Welche Steuerfreibeträge gelten für ein Kleingewerbe? (2022)

Kleingewerbe sind einfach zu gründen und ideal zum Ausprobieren der Selbstständigkeit. Gerade wenn du noch keine großen Umsätze machst, fragst du dich sicher, ab wann du Steuern zahlen musst. In diesem Artikel findest du alle Freibeträge für deine Steuern als Kleingewerbe.

 

1. Welcher Freibetrag gilt für die Gewerbesteuer?

Kleingewerbetreibende müssen eine Gewerbeanmeldung vornehmen und Gewerbesteuern zahlen – genau wie ein gewöhnliches Gewerbe. Du musst keine Gewerbesteuer zahlen, wenn dein Gewinn den Freibetrag von 24.500 Euro nicht überschreitet. Gut zu wissen: Betriebsausgaben, wie Mieten, Pachten oder Kredite mindern deinen Gewinn und können so deine Steuerlast minimieren!

2. Welcher Freibetrag gilt für die Umsatzsteuer?

Als Gewerbetreibender, auch mit Kleingewerbe, bist du grundsätzlich verpflichtet, Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen auszuweisen. Allerdings besteht auf Wunsch die Möglichkeit, die Kleinunternehmer-Regelung anzuwenden und dich von der Umsatzsteuerpflicht befreien zu lassen. Dies kannst du machen, wenn dein Gewerbebetrieb im letzten Jahr nicht mehr als 22.000 Euro eingenommen und im laufenden Jahr nicht mehr als 50.000 Euro einnehmen wird.

Welche Vorteile hat die Kleinunternehmer-Regelung?

  • Weniger Aufwand, da du keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen musst.
  • Preisvorteil für deine Privatkunden, weil sie keine Umsatzsteuer auf deine Produkte zahlen müssen.

Welche Nachteile hat die Kleinunternehmer-Regelung?

  • Kein steuerlicher Vorteil bei eigenen Ausgaben – du kannst nicht vom Vorsteuerabzug profitieren
  • Schlechtes Image der Kleinunternehmer-Regelung – du könntest gegenüber Kunden unprofessionell wirken, weil sie in der Rechnung deinen Kleinunternehmerstatus erkennen können.

3. Welcher Freibetrag gilt für die Einkommensteuer?

Bei der Einkommensteuer haben Kleingewerbe die gleichen Regeln wie jedes gewöhnliche Gewerbe. Hier gilt ein Grundfreibetrag, der jedes Jahr neu festgelegt wird.

Im Jahr 2022 liegt der Grundfreibetrag bei:

  • 10.347 Euro für Alleinstehende
  • Und 20.694 Euro für Verheiratete.

Liegt dein zu versteuerndes Einkommen darunter oder exakt beim Grundfreibetrag, musst du keine Einkommensteuer zahlen. Überschreitest du den Grundfreibetrag, setzt das gestaffelte System der Einkommensteuer in Deutschland an.

Was ist das zu versteuernde Einkommen?

Dein zu versteuerndes Einkommen wird vom Finanzamt berechnet. Hierfür werden zuerst deine Einnahmen aus verschiedenen Einkünften addiert. Von dieser Summe werden dann Entlastungsbeträge, Pauschale und Freibeträge abgezogen. Am Ende kommt dein zu versteuerndes Einkommen heraus, welches dir vom Finanzamt in deinem Steuerbescheid mitgeteilt wird.

Einkommensteuer zahlst du auf Einkünfte aus

  • Nichtselbstständiger Arbeit
  • Selbstständiger Arbeit
  • Gewerbebetrieb
  • Vermietung und Verpachtung
  • Kapitalanlagen
  • Land- und Forstwirtschaft
  • Und sonstige Einkünfte.

Was passiert beim Überschreiten der Freibeträge?

Sobald du deine Tätigkeit angemeldet hast, musst du regelmäßig alle Steuererklärungen für dein Kleingewerbe abgeben. Ob du die Freibeträge überschritten hast und wie viele Steuern du zahlen musst, ermittelt das Finanzamt automatisch. Du wirst dann zur Zahlung des Steuerbetrags aufgefordert, der über den Freibeträgen liegt.

Wie dir ein Steuerberater helfen kann

Das Thema Steuer ist komplex. Ein Steuerberater ist der richtige Ansprechpartner, wenn du einen besseren Überblick behalten willst. Außerdem, übernimmt der Berater auch deine Steuererklärung für alle haupt- und nebenberuflichen Tätigkeiten und spart dir so viel Zeit. Holvi hat in Deutschland viele Partnerschaften mit Steuerberatern, denen wir vertrauen und die wir nur weiterempfehlen können. Finde ganz einfach einen Berater in deiner Nähe.

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