Wie profitierst du von Pauschalbeträgen bei der Steuererklärung?

Wer Pauschbeträge geltend macht, kann beim Finanzamt höhere Kosten absetzen, als ihm tatsächlich entstanden sind. Auf diese festgesetzten Beträge für Werbungskosten oder Sonderausgaben kannst du aber auch verzichten, wenn deine tatsächlichen Kosten im betreffenden Bereich viel höher ausfallen. Es ist wichtig, sich über die einzelnen Möglichkeiten zu informieren, wie du Ausgaben pauschal anrechnen lassen und Freibeträge nutzen kannst.

Was sind Pauschalen?

Einnahmen und Ausgaben ergeben den Gewinn. Dieser ist der Ausgangspunkt für die Besteuerung von Freelancern und anderen Selbstständigen. Hiervon werden wiederum Abzüge gemacht – und am Ende steht dein zu versteuerndes Einkommen. Ein Pauschalbetrag bezeichnet die Summe, die ohne Nachweise von deinem Einkommen abgezogen wird. Freibeträge laufen auf dasselbe Ergebnis hinaus. Nur wird hier eine bestimmte Höhe angegeben, ab der ein Einkommen steuerlich berücksichtigt wird.

  • Freibeträge und Pauschbeträge reduzieren das zu versteuernde Einkommen.
  • Sie gelten unabhängig von tatsächlich getätigten Ausgaben.
  • Belege sind nicht nötig, wenn du einen Pauschalbetrag in Anspruch nimmst.

Das heißt: Auch wenn deine tatsächlichen Kosten in einem bestimmten Bereich deutlich niedriger als der betreffende Pauschalbetrag sind, kannst du diesen geltend machen. Dies gilt sogar dann, wenn du überhaupt keine Ausgaben hattest.

Das Gegenstück zu Pauschalen sind Höchstbeträge. So darf ein Arbeitnehmer die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nur bis zu 1.250 Euro absetzen.

Was sind Werbungskosten und Sonderausgaben?

In der Steuererklärung wird bei den möglichen Abzügen vom Einkommen zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben unterschieden, von denen einige pauschalisiert abgezogen werden können. Der Unterschied ist folgender:

  • Werbungskosten sind alle Kosten, die aufgrund deiner beruflichen Tätigkeit entstehen. Als Arbeitnehmer werden dir pauschal 1.000 Euro von deinem zu versteuernden Einkommen abgezogen, um deine beruflich entstandenen Kosten auszugleichen.
  • Sonderausgaben sind andere Ausgaben, die steuerlich als abzugsfähig gelten, aber nicht unbedingt beruflich bedingt sind. Hierzu zählen zum Beispiel Aufwendungen für die Vorsorge, Altersvorsorge, Kirchensteuer, Versicherungen, aber auch Zahlungen an den Ex-Partner.

Welche Werbungskosten lassen sich anrechnen?

In der Steuererklärung ist vor allem die Anlage-N wichtig. In der Anlage-N ist eine Vielzahl von Werbungskosten aufgeführt, die du steuerlich absetzen kannst. Ein Beispiel: die beruflich veranlasste, doppelte Haushaltsführung. Hierfür gelten die tatsächlich entstandenen Kosten als Werbungskosten. Hier darf allerdings eine Grenze von 1.000 Euro pro Monat nicht überschritten werden. Was darüber hinausgeht, kannst du bei der Steuer nicht anrechnen lassen.

Weitere Werbungskosten sind zum Beispiel Arbeitsmittel für die berufliche Tätigkeit (Anlage-N Zeile 41) – soweit du diese nicht schon bei deinen Ausgaben in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung angegeben hast. Arbeitsmittel für die berufliche Nutzung gelten steuerlich als absetzbar.

Warum solltest du den allgemeinen Sonderausgaben-Pauschbetrag vermeiden?

Für Sonderausgaben wird dir automatisch nur ein sehr geringer Betrag angerechnet. Dies gilt, wenn du keine einzelnen dieser Kosten bei der Steuererklärung angibst. Der Sonderausgaben-Pauschbetrag beträgt nämlich nur 36 Euro für Einzelpersonen. Es ist also wichtig, dass du jeden Beleg sammelst und alle gezahlten Geldbeträge, die steuerlich relevant sein können, bei der Steuererklärung geltend machst. Wenn du dies nicht tust, verlierst du sehr viel Geld. Du verzichtest auf Vergünstigungen, die dir zustehen.

