriff des „digitalen Nomaden“ gehört. Er ist davon abgeleitet, dass viele Freelancer heute nicht mehr bei ihrem Auftraggeber vor Ort tätig sind, sondern von zu Hause, oder von einem beliebigen anderen Ort aus, kreativ sein können. Schnelles Internet, leistungsfähige Computer und stabile Netzwerke machen virtuelle Jobs in einer Form möglich, die noch vor wenigen Jahren nicht denkbar war.

Viele Freelancer schätzen es sehr, ihr eigener Chef zu sein und ihre eigenen Arbeitszeiten zu haben. Wenn du ein Freigeist bist, wirst du vermutlich in erster Linie die Unabhängigkeit des Freelancer-Daseins bevorzugen. Sofern du es natürlich aus deiner alten Arbeitnehmertätigkeit gewohnt bist, weisungsbefugt zu arbeiten, fällt dir die freiberufliche Tätigkeit am Anfang vielleicht noch schwer. Schritt für Schritt gewöhnst du dich aber sicher daran und genießt es bald, dein eigener Chef zu sein.

Vorteil 3: Freelancer verdienen häufig mehr Geld

Unabhängig davon, ob du dich aufgrund einer drohenden Entlassung für eine Arbeit als Freelancer entscheidest oder ob du selbst festlegst, zukünftig als Selbstständiger zu arbeiten, solltest du zuerst deine Verdienstmöglichkeiten prüfen. Vielleicht hast du den Arbeitsmarkt in deiner Branche schon längere Zeit beobachtet. Unter Umständen hast du bereits herausgefunden, welcher Stundenlohn für deine Arbeit üblich ist. Informiere dich gründlich, wie viel Geld ein Freiberufler pro Stunde für deine Tätigkeit verdient. Vergleiche diesen Betrag dann mit deinem heutigen Stundenlohn. Berücksichtige den Brutto- und den Nettobetrag, denn von deinen Bruttoeinkünften als Freiberufler geht natürlich noch die Steuer ab. In der Regel sollten dir diese ersten Daten schon einen Anhaltspunkt geben, ob es aus finanziellen Gründen interessant ist, den Weg des Freelancers zu gehen.

Berücksichtige bei deiner Recherche auch, welche Bandbreite für den Stundenlohn gegeben ist. Wenn es dein erster Auftrag ist, verdienst du vielleicht noch nicht so viel wie mit zunehmender Erfahrung. Wenn sich der Stundensatz über eine größere Spanne erstreckt, solltest du nicht den Fehler machen, am unteren oder am oberen Ende der Skala anzusetzen. Bedenke, dass du mit deinem eigenen kleinen Unternehmen noch Raum für Entwicklungen brauchst. Vielleicht willst du deinen Lohn als Freelancer im Laufe der Zeit noch etwas anheben. Unter Umständen machst du ihn in Zukunft auch von deiner Kapazität abhängig. Versuche, in dieser Phase deiner Entscheidungsfindung ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Gehalt ein Freelancer in deiner Branche pro Stunde für seine Aufgaben verlangen kann. Liegt der Stundensatz über deinem heutigen Einkommen, spricht das auf jeden Fall dafür, zukünftig selbstständig zu arbeiten.

Tipp: Einen geregelten Arbeitsalltag finden

Um dein Einkommen als angehender Freelancer genauer zu kalkulieren, solltest du neben dem Stundenlohn noch die Zahl der Wochenstunden berechnen. Der Begriff Freelancer suggeriert natürlich, dass du jederzeit für deine potenziellen Kunden da bist. Du könntest im Prinzip rund um die Uhr arbeiten. Als Freiberufler darfst du grundsätzlich natürlich auch am Wochenende kreativ sein. Der Freiberufler-Status gibt dir hier alle Möglichkeiten, die du in vollem Umfang nutzen kannst.

Vielleicht wirst du im ersten Jahr deines Freelancer-Daseins sehr viel arbeiten, um allen Auftraggebern gerecht zu werden. Bedenke aber, dass du nur eine bestimmte Kapazität hast. Vor allem IT-Projekte verlaufen in Phasen, sodass du manchmal extrem viel zu tun hast, während es dann wieder wochenlang ruhig verläuft. Solche Abschnitte musst du bei der Planung deiner Kapazität berücksichtigen. Vor allem musst du auch bedenken, dass du und dein Körper Ruhepausen für die Erholung brauchen. Begrenze deshalb die Zahl deiner Wochenstunden auf ein Limit, dass du gesundheitlich vertreten kannst.

Als Freiberufler bist du für deine Planung selbst verantwortlich. Das heißt aber auch, dass du leicht über deine Kräfte gehst, wenn du nicht sorgsam planst. So wichtig es ist, ordentlich zu verdienen, so sehr musst du als Freiberufler mit deiner Zeit und deiner Energie haushalten, um dir nicht auf Dauer gesundheitlich zu schaden.

Der Unterschied zwischen Freelancer und Freiberufler

Die Begriffe Freiberufler und Freelancer werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber zwei ganz unterschiedliche Dinge.

Freelancer sein bedeutet, dass du, häufig auf Projektbasis, selbstständig für Unternehmen arbeitest. Der Begriff Freiberufler dagegen kommt aus dem Steuerrecht und bezeichnet bestimmte Berufsgruppen, die kein Gewerbe anmelden müssen und einige steuerliche Vorteile genießen.

Hinweis: Diese Rolle spielt das Finanzamt

Du hast nun anhand der Kriterien Vielfalt, Unabhängigkeit und Verdienst prüfen können, ob du dir in Zukunft den Weg des Freelancers vorstellen kannst. Vielleicht kommst du zu dem Ergebnis, dass du gerne vielfältige Jobs übernimmst, du deine Unabhängigkeit liebst und dich auch die Verdienstmöglichkeiten reizen. Vergiss aber nicht, die Frage nach den Steuern mit dem Finanzamt zu klären.

Zur steuerlichen Erfassung deiner freiberuflichen Tätigkeit schickt dir dein Finanzamt einen Fragebogen zu. Dort musst du deine voraussichtlichen Einnahmen angeben. Auf dieser Basis wird deine Steuervorauszahlung angesetzt. Dein örtlich zuständiges Finanzamt ist der Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Steuer als Freelancer. Vergiss auch nicht, von deinen Einnahmen eine größere Summe für die Steuerzahlungen zurückzulegen, damit dir nicht irgendwann eine unerwartete Steuernachzahlung droht, für die du keine Rücklagen hast. Wenn du hier jetzt noch mit der gebotenen Sorgfalt vorgehst, dürfte das Dasein als Freelancer für dich ideal sein.

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