Wie setze ich Handwerkerleistungen bei der Steuer ab?

Als Mieter oder Eigentümer einer Wohnung lässt du im Lauf des Jahres verschiedenste Arbeiten am Objekt durchführen. Auch als Vermieter willst du die Immobilie in Ordnung halten. Willst du diese Arbeiten nicht selbst ausführen, vergibst du sie an einen Handwerker. Die Kosten darfst du von der Steuer absetzen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Wer sie kennt und beachtet, spart jedes Jahr bares Geld und zahlt weniger Steuern. Unterscheiden musst du Dienstleistungen und Renovierungen.

Wie du haushaltsnahe Dienstleistungen absetzt

Als Mieter oder Eigentümer einer Wohnung darfst du nach dem EStG für Dienstleistungen in deinem Haushalt pro Jahr Aufwendungen von maximal 4.000 Euro von deiner Steuerzahlung abziehen. Das heißt, du reduzierst damit nicht dein zu versteuerndes Einkommen, sondern du bringst dieses Geld direkt bei deiner Steuerzahlung in Abzug und bekommst dadurch eine Steuerermäßigung. Der Betrag von 4.000 Euro jährlich ergibt sich aus dem gesetzlich vorgeschriebenen Höchstsatz von 20 Prozent auf 20.000 Euro für Arbeitskosten, Fahrt- und Maschinenkosten. Damit das Finanzamt den Abzug anerkennt, musst du als Privatperson den Auftrag an den Dienstleister geben. Es muss sich außerdem um eine Aufgabe handeln, die anderenfalls von Mitgliedern in deinem Haushalt ausgeführt wird. Das kann dein Lebenspartner, dein Ehepartner oder auch ein Kind sein, das noch in deinem Haushalt lebt. Alle Arbeiten müssen an die Immobilie selbst oder an das Grundstück gekoppelt sein. Insofern muss ein räumlicher Zusammenhang bestehen. Wenn die Leistung an einem anderen Ort vollbracht wird, erkennt das Finanzamt den Abzug der Aufwendungen für deinen Haushalt nicht an. Über die ausgeführte Arbeit muss der Lieferant eine Rechnung erstellen. Diese Rechnung bezahlst du per Überweisung. Eine Barzahlung wird von der Finanzbehörde für die Steuerermäßigung nicht anerkannt.

Wie du Dienstleistungen von Renovierungen abgrenzt

Unabhängig davon, ob du Mieter oder Eigentümer einer Wohnung bist, wirst du manche Aufgaben nicht selbst ausüben, sondern an einen externen Dienstleister vergeben. Vielleicht hast du selbst keine Zeit oder Lust dazu, vielleicht kannst du die Arbeit nicht selbst ausführen. Beauftragst du einen externen Lieferanten damit, dir diese Tätigkeiten abzunehmen, spricht man von haushaltsnahen Dienstleistungen. Typisch für solche Dienstleistungen sind zum Beispiel die regelmäßige Reinigung von Fenstern oder die Pflege der Pflanzen in den Außenanlagen eines Mehrfamilienhauses. Von Dienstleistungen rund um deinen Haushalt zu unterscheiden sind Handwerkerleistungen. Darunter fallen beispielsweise das Tapezieren und Streichen der Zimmer, die Verlegung von neuen Böden oder Fliesen und die Modernisierung eines Badezimmers. Die steuerlichen Grundlagen sind im Einkommenssteuergesetz geregelt, kurz als EStG bezeichnet. Wenn du die gesetzlichen Regelungen für die Absetzbarkeit von Aufwendungen nachlesen willst oder wissen willst, welche Steuerermäßigungen du für ausgeführte Handwerkerleistungen in deinem Haushalt nutzen darfst, ist das EStG eine gute Informationsquelle.

Diese Regel gilt für Wohnungseigentümer-Gemeinschaften

Wenn dir eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gehört, bist du Teil einer Wohnungseigentümer-Gemeinschaft. Sofern von der Hausverwaltung einige Arbeiten als haushaltsnahe Dienstleistungen an einen Externen vergeben werden, darfst du die Aufwendungen dafür in deiner Steuererklärung angeben. Wichtig ist, dass die Kosten eindeutig auf die einzelnen Wohnungseigentümer aufgeteilt wurden. Du bekommst von deinem Hausverwalter vermutlich im Lauf des Jahres eine Abrechnung der Nebenkosten. In den Unterlagen sollte dein Anteil haushaltsnaher Dienstleistungen aufgeführt sein. Die entsprechenden Aufwendungen gibst du in deiner Steuererklärung an. Beachten musst du, dass du die Kosten für die Tätigkeit der Hausverwaltung nicht als Dienstleistung steuerlich absetzen darfst.