Wichtige Frei- und Pauschbeträge im Überblick

Pauschalbeträge sind für den Steuerzahler vorteilhaft, weil er keine Belege über jede konkret geltend gemachte Ausgabe bereithalten muss. Auch für das Finanzamt bieten Pauschalen Vorteile, denn es benötigt dadurch weniger Aufwand, um die Steuer zu berechnen.

In einem Überblick findest du hier wichtige Pauschalen und Freibeträge, von denen du in voller Höhe bei deiner Steuererklärung profitierst (die Angaben beziehen sich auf die Steuererklärung 2017):

  • Kinderfreibetrag (wird teilweise mit dem Kindergeld verrechnet)
  • Verpflegungspauschale (bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit vom Wohnort oder der ersten Tätigkeitsstätte 12 Euro, bei 24 Stunden Abwesenheit 24 Euro)
  • BEA-Freibetrag (BEA = Betreuung, Bildung, Ausbildung) bezeichnet den Übergang des Kinderfreibetrags auf den betreuenden Elternteil bei Trennung. Dieser kann in der Anlage Kind geltend gemacht werden.
  • Der Behinderten-Pauschbetrag liegt bei 1.420 Euro pro Jahr.
  • Die Kilometerpauschale beträgt 30 Cent pro gefahrenen Kilometer für die einfache Strecke, die du aus beruflichen Gründen zurücklegst.
  • Wenn du nebenberuflich für eine gemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Organisation arbeitest, kannst du vom sogenannten Übungsleiter- oder Ehrenamts-Freibetrag profitieren. Nur das Geld, das über dem Betrag von 2.400 Euro liegt, wird versteuert.

Kannst du Freibeträge schon als Student nutzen?

Auch als Student ohne sozialversicherungspflichtige Arbeit lohnt es sich, eine Steuererklärung abzugeben. Wenn du das erste Mal Steuern zahlen musst, weil du eine Arbeit aufgenommen hast, kannst du vom sogenannten Verlustvortrag profitieren. Das sind Aufwendungen, die du noch als Student gemacht hast und dir jetzt anrechnen lassen kannst. Auch hierfür sind Freibeträge und Pauschalen für dich oft ein großer Vorteil.

Kannst du als Freelancer Pauschalen bei der Umsatzsteuererklärung nutzen?

Wenn du als Freelancer tätig bist, musst du monatlich oder vierteljährlich Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Bei geringen Vorsteuerbeträgen profitierst du unter Umständen von Pauschalen. Als Journalist kannst du beispielsweise pauschal 4,8 Prozent von deinen mehrwertsteuerpflichtigen Einnahmen von deiner Umsatzsteuerschuld abziehen. Die Vorsteuer-Durchschnittssätze für einzelne Berufsgruppen finden sich in den §§ 69 und 70 der UStDV.

Für welche Kosten gelten keine Pauschalen?

Für außergewöhnliche Belastungen müssen in der Regel konkrete Nachweise angegeben werden, um die tatsächlichen Kosten in voller Höhe oder nur einen Teil davon bei der Steuer geltend zu machen. Für Kinder, die auswärts wohnen, gibt es Pauschalen, die in der Steuererklärung abgesetzt werden können. Auch für haushaltsnahe Dienstleistungen werden nur tatsächlich entstandene Kosten vom Finanzamt als abzugsfähig berücksichtigt.

Fazit

Ob selbstständig, Student oder Arbeitnehmer: Wer Steuern zahlen muss, profitiert vom Absetzen von Sonderausgaben und Werbungskosten. Du hast sogar dann einen Vorteil, wenn du keine entsprechenden Nachweise hast – du kannst sie auch pauschal absetzen. Gerade das Elster-Verfahren für die Online-Steuererklärung ist für dich sehr hilfreich, weil du in der Online-Hilfe während der Arbeit an der Steuererklärung wichtige Informationen erhältst. Denke immer daran, dass auch Steuern sparen zu deinen Tätigkeiten als Freelancer gehört.

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