Was bringt mir eine Kostenträgerrechnung?

Als Selbstständiger sollte man die Kosten seines Betriebs ständig im Auge behalten und optimieren. Dazu muss man wissen, von welchem Produkt sie verursacht werden. Durch die Aufteilung auf die einzelnen Kostenträger erhält man einen Überblick, mit dem man in der Praxis arbeitet, um die Ausgaben gezielt zu senken. Ergänzt wird die Kostenträgerrechnung durch die Kostenarten und die Kostenstellen. Allerdings lohnt sich der Aufwand erst ab einer gewissen Größe des Betriebs.

Wozu du eine Kostenrechnung brauchst

In großen Unternehmen wird die Kostenrechnung meist vom Controlling erstellt. Als Gründer fragst du dich vermutlich, ob du den Aufwand betreiben musst, eine Kostenträgerrechnung anzufertigen. Um das zu beurteilen, musst du verstehen, wie dieses Instrument funktioniert. Aufgabe der Kostenrechnung ist es, alle Kosten, die in deiner Firma anfallen, zu erfassen und transparent zu machen. Nur dann kannst du sie steuern. Die Kostenrechnung lässt sich dazu unterteilen in die Kostenartenrechnung, die Kostenstellenrechnung und die Kostenträgerrechnung.

Jede dieser Rechnungen betrachtet die Entstehung der Gemeinkosten aus einem bestimmten Blickwinkel. Wichtig ist die Kostenträgerrechnung, damit du deine Selbstkosten ermittelst. Während du Einzelkosten jedem einzelnen Produkt direkt zurechnen kannst, fallen die Gemeinkosten für alle Produkte gemeinsam an. Die Kostenträgerrechnung hilft dir dabei, sie jedem einzelnen Kostenträger zuzuordnen. Darauf aufbauend verbesserst du die Kalkulation deiner Verkaufspreise. Die Ermittlung der Kosten für die Kostenträger ist also sehr wichtig, trotzdem hängt es vom Umfang deiner Geschäftstätigkeit ab, welchen Aufwand du dazu betreibst.

Wie du Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträger unterscheidest

Wenn du noch nie etwas mit der Kostenrechnung zu tun hattest, fällt dir die Differenzierung sicher schwer. Trotzdem solltest du die Definition dieser drei Grundbegriffe des internen Rechnungswesens kennen. Unter der Kostenart versteht man die Art der Kosten, die du zu zahlen hast. Typisch dafür sind zum Beispiel Miete, Telefongebühren oder Versicherungen. Eine Kostenstelle gibt dagegen an, welche Abteilung diese Kosten verursacht hat. Beispielsweise fallen im Vertrieb, im Verkauf, in der Buchhaltung und im Marketing Kosten an. Die Kostenträger sind schließlich die Produkte oder Leistungen, die ein Unternehmen anbietet. In einer Schreinerei sind typische Kostenträger zum Beispiel die hergestellten Schränke, Tische oder Bänke. Dein eigenes Rechnungswesen baust du auf dieser Grundlage in drei Schritten auf.

So stellst du deine Kostenrechnung zusammen

Ziel deiner Kalkulation ist es, einen vollständigen Überblick über die Herstellkosten deiner Produkte und Dienstleistungen zu erhalten. Das folgende Verfahren hilft dir dabei, die entstandenen Kosten zu ermitteln und zuzuordnen.

  1. Trage die Kostenarten mit den anfallenden Kosten zusammen.
  2. Teile die Kosten den Kostenstellen zu.
  3. Ermittele den Anteil der Kostenträger.

Wie du dazu vorgehst, erfährst du in den nächsten Absätzen.

1. Wie du die Arten der Kosten herausfindest

Am besten sammelst du dazu alle Belege, die dir deine Buchhaltung rund um die einzelnen Kostenarten bietet. Dazu gehören Telefon- und Mobilfunkabrechnungen, Mieten, Zinsen, Strom, Heizung, Einkäufe und jegliche anderen Kosten, die du für dein Unternehmen zahlst. Dann trägst du sie in einer Tabelle ein und addierst die Summe am Ende auf. So erhältst du Monat für Monat einen Überblick, welche Arten an Kosten du zu zahlen hast.

2. Wie du die Kosten dem Verursacher zuordnest

Im nächsten Schritt versuchst du, die ermittelten Kosten der verursachenden Abteilung zuzurechnen. Auf der Telefonabrechnung siehst du vielleicht, mit welcher Telefonnummer aus welcher Abteilung gesprochen wurde. Diese Einzelkosten kannst du dem Verursacher leicht zuordnen. Schwierig wird es bei Kosten, bei denen nicht eindeutig erkennbar ist, in welcher Höhe sie von einem einzelnen Verursacher ausgelöst wurden. Diese angefallenen Kosten kannst du unter Umständen anteilig mit Hilfe eines verständlichen Schlüssels aufteilen.

3. Wie du die Kosten dem Kostenträger zuführst

Im letzten Schritt geht es darum, die Herstellkosten vollständig transparent zu machen und alle Kosten dem jeweiligen Kostenträger zuzuteilen. Dazu musst du überlegen, welche Kostenträger es in deinem Unternehmen gibt. Ist deine Firma noch recht klein, hast du vielleicht nur wenige Produkte und Dienstleistungen, die du anbietest. Durch die Kostenträgerrechnung findest du heraus, welche Leistungen zu teuer produziert werden. So identifizierst du Handlungsbedarf bei der Senkung deiner Ausgaben.

Ein hilfreicher Tipp zum Schluss

Gerade für junge Gründer kann es sehr schwierig sein, eine fundierte Kostenträgerrechnung zu erstellen. Häufig ist sie erst interessant, wenn deine Firma eine gewisse Größenordnung erreicht hat. Dieses Verfahren hilft dir bei der Ermittlung der Gesamtkosten und bei der Aufteilung. Ist dir das am Anfang zu komplex, genügt es, dich zunächst auf die Gesamtkosten zu konzentrieren und diese zu verringern, um deinen Gewinn zu erhöhen.

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