Lässt sich die Unfallversicherung bei der Steuererklärung geltend machen?

Unfälle gehören zum täglichen Leben und beeinflussen deine Arbeitsfähigkeit über Wochen oder Monate hinweg. Für Selbstständige und Freiberufler ist dies mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden, weshalb der Abschluss einer Unfallversicherung obligatorisch ist. Die Kosten hierfür kannst du bei der Steuer geltend machen, wobei sie als Werbungskosten oder Sonderausgaben gelten. Die Angabe der Beiträge als Werbungskosten bietet dir durch das Fehlen von Höchstgrenzen Vorteile beim Absetzen.

Was musst du zur Absetzbarkeit der Versicherung wissen?

Selbstständige und Freiberufler können genauso wie Angestellte eine Vielzahl von Versicherungen bei der Steuer angeben. Hierbei ist zu beachten, ob die Absicherung für den beruflichen oder privaten Bereich gilt. Bei vielen Versicherungen, beispielsweise im Bereich Rechtsschutz oder der Unfallversicherung, entscheiden sich Selbstständige für eine Absicherung beider Lebensbereiche. Selbst wenn ein von dir abgeschlossener Vertrag ausschließlich private Risiken umfasst, ist eine steuerliche Anerkennung möglich. Allerdings werden deine Beiträge in der Steuererklärung anders behandelt.

Wie werden private von gesetzlichen Unfallversicherungen abgegrenzt?

Die Unfallversicherung gehört zu den Personenversicherungen, für die eine gesetzlicher Schutz in Deutschland vorgesehen ist. Für Unfälle, die du am Arbeitsplatz oder auf deinen direkten Arbeitswegen erleidest, musst du keinen gesonderten Versicherungstarif abschließen. Private Unfälle werden durch diesen Schutz nicht erfasst, weshalb viele Angestellte auf eigene Kosten vorsorgen.

Viele Selbstständige und Freiberufler zahlen nicht ins gesetzliche Sozialversicherungssystem ein und entscheiden sich für einen Volltarif der privaten Krankenversicherung. Damit private und berufliche Risiken gleichermaßen abgesichert sind, ist für diese der Abschluss einer Unfallversicherung bei einer Versicherungsgesellschaft über beide Lebensbereiche empfehlenswert. Beachte diesen Umstand, wenn du beispielsweise weiterhin als Angestellter tätig bist und deiner Selbstständigkeit nur in einem Nebenerwerb nachgehst.

Als was werden die Beiträge der Versicherung steuerlich gewertet?

Die Beitragszahlungen einer Unfallversicherung von Selbstständigen und Freiberuflern teilt sich meistens in einen privaten und einen beruflichen Anteil auf. Die beiden Anteile werden steuerlich unterschiedlich behandelt.

Der private Anteil gilt fällt unter sonstige Vorsorgeaufwendungen und ist in puncto Versicherungsschutz mit einer privaten Unfallversicherung zu vergleichen. Der berufliche Teil ist hingegen eine Betriebsausgabe. Diese Ausgaben können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Deine Versicherung wird dir in ihrer jährlichen Übersicht eine Aufteilung der Beiträge präsentieren. Hierdurch kannst du dem Finanzamt eindeutig Vorsorgeaufwendungen und Betriebskosten getrennt aufzeigen.

Falls du lediglich einen einzelnen Jahresbeitrag von deinem Versicherer ausgewiesen bekommst, ist eine 50/50-Regelung bei deutschen Finanzämtern etabliert. Die eine Hälfte der Beiträge wird somit als Sonderausgaben im Rahmen deiner Vorsorgeaufwendungen, die andere Hälfte als Werbungskosten gewertet.

Wo genau muss man die Beiträge bei der Steuererklärung eintragen?

Sofern es um Vorsorgeaufwendungen geht, sind die Versicherungsbeiträge bei der Steuer im Rahmen der Anlage-AV absetzbar. In den Zeilen 46 bis 50 des Steuerformulars kannst du die Unfallversicherung und weitere Versicherungen angeben. Grundsätzlich werden die Versicherungsbeiträge in voller Höhe berücksichtigt, sofern nicht die Höchstgrenze der entsprechenden Berufsgruppe erreicht wurde. In gleicher Weise setzt du Beiträge für deine Riester-Rente, Basis-Rente oder andere Produkte zur persönlichen Vorsorge ab.

Für den beruflichen Teil (die Absicherung drohender beruflicher Unfälle) sind deine Beiträge als Werbungskosten absetzbar. Sie werden somit Teil deiner Betriebsausgaben und als solche in deiner Bilanz oder deiner Aufstellung über Einnahmen und Ausgaben aufgeführt. Halte für das Finanzamt die entsprechenden Dokumente deiner Versicherung über deine gezahlten Beiträge bereit. Gerade wenn du die 50/50-Regelung für den Gesamtbeitrag anwendest, stellen die Finanzbehörden bei deiner nächsten Steuererklärung sicherlich eine Nachfrage.

Wird deine Steuerlast durch die Unfallversicherung tatsächlich reduziert?

Der wichtigste Unterschied zwischen einem Eintragen in der Anlage Vorsorgeaufwand oder der Geltendmachung als Werbungskosten sind die steuerlichen Höchstgrenzen. Von Selbstständigen können maximal 2.800 Euro als sonstige Vorsorgeaufwendungen abgesetzt werden. Zu diesen gehören auch deine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, sodass dieser Höchstbetrag schnell erreicht ist. Sofern du alleine eine private Unfallversicherung abgeschlossen hast, wird sich diese nicht auf deine Steuerlast auswirken. Im Unterschied hierzu ist die Anrechenbarkeit von Werbungskosten zur Minderung deines zu versteuernden Gewinns nicht durch den Gesetzgeber begrenzt. Der berufliche Anteil der Versicherungsbeiträge wird hierdurch in jedem Fall abgesetzt.

Mit einem Steuerberater Versicherungen richtig absetzen

Nicht nur das Risiko Unfall solltest du als Selbstständiger richtig absetzen und die Beiträge bei der Steuererklärung geltend machen. Wenn du professionelle Hilfe rund ums Thema Steuer wünschst und ein Maximum deiner Ausgaben absetzen möchtest, ist die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater sinnvoll. Dieser erklärt dir im persönlichen Gespräch die Absetzbarkeit deiner Versicherungskosten, auf Wunsch übernimmt er auch die regelmäßige Erstellung deiner Steuererklärungen. Wenn du erfahren möchtest, welche Versicherungen vom Betriebsschutz bis zu Basis- und Riesterverträgen für dich sinnvoll sind, ist die Beratung durch einen Gründungscoach oder eine Unternehmensberatung sinnvoll.

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