Über welche Tipps sollten Selbstständige bei ihrer Steuererklärung Bescheid wissen?

Das Finanzamt ist für Selbstständige der ständige Begleiter der Geschäftstätigkeit. Sobald der Gründer mit seinem Unternehmen an den Start geht, will die Finanzbehörde alles über die Gewinne wissen. Gewerbetreibende erhalten nach der Anmeldung ihres Gewerbes beim Gewerbe- oder Ordnungsamt automatisch Post vom zuständigen Finanzbeamten. Freiberufler hingegen müssen sich selbst anmelden – ab diesem Zeitpunkt ist die Firma steuerpflichtig. Alle Tipps zum Thema Steuererklärung und wie du diese einfach bewältigst, findest du hier.

1. Ohne Grundkenntnisse geht es nicht

Im Idealfall hast du schon gewisse Erfahrungen rund um die Steuererklärung. Vielleicht hast du deine Einkommensteuer als Arbeitnehmer vor dem Start in die Selbstständigkeit selbst gemacht. Unter Umständen hast du durch deine bisherige berufliche Tätigkeit eine gute Basis an Wissen geschaffen. Ist das nicht der Fall, hast du mehrere Möglichkeiten, deine Kenntnisse auszubauen.

Das Internet ist eine gute Quelle für Informationen

Ein guter Tipp für dich sind die Online-Portale im Internet. Hier kannst du dich umfassend informieren und dich auf den neuesten Stand in Sachen Steuer bringen. Das ist wichtig, wenn du längere Zeit nichts mit dem Finanzamt zu tun hattest. In solchen Info-Portalen sind Grundbegriffe wie „Werbungskosten“, „Haushaltsnahe-Dienstleistungen“ oder „Doppelte-Haushaltsführung“ erläutert. Du erfährst auch, welche Ausgaben du in welcher Höhe absetzen kannst. Du lernst, was es mit der ersten Tätigkeitsstätte auf sich hat, wie die zumutbaren Belastungen definiert sind und wie das zu versteuernde Einkommen berechnet wird. Bevor du deine erste Steuererklärung erstellst, empfiehlt sich ein weiterer Trick von Praktikern.

Ein Seminar erleichtert den Einstieg

Wenn du den Umgang mit dem Finanzamt und mit der Steuer von Grund auf lernen willst, schaue dir das aktuelle Kursangebot deiner örtlichen Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer an. Auch die Volkshochschulen vor Ort sind eine gute Anlaufstelle. Sie führen in regelmäßigen Abständen Seminare rund um das Thema Steuern für Selbstständige durch. Solche Seminare werden meistens von Praktikern gehalten, sodass du fundiertes Grundwissen in Verbindung mit einfachen Steuertipps bekommst. In der Regel vermittelt man in solchen Veranstaltungen einerseits Basiskenntnisse zu Finanzamt, Steuererklärung und Co., man geht aber auch auf praktische Tipps ein. Du erfährst vor allem, wie die elektronische Steuererklärung funktioniert und welche Steuer-Tricks für Gewerbetreibende und Freiberufler sinnvoll sind, damit du viele Ausgaben bei der Steuer absetzen kannst.

2. Ein gutes IT-Programm ist Pflicht

Bevor du dich an die Arbeit machst und deine Steuererklärung erstellst, solltest du dich mit einem EDV-Programm vertraut machen, das dich dabei unterstützt. Das Finanzamt bietet eine Software für eine elektronische Steuererklärung an. Die Nutzung ist einfach und leicht zu verstehen. In die Maske gibst du deine Einnahmen und Ausgaben ein. In den meisten Programmen sind Erklärungen zu wichtigen Begriffen wie der doppelten Haushaltsführung und den außergewöhnlichen Belastungen enthalten. So erfährst du, in welcher Höhe du Kosten absetzen kannst und welche Ausgaben die Finanzbehörde als Steuerminderung gelten lässt. Zwar mag der eine oder andere Text zur Erläuterung ein wenig theoretisch klingen, denn dort sind auch aktuelle BFH-Urteile oder Beispiele aus der neuen Rechtsprechung aufgeführt, trotzdem erweiterst du mit solchen Programmen deine Kenntnisse und kannst deine Steuererklärung selbstständig durchführen.

