Welche Kosten kommen auf mich für die Steuererklärung zu?

Wer sich als Unternehmer Hilfe für die Steuererklärung sucht, muss die Kosten für die Beratung tragen. Doch das Finanzamt zeigt sich großzügig und erlaubt den Steuerpflichtigen, die Kosten für den Steuerberater im Folgejahr als Betriebsausgaben von der Steuer abzusetzen. Dadurch verringern sich die zu versteuernden Einkünfte und der Selbstständige muss weniger Steuern zahlen. Gleichzeitig sorgt der Berater dafür, dass alle Aufwendungen in der Steuererklärung angegeben und wichtige Fristen eingehalten werden.

Was kostet eine Steuererklärung für Selbstständige?

Jeder Selbstständige ist verpflichtet, einmal im Jahr eine Steuererklärung abzugeben. Das gilt auch für Kleinunternehmer mit einem geringen Umsatz. Bei der Erklärung sind viele Einzelheiten zu bedenken. Um keinen Fehler zu machen und Geld zu sparen, stehen den Steuerpflichtigen verschiedene Helfer und Hilfsmittel zur Verfügung. Je nachdem, wofür du dich entscheidest, entstehen dir unterschiedlich hohe Ausgaben:

  • Online-Finanzamt der Finanzbehörden mit dem Namen ELSTER
  • spezielle Software zur Steuerberatung
  • Steuerberater

Tipp: ELSTER – das fast kostenlose Online-Finanzamt

Das Online-Finanzamt der Finanzbehörden ist für die meisten Anwendungen kostenlos. Nur wenn sich der Nutzer mit einem Sicherheitsstick oder einer Signaturkarte anmelden möchte, fallen Kosten für diese Zugangswege an. Die Aufwendungen für den Stick, die Karte und den Kartenleser kann der Steuerzahler aber ebenfalls als Steuerberatungskosten absetzen.

Geringe Kosten für Steuerberatungssoftware

Für Selbstständige gibt es eine große Auswahl an spezieller Software, die bei der Steuererklärung hilft. Der Steuerpflichtige erhält entweder eine CD mit dem Steuerberatungsprogramm oder er kann sich die Software herunterladen. Die meisten Anbieter verlangen eine einmalige Gebühr für die Erstanmeldung. Das jährliche Update wird dann häufig zu einem geringeren Preis angeboten. Für jeden Kauf erhält der Kunde ein Rechnungsformular, damit er den Betrag steuerlich absetzen kann.

Steuerberater helfen in allen steuerlichen Angelegenheiten

Ein Steuerberater und seine Mitarbeiter übernehmen zahlreiche Aufgaben für ihre Klienten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Steuererklärungen anfertigen und versenden
  • Steuerbescheide prüfen
  • Jahresabschlüsse und Bilanzen erstellen
  • Buchhaltung der Mandanten führen
  • Klienten gegenüber Behörden vertreten
  • über Steuersparmöglichkeiten beraten

Für eine Steuerberatung fallen die höchsten Kosten an. Der Steuerberater darf dir aber keine Gebühren in beliebiger Höhe berechnen. Alle Honorare sind in der Steuerberatungsgebührenordnung (StBVV) geregelt. Die Gebührenordnung legt auch eine Minimalgebühr und eine Maximalgebühr für jede Leistung fest. Als Richtwert gilt die sogenannte Mittelgebühr, die etwas unter der rechnerischen Mitte zwischen Minimalgebühr und Maximalgebühr liegt. Wenn der Berater stark nach oben von der Mittelgebühr abweicht, muss er die höheren Kosten genau begründen.

Lohnsteuerhilfevereine nur für Privatpersonen

Es gibt in Deutschland auch zahlreiche Lohnsteuerhilfevereine. Diese Vereine dürfen aber nur Privatpersonen mit Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit beraten. Daher können Selbstständige, Freiberufler und Freelancer die kostengünstigen Angebote der Lohnsteuerhilfevereine nicht nutzen. Außerdem dürfen Privatpersonen die Kosten nur dann als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn es sich um die Ermittlung der Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit handelt.

Alle Steuerberatungskosten angeben

Je nachdem, für welche Hilfe du dich entscheidest, fallen unterschiedlich hohe Gebühren für die Beratung an. Du kannst aber sämtliche Ausgaben für Steuerberatungskosten in der Einkommensteuererklärung angeben, um Geld zu sparen. Auch Fachliteratur, Fahrten zum Steuerberater oder zum Finanzamt sowie Porto und Telefonkosten darfst du steuerlich geltend machen.

Wo kann ich die Kosten für den Steuerberater eintragen?

Seit 2006 stellen die Steuerberatungskosten keine Sonderausgaben mehr dar. Stattdessen müssen die Aufwendungen als Werbungskosten bei Privatpersonen beziehungsweise als Betriebsausgaben bei Selbstständigen angegeben werden. Angestellte nutzen die Anlage-N in der Steuererklärung.

