Was ist ein Kreditor?

Wenn du bei einem Lieferanten Ware bestellst, ist dieser dein Kreditor (credere = glauben/anvertrauen), denn in der Regel wird auf Rechnung geliefert. Dein Zulieferer und Kreditor vertraut darauf, dass du zu einem späteren Zeitpunkt bezahlst. Als Kreditor geht der Lieferant also in Vorleistung. Aufgrund der offenen Rechnung ist dein Unternehmen der Debitor, also der Schuldner. Was du sonst noch zu diesem Thema wissen solltest, erfährst du im folgenden Text.

Erklärung laut Rechnungswesen

Laut Definition des deutschen Rechnungswesens ist ein Kreditor ein Gläubiger, der Forderungen gegen eine andere Partei aus Lieferungen und Leistungen hat. Natürliche Personen, juristische Personen des öffentlichen Rechts und Unternehmen können Kreditoren sein. Eventuell ist deine finanzielle Lage nicht so gut aufgestellt, dass deine Firma komplett über Eigenkapital finanziert ist. Wenn du Fremdkapital aufgenommen hast, sind wahrscheinlich eine oder mehrere Kreditinstitute und/oder private Investoren deine Gläubiger und Kreditgeber, während du Schuldner beziehungsweise Kreditnehmer bist.

Kreditorenbuchhaltung und Debitorenbuchhaltung

Als Teil der Finanzbuchhaltung verbucht die Kreditorenbuchhaltung alle aus Lieferungen und Leistungen resultierenden Verbindlichkeiten und überwacht die Fälligkeiten. Zahlungsfristen fallen unterschiedlich aus, häufig werden Beträge von Rechnungen innerhalb von 30 Tagen fällig. Es gibt jedoch auch individuell vereinbarte Zahlungsfristen, denn du und deine Geschäftspartner sind hinsichtlich dieser Vereinbarungen völlig frei. Häufig wird ein Nachlass, zum Beispiel Skonto, gewährt, wenn du die maximale Zahlungsfrist nicht verstreichen lässt und die Rechnungssumme früher bezahlst.

Die Buchhaltung deines Zulieferers wird als Debitorenbuchhaltung bezeichnet, die ebenso die Fälligkeiten überwacht. Während die Kreditorenbuchhaltung die Fälligkeitstermine im Blick behält, damit die gesetzten Zahlungsfristen eingehalten werden, überwacht die Debitorenhaltung deines Zulieferers die ausstehenden Forderungen. Wenn du es versäumst, pünktlich zu bezahlen, leitet die Debitorenhaltung ein Mahnverfahren ein.

Was passiert, wenn der Debitor der Zahlungsaufforderung nicht nachkommt?

Ein Gläubiger läuft immer Gefahr, dass sein Debitor bzw. Schuldner das Geld für die erbrachte Leistung nicht oder zu spät überweist. Einen Totalausfall erleidet der Kreditor, wenn sein Schuldner in die Insolvenz geht und seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Um sich vor diesen Risiken zu schützen, wird häufig ein sogenanntes Kreditorenlimit vereinbart. Dieses legt den maximalen Betrag fest, zu dem auf Vorkasse geliefert wird. Bei Überschreitung dieses Limits werden weitere Warenanlieferungen mit sofortiger Wirkung eingestellt, bis die Gutschrift der geforderten Summe erfolgt. Tritt eine längerfristige Zahlungsstörung ein, ist dein Vertragspartner berechtigt, bereits gelieferte Produkte zurückzufordern.

Auch die Bank sichert sich gegen Zahlungsausfälle ab, indem sie die Bedingungen für gewährte Kredite vertraglich genau festlegt. In diesem Fall wird eine Kreditrahmenlinie vereinbart, die eine betragsmäßige Obergrenze festlegt. Für Kreditinstitute bestehen viele Möglichkeiten der Kreditabsicherung, zum Beispiel über Hypotheken, Versicherungen, Bürgschaften und individuelle Vertragsvereinbarungen. Dir als Kreditor stehen dagegen nicht so viele Möglichkeiten der Kreditabsicherung zur Verfügung. Der einzige Weg, dich vor einem Zahlungsausfall zu schützen, besteht darin, einen Eigentumsvorbehalt zu vereinbaren. Mit diesem Eigentumsvorbehalt bleibt die gelieferte Ware bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Zulieferers. Um eine schnelle Zahlung zu erreichen, werden häufig verkürzte Zahlungszeiträume in Form von Skonto angeboten. Bei Debitoren mit besonders gutem Zahlungsverhalten ist auch eine Zahlungsfrist von neunzig Tagen möglich.