3. Deine Steuererklärung mit Planung und Ordnung richtig angehen

Du hast jetzt die Basis dafür geschaffen, deine Aufgabe als Steuerzahler ordentlich zu erfüllen. Jetzt liegt es daran, deine Steuererklärung zu erstellen. Wenn du dich optimal organisierst, ist die eigentliche Eingabe in dein IT-Programm innerhalb von ein bis zwei Stunden erledigt.

Belege sammeln ist das A und O

Arbeitnehmer und Selbstständige dürfen viele Ausgaben bei der Steuer geltend machen. Was du bei Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen absetzen darfst und wie du deine Steuerlast reduzierst, musst du in Höhe deiner tatsächlichen Kosten angeben. Am besten sammelst du das ganze Jahr über Belege wie Rechnungen und Quittungen in einem Ordner. Wenn du sie sofort nach Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen trennst, fällt es dir leichter, sie in der elektronischen Steuererklärung einzugeben. Erfahrene Steuerberater geben hier übrigens den Tipp, immer am Ball zu bleiben und Nachweise für alle Kosten regelmäßig abzulegen. So vergisst du am Ende nichts und kannst Zeit und Geld sparen, weil du alle wichtigen Zahlen erfasst hast.

Diese Auslagen kannst du geltend machen

Natürlich ist es für dich als Steuerzahler nicht ganz einfach zu verstehen, welche Werbungskosten du absetzen kannst und wie hoch sie sein dürfen. Es gibt aber ein paar Tipps, die jeder Selbstständige kennen sollte. Werbungskosten sind Ausgaben, die direkt mit deiner Arbeit in Verbindung stehen und die du deshalb immer steuerlich absetzen kannst. Dazu gehört die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn du beruflich oft unterwegs bist, kann sich das lohnen. Ausgaben für deine soziale Absicherung wie die Krankenversicherung oder die Rente lässt das Finanzamt ebenfalls gelten. Als weiteren Tipp solltest du an das Geld denken, das du für dein Kind ausgibst. Kosten für die Kinderbetreuung sind absetzbar, auch wenn sie nicht in voller Höhe steuerlich gelten.

Diese Formulare musst du ausfüllen

Unabhängig davon, ob du deine Erklärung für das Finanzamt elektronisch oder schriftlich abgeben willst, musst du als Selbstständiger verschiedene Dokumente ausfüllen. Dazu gehört der Hauptvordruck, in dem du alle persönlichen und privaten Daten angibst. Für Kinder ist eine separate Anlage auszufüllen. Der Hauptvordruck wird ergänzt um die Einnahmen-Überschuss-Rechnung und die Umsatzsteuer. Im Dokument für die Umsatzsteuer musst du angeben, ob du zur Abführung der Umsatzsteuer verpflichtet bist, oder ob du die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen darfst. Denke bei allen Angaben daran, sorgfältig zu arbeiten und alle wichtigen Kosten anzugeben. Wenn du etwas einträgst, was die Finanzbehörde nicht akzeptiert, ist das übrigens nicht schlimm, denn sie wird diese Position dann streichen. Am Ende nutzt du den Brutto-Netto-Rechner aus deinem IT-Programm oder aus dem Internet, um eine erste Einschätzung zu deiner Steuernachzahlung oder deiner Erstattung zu erhalten.

Es gibt sicher noch eine Reihe von weiteren Tipps und Tricks, die du im Laufe der Zeit erfährst, mit diesem Vorgehen schaffst du jedoch bereits eine gute Grundlage.

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