Für Selbstständige verschiedene Anlagen

Bei Selbstständigen unterscheidet das Steuerrecht zwischen diesen Anlagen, in denen die Kosten für die steuerliche Beratung eingetragen werden können:

  • Freiberufler: Anlage-S
  • Gewerbetreibende: Anlage-G
  • Landwirte und Forstwirte: Anlage-L

Unternehmer können nur solche Steuerberatungskosten absetzen, die sich auf eine dieser Leistungen beziehen:

  • Umsatzsteuervoranmeldung
  • Umsatzsteuerjahreserklärung
  • Gewerbesteuererklärung
  • Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)
  • Erstellung der Bilanz

Aufgeteilte Rechnungsstellung

Viele Unternehmer beauftragen einen Steuerberater, sowohl die betriebliche als auch ihre persönliche Einkommensteuererklärung zu erledigen. Der Berater teilt dann in seiner Honorarrechnung die angefallenen Kosten genau zwischen dem Privatbereich und dem betrieblichen Bereich auf. Die persönlichen Kosten kannst du nur dann als Werbungskosten steuermindernd geltend machen, wenn es sich nicht um eine private Beratung handelt, wie das Ausfüllen des Mantelbogens. Die Kosten für dein Unternehmen hingegen müssen in der richtigen Anlage eingetragen werden. In der Regel übernimmt der Steuerberater diese Aufgabe und reicht die entsprechenden Belege beim Finanzamt ein.

Welche Belege muss ich einreichen?

Damit die Ausgaben für die Steuerberatung deine Steuern senken, musst du den Finanzbehörden die passenden Belege vorlegen. Wenn ein Steuerberater deine Steuererklärung macht, musst du ihm die Unterlagen zur Verfügung stellen.

Folgende Belege erkennt der Finanzbeamte zum Beispiel an:

  • Rechnungen über steuerliche Beratungskosten
  • Quittungen über den Kauf einer CD mit einem Steuerberatungsprogramm
  • Kassenzettel über den Kauf von Fachliteratur zu Steuerangelegenheiten
  • Tankquittungen für Fahrten zum Finanzamt oder zum Steuerberater
  • Telefonrechnungen mit Einzelnachweisen über Gespräche in Steuerangelegenheiten

Nur anerkannte Belege sorgen dafür, dass du weniger Geld an das Finanzamt zahlen musst. Darum solltest du auf das Datum der Unterlagen achten. Die Ausgaben müssen in dem Jahr entstanden sein, für das der Steuerberater die Einkommensteuererklärung erstellt. Rechnungen müssen auf deinen Namen beziehungsweise auf den Namen deines Unternehmens ausgestellt sein. Es muss sich um berufliche Aufwendungen handeln, da private Steuerberatungskosten nicht abgesetzt werden können. Der Berater gibt dir weitere Tipps, worauf du achten solltest und ab welchem Betrag sich die Rechnungen lohnen.

Wie spare ich Steuern durch die Kosten für die Steuererklärung?

Wenn du als Einzelunternehmer mit deiner Firma einen Gewinn erwirtschaftest, unterliegt dieser Betrag keiner direkten Besteuerung. Du musst aber deinen Gewinnanteil in deiner persönlichen Einkommensteuererklärung angeben und eventuell Steuern darauf zahlen. Dabei wird aber nicht der Gewinn in voller Höhe versteuert. Stattdessen darfst du bestimmte Kosten abziehen. Dazu zählt auch die Steuerberaterrechnung, die damit direkt deine Steuerzahlung beeinflusst.

Ziehe diese Kosten von den zu versteuernden Einnahmen ab:

  • Sonderausgaben, wie Versicherungen oder private Altersvorsorge
  • außergewöhnliche Belastungen, wie Zuzahlungen zu einer Brille oder zu Zahnersatz
  • Werbungskosten für eine doppelte Haushaltsführung oder ein häusliches Arbeitszimmer
  • Steuerberatungskosten

Wenn der Gewinn deines Unternehmens über dem jährlich neu festgelegten Grundfreibetrag liegt, werden Steuern fällig. Der Grundfreibetrag dient der Absicherung des Existenzminimums und ist immer steuerfrei. Nur der Betrag, der den Grundfreibetrag übersteigt, muss versteuert werden.

Steuern steigen mit dem Gewinn

Je mehr Gewinn du erwirtschaftest, umso höher fallen die Steuern aus, die du zahlen musst. Die Steuerzahlung wird nur einmal im Jahr fällig. Da viele Kleinunternehmer von der Höhe der Steuersumme überrascht sind, verlangt das Finanzamt häufig eine vierteljährliche Steuervorauszahlung. Damit sollen Steuerschulden und Kontopfändungen vermieden werden, die zur Auflösung eines Betriebes führen können.

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Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.