Wie berechnest du die Mehrwertsteuer für deine Rechnungen?

Die Mehrwertsteuer oder Umsatzsteuer gehört zu den wichtigsten Steuern in Deutschland. Als Selbstständiger oder Freiberufler musst du sie kennen. In diesem Artikel erfährst du

  • wie du den Nettobetrag abgerechneter Leistungen mit dem richtigen Mehrwertsteuersatz verrechnest und so den zu zahlenden Bruttobetrag herausfindest
  • Welche verschiedenen Steuersätze gelten.
  • Wie du dir die Arbeit mit einem Mehrwertsteuer-Rechner erleichtern kannst

Was ist der Unterschied zwischen Netto- und Bruttobetrag?

Der Unterschied zwischen netto und brutto bei einem Rechnungsbetrag liegt darin, ob die Umsatzsteuer enthalten ist oder nicht. Nettobeträge sind Summen, die ohne Steuer vermerkt sind. In einem Bruttobetrag hingegen ist die Mehrwertsteuer enthalten. Ein weiterer Unterschied besteht, wenn keinerlei Steuer ausgewiesen ist. Dann wird der Endbetrag immer als brutto bezeichnet. Dies ist bei kleinen Unternehmen der Fall, wenn diese nicht unter die Umsatzsteuerpflicht fallen.

Wann musst du Umsatzsteuer ausweisen?

Die Mehrwert- oder Umsatzsteuer gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des Staates in Deutschland und vielen weiteren Nationen. Sie wird auf eine Fülle von erbrachten Dienstleistungen und Warenverkäufen angewendet, wobei der anzurechnende Mehrwertsteuersatz von Land zu Land verschieden ist.

Nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG) bist du als Unternehmer oder Freiberufler grundsätzlich verpflichtet, die Steuer auszuweisen und an das Finanzamt abzuführen. Du kannst dich hiervon als Kleinunternehmer befreien lassen, musst dies aber nicht. Da für jeden deiner Rechnungsbeträge die erhobene Steuer explizit auszurechnen ist, solltest du wegen der gesetzlichen Pflicht die Mehrwertsteuer Berechnung verstehen und sicher beherrschen.

Wann kannst du die Kleinunternehmer-Regelung nutzen?

Wenn du im abgelaufenen Kalenderjahr Einkünfte von weniger als 22.000 Euro erzielt hast und im laufenden Jahr nicht mehr als 50.000 Euro erzielst, giltst du als Kleinunternehmer. Als solcher kannst du die Kleinunternehmer-Regelung nutzen, die es dir erlaubt, keine Umsatzsteuer auszuweisen. Du ersparst dir in diesem Fall einige Formalitäten und den regelmäßigen Kontakt zum Finanzamt. Um die Möglichkeit zu nutzen, müssen deine Rechnungsschreiben allerdings einen Hinweis auf § 19 Absatz 1 UStG beinhalten, durch den die Kleinunternehmer-Regelung angewendet wird.

Welcher Mehrwertsteuersatz gilt für deine Produkte?

Das Berechnen der Mehrwertsteuer ist mathematisch sehr einfach, allerdings musst du den richtigen Mehrwertsteuersatz anwenden. In den meisten Fällen beträgt dieser in Deutschland 19 Prozent. Hierneben gilt ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent, der auf einzelne Produkte und Dienstleistungen angewendet wird. Zu den wichtigsten Handelsgütern und Services, die zum ermäßigten Steuersatz berechtigen, gehören:

  • viele Nahrungsmittel wie Fleisch oder Milchprodukte
  • landwirtschaftliche Erzeugnisse
  • Druckartikel wie Zeitungen und Magazine
  • begleitende Dienstleistungen, beispielsweise in der Verpackungsbranche

Eine Nachfrage beim Finanzamt oder die Recherche im Netz zeigen dir im Zweifelsfall, welchen der beiden Prozentsätze anzuwenden ist.

So berechnest du die Mehrwertsteuer korrekt

Kennst du den richtigen Prozentsatz für deine selbstständige oder freiberufliche Leistung, ist es ganz einfach, die Mehrwertsteuer auszurechen. Dafür reicht ein Taschenrechner.

  1. Nehme zunächst den Nettobetrag, den du deinem Kunden für die erbrachte Leistung in Rechnung stellst.
  2. Mutlipliziere den Nettobetrag  mit dem Prozentsatz von 19 oder 7 Prozent. also mit dem Faktor 0,19 oder 0,07.
  3. Die so ermittelte Steuer addierst du zum Nettobetrag.

Das Ergebnis ist ist der  Bruttobetrag, den du deinen Kunden in Rechnung stellst.

Warum ist es wichtig, die Mehrwertsteuer klar und eindeutig auszuweisen?

Die ermittelte Mehrwertsteuer sollte für den Kunden eindeutig erkennbar den Nettopreis, den Bruttopreis und die ermittelte Steuer beinhalten. Es reicht also nicht, einfach nur den Betrag brutto anzugeben, den dein Kunde an dich überweisen soll. Der Grund hierfür ist simpel: Auch dein Kunde hat die Möglichkeit, die Mehrwertsteuer als durchlaufenden Posten beim Finanzamt geltend zu machen. Die Finanzbehörden müssen bei deinen Rechnungen deshalb eindeutig erkennen können, was die enthaltene Mehrwertsteuer ist und wie du rechnerisch vom Nettopreis zum Bruttopreis gelangst.

Praktische Tools für die Berechnung der Mehrwertsteuer

Wenn du beim Erstellen deiner Rechnungen unsicher bist, nutze einen Rechner für die Ermittlung der richtigen Angabe. Online findest du nützliche Mehrwertsteuer-Rechner, die mit wenigen Eingaben den richtigen Steuersatz anwenden und den korrekten Wert auf dem Bildschirm ausgeben.

Noch einfacher geht es mit einem Online-Rechnungsprogramm wie das von Holvi. Dort kannst du meist Produkte und Leistungen und den dazugehörigen Mehrwertsteuersatz bequem anlegen.

Die Software zur Rechnungsstellung berechnet dann automatisch die Netto- und Bruttobeträge.

Mit professioneller Hilfe Sicherheit bei Steuerfragen gewinnen

Nicht nur zum Thema Mehrwertsteuer wünschen sich viele Selbstständige und Freiberufler beim Einstieg in die Selbstständigkeit eine starke, professionelle Hilfe. Durch die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater oder Gründungscoach erhältst du wertvolle Tipps, wie du als neuer Unternehmer richtig durchstartest. Die steuerliche Unterstützung sorgt außerdem für ein steuerlich optimales Ergebnis, um möglichst wenig Steuern ans Finanzamt abführen zu müssen. Wenn du die Begriffe Brutto und Netto beherrscht und weißt, wie du mit einem Mehrwertsteuer-Rechner die Umsatzsteuer korrekt ausweist, wirst du auch ohne professionelle Hilfe einen guten Einstieg finden. Eine einmalige Beratung ist sinnvoll, um die individuelle Sinnhaftigkeit der Kleinunternehmer-Regelung zu prüfen.

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