Wie du von Handwerkerkosten steuerlich profitierst

Sofern du einen Handwerker mit einer Renovierungsarbeit oder einer Sanierung deiner Wohnung beauftragt hast, darfst du die Arbeitskosten pro Jahr in einer Höhe von höchstens 1.200 Euro bei deiner Steuer absetzen. Maximal akzeptiert sind Rechnungen in Höhe von 6.000 Euro jährlich, davon sind 20 Prozent oder 1.200 Euro abzugsfähig. Beachten musst du, dass es sich dabei um Kosten für die Arbeitsleistung der Handwerker und ihrer Mitarbeiter handeln muss. Du darfst also keine Materialkosten oder Fahrtkosten absetzen, das wird vom Finanzamt nicht anerkannt. Da die Arbeitskosten aber einen erheblichen Anteil an der gesamten Handwerkerleistung ausmachen, bringt dir dieser Anspruch einen spürbaren Effekt bei jeder handwerklichen Maßnahme, die du in deinem Haushalt ausführen lässt.

Diese Maßnahmen sind steuerlich anerkannt

Es gibt eine Reihe von handwerklichen Tätigkeiten an deinem Haus, die steuerlich absetzbar sind. Dazu gehören zum Beispiel

  • Arbeiten an Dach oder Fassade
  • Instandhaltung der Heizung
  • Austausch von Fenstern oder Türen
  • Maler- und Tapezierarbeiten
  • Verlegung von Fliesen, Holz- oder Teppichböden
  • Modernisierung des Badezimmers

Nicht geltend machen darfst du Ausgaben für die Anschaffung einer neuen Wohnungseinrichtung, denn dabei handelt es sich nicht um handwerkliche Maßnahmen.

Was du als Vermieter wissen musst

Sofern du eine Wohnung oder ein Haus vermietest, darfst du die Kosten für eine Haus- oder Gartenpflege nicht als Dienstleistung absetzen. Hier unterscheiden sich die rechtlichen Vorgaben für Eigentümer und für Vermieter. Trotzdem hast du eine Möglichkeit, die Ausgaben für solche Tätigkeiten nach dem EStG steuerlich geltend zu machen. Die Aufwendungen für die Pflege und Instandhaltung deiner vermieteten Immobilie sind Werbungskosten. Sie fallen an, weil du deine vermietete Immobilie regelmäßig in Ordnung hältst und Maßnahmen vornimmst, die einen Beitrag leisten, um den Wert zu steigern. Mit dem Objekt erzielst du eine Einkunft in deiner Steuererklärung, die Einkunftsart sind Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Die zugehörige Anlage trägt die Bezeichnung „V“ für Vermietung. In dieser Anlage trägst du die Kosten für die Reparatur oder die externe Leistung unter den Werbungskosten ein. Sie wirken sich direkt steuerlich aus und reduzieren dein steuerpflichtiges Einkommen. Für dich als Vermieter sind die Kosten für die Reparatur entweder in dem Jahr absetzbar, in dem du sie bezahlst oder du verteilst den gesamten Betrag gleichmäßig auf einen Zeitraum von fünf Jahren und gibst jedes Jahr die gleiche Summe in deiner Steuererklärung an. Welche Variante du wählst, hängt vor allem von der Höhe des Betrags ab. Eine höhere Summe verteilst du am besten auf fünf Jahre, weil du dadurch längere Zeit steuerlich begünstigt bist.

Wann du dein Arbeitszimmer absetzen darfst

Wenn du als Selbstständiger zu Hause arbeitest, benötigst du vermutlich ein häusliches Arbeitszimmer. Es liegt auf der Hand, dass du die Kosten mit einer Steuerermäßigung geltend machen willst. Allerdings stellt das Finanzamt hohe Ansprüche an die Abzugsfähigkeit der Ausgaben. Begünstigt bist du nur, wenn bei deiner selbstständigen Tätigkeit ein unmittelbarer Zusammenhang zur Verwendung des Arbeitszimmers nachweisbar ist. Das heißt, der Raum darf nicht anderweitig genutzt werden, er muss ausschließlich als separates Zimmer für deine Arbeit zur Verfügung stehen. Nur dann erkennt die Finanzbehörde die Kosten für die Einrichtung an. Das FG München hat ebenso wie andere Finanzgerichte wiederholt zu Gunsten der Finanzämter entschieden und Aufwendungen für das Arbeitszimmer nicht anerkannt. Selbst wenn der Steuerpflichtige eine formale Rechnung vorweisen konnte, ist diese Maßnahme in der Regel nicht begünstigt.

Wie du die gesparte Steuer am besten nutzt

Du weißt jetzt, wann du als Mieter, Eigentümer oder Vermieter Handwerkerleistungen bei deiner Steuer absetzen darfst. Nicht unterschätzen solltest du den finanziellen Effekt, den begünstigte Maßnahmen auf eine Steuerermäßigung haben. Nutze deshalb alle Möglichkeiten, die dir das EStG gewährt, um deine Steuerzahlungen so weit wie möglich zu reduzieren und um Geld zu sparen für Investitionen, die dein Unternehmen nach vorne bringen.

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