Offene-Posten-Buchhaltung

Hierbei handelt es sich um die vereinfachte Form der Buchhaltung für kleinere Unternehmen, die gemäß § 146 Abgabenordnung zulässig ist, vorausgesetzt, sie entspricht den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung. Ein- und ausgehende Rechnungen buchst du während des Geschäftsjahres nicht, sondern du heftest sie als geordnete Belegsammlung ab und führst sie als offene Posten im Kontokorrent. Mit der Aufbewahrung der Papierbelege ist die Aufbewahrungspflicht erfüllt. Die geordnete Belegsammlung verzeichnet die Funktion eines Journals, erst die Zahlung wird gegen ein Sachkonto verbucht. Mit dieser vereinfachten Form der Buchung ist lediglich ein Geschäftsvorfall des Einkaufs zu verbuchen – anstatt zwei Buchungen wie bei der konventionellen Buchungsmethode. Es handelt sich um ruhende Konten, deren Posten du erst mit dem Jahresabschluss gemeinsam mit den zum Bilanzstichtag noch offenen Rechnungen verbuchst. Um die Vervollständigung der Bücher zu erreichen, musst du die offenen Posten auf den ruhenden Konten verbuchen.

Idealerweise arbeitet dein Unternehmen mit dem ERP-System. Dies ist eine Software-Lösung, die aufgrund ihrer vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten alle Unternehmensbereiche vom Rechnungswesen bis zum Einkauf abdeckt. Alle Geschäftsprozesse und betrieblichen Daten werden im System integriert und entsprechend der Wertschöpfungskette miteinander verknüpft.

Was ist ein debitorischer Kreditor?

Als Kreditor hat dein Zulieferer Forderungen gegen dich als Debitor aufgrund nicht bezahlter Warenlieferungen. Wenn du als Debitor jedoch Forderungen gegenüber deinem Zulieferer hast, wirst du zum debitorischen Kreditor. Ansprüche entstehen zum Beispiel durch Bonuszahlungen, Anzahlungen, Gutschriften oder Doppelbuchungen. Kreditorenkonten werden als Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Bilanz verbucht. Das debitorische Kreditorenkonto darf sich nicht Schulden mindernd auswirken. Daher werden die entsprechenden Beträge als Guthaben auf der Aktivseite verbucht.

Wie berechnet sich das Kreditorenziel?

Mit dem Kreditorenziel wird das Zahlungsverhalten des Debitors ermittelt. Das Zahlungsverhalten wiederum sagt aus, wie lange es dauert, bis ein Debitor seine Schulden begleicht. Mit dieser Kennzahl weiß der Kreditor, wie der Debitor die gewährten Zahlungsfristen ausnutzt. Wie berechnet sich diese Kennzahl? Die Forderungen werden durch den Materialaufwand geteilt. Diese Berechnung erfolgt im Rechnungswesen oder Controlling. Das Ergebnis dieser Berechnung wird multipliziert mit 365.

Wie wird der passende Lieferant ermittelt?

Nicht nur dein Kreditor in seiner Rolle als Zulieferer muss wissen, ob sich ein Vertrag mit dir als Geschäftspartner lohnt. Als Unternehmer musst du mit passenden und vertrauenswürdigen Zulieferern zusammenarbeiten. Nur so können auf Dauer die Marktposition deiner Firma und eine gleichbleibend gute Lieferqualität gesichert werden. Nicht nur der Kreditor geht mit dieser Geschäftsbeziehung Risiken ein, sondern auch du als Unternehmer in der Rolle des Debitors. Während der Kreditor die Gefahr des Zahlungsausfalls eingeht, besteht für dich die Gefahr der verspäteten oder der nicht erfolgten Lieferung. Ein Lieferausfall oder eine verspätete Warenanlieferung führen zu Engpässen in der Produktion und lösen einen Dominoeffekt aus. Deine Kunden verlassen sich ihrerseits auf eine pünktliche Warenlieferung. Du bist also nicht nur Debitor, sondern auch Kreditor.

Wie erfolgt die Lieferantenbewertung?

Die sogenannte 6R-Regel ermittelt, ob ein Geschäftsvertrag zustande kommt oder nicht. Das richtige Produkt muss in der richtigen Menge in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit zu den richtigen Kosten am richtigen Ort geliefert werden. Anhand dieser 6R-Regel werden alle für bestimmte Produkte infrage kommenden Zulieferer nach einheitlichen Kriterien bewertet. Auf diese Weise kannst du die einzelnen Angebote miteinander vergleichen und so den passenden Zulieferer bestimmen.

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