Was ist die Umsatzsteuer-ID?

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer dient dazu, Unternehmer*innen innerhalb der EU eindeutig zu identifizieren. Sie ist eine eigenständige Nummer,  die zusätzlich zur Steuernummer erteilt wird. Sie wurde 2007 in der EU eingeführt, um den innereuropäischen Warenhandel zu vereinfachen. Für bestimmte Unternehmer*innen ist es Pflicht, eine USt-IdNr. zu verwenden. Wofür du diese Steuer-Identifikationsnummer benötigst, wie du sie erhältst und welche Vorteile sie dir bietet, erfährst du in diesem Artikel.

Brauche ich eine Umsatzsteuer-ID?

Du brauchst eine Umsatzsteuernummer vor allem dann, wenn du am Waren- und Dienstleistungsverkehr mit Geschäftspartnern innerhalb der EU teilnimmst. Die Funktion der Umsatzsteuer-ID ist es, jedes Unternehmen mit Sitz in einem der EU-Mitgliedstaaten eindeutig zu identifizieren. Sie ermöglicht es, den Ort festzulegen, wo die Steuer fällig wird. Im innergemeinschaftlichen Erwerb wird die Steuer oft dort fällig, wo der Erwerber seinen Sitz hat. Das ist das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren. Somit gelten die lokalen Umsatzsteuerregelungen, auch wenn der Lieferant in einem anderen EU-Land ansässig ist. Mithilfe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer rechnen die Steuerbehörden innerhalb der EU die Steuerbeträge ab. Die Höhe der Umsatzsteuer wird am Ort der Lieferung berechnet. Hierfür dient das Umsatzsteuer-Kontrollverfahren, das Unternehmer zur Abgabe von Zusammenfassenden Meldungen verpflichtet. Für dich als Unternehmer ist es in solchen Situationen Pflicht, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer für Ein- und Verkäufe zu nutzen.

Wo muss ich die USt-ID angeben?

Wenn du eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besitzt, dann bist du verpflichtet, diese an einigen Stellen anzugeben. Hast du eine Website, dann muss die Nummer im Impressum angegeben werden. Ebenfalls muss die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder deine persönliche Steuernummer auf Rechnungen, die du deinen Kunden ausstellst, zu finden sein. Bei innergemeinschaftlichen Leistungen oder innergemeinschaftlichen Lieferungen musst du auf allen Rechnungen, die du Unternehmen aus anderen EU-Ländern sendest, deine USt-ID angeben.

Wer kann eine Umsatzsteuer-ID beantragen?

Eine Umsatzsteuer-ID kann von jedem Selbstständigen beantragt werden. Nicht nur juristische Personen, sondern auch Kaufleute, Freiberufler, Land- und Forstwirte sowie Kleingewerbetreibende haben ein Recht auf Erteilung einer USt-IdNr. Wichtig ist nur, dass du selbstständig tätig bist. Auch wenn du als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreit bist, hast du als deutscher Unternehmer ein Anrecht auf eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Was brauche ich um eine Umsatzsteuer-ID zu beantragen?

Wenn du deine Steuernummer im Zusammenhang mit dem steuerlichen Erfassungsbogen des Finanzamtes beantragst, musst du keine weiteren Angaben machen. Bei der postalischen oder Online-Beantragung beim BZSt brauchst du die Steuernummer deiner Firma, dein zuständiges Finanzamt, deine Rechtsform sowie den Firmennamen und den registrierten Sitz deines Unternehmens.

Wie kann ich eine USt-IdNr beantragen?

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer für deutsche Unternehmen wird auf Antrag zentral vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) vergeben (§ 27a Abs. 1 UStG). Du hast mehrere Möglichkeiten, eine Steuernummer zu erhalten.

1. Direkt beim Finanzamt

Fülle dazu den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Dort ist ein Feld zur Beantragung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vorgesehen.

2. Online beim Bundeszentralamt für Steuern

Mit dem Online-Formular kannst du täglich von 5 bis 23 Uhr per Internet eine USt-IDNr. beantragen.

3. Per Post

Bundeszentralamt für Steuern
Dienstsitz Saarlouis
66738 Saarlouis
Telefax: +49-(0)228-406-3801

Antrag und Erteilung der Nummer sind für dich als Unternehmer kostenfrei. Du erhältst deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer innerhalb weniger Wochen auf dem Postweg.

Wie ist die USt-IdNr. aufgebaut?

Die Nummer setzt sich in Deutschland aus zwei Buchstaben und neun nachfolgenden Ziffern zusammen. Die ersten beiden Buchstaben sind immer „DE”, woran du erkennst, dass es sich um eine deutsche USt-IdNr handelt. Dementsprechend haben die Nummern aus den anderen EU-Ländern ebenfalls Länderkennzeichen, die eine eindeutige Zuordnung ermöglichen. So kannst du auf Rechnungen prüfen, aus welchem anderen Mitgliedstaat dein Geschäftspartner stammt. Österreichische Umsatzsteuer-Identifikationsnummern fangen mit „AT” an, bei finnischen Nummern ist ein „FI” zu finden.

Die Nummern, die dann folgen, sind jeweils einzigartig und an ein Unternehmen gebunden. So ist es möglich, anhand der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Informationen über ein Unternehmen abzufragen. Verschiedene Seiten im Internet ermöglichen eine solche Kontrolle. Alternativ gibt das Bundeszentralamt für Steuern Auskunft. Es ist jedoch nur möglich, unternehmensbezogene Daten auf diesem Weg abzufragen. Dies beinhaltet die Adresse, die Rechtsform und den Firmennamen.

Welche Vorteile habe ich, wenn ich die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nutze?

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verbessert zum einen den Datenschutz deiner privaten Informationen. Als Unternehmer ist es Pflicht, auf Rechnungen eine Steuernummer anzugeben. Wenn du als Kaufmann einen Fantasienamen als Firma benutzt, dann ist es nicht möglich, über eine Abfrage der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer deinen Vor- oder Nachnamen zu erfahren. Gleiches gilt für deine Privatadresse, sofern diese nicht mit dem Sitz deines Gewerbes übereinstimmt. Wenn du hingegen weiterhin deine private Steuernummer im Geschäftsalltag nutzt, was für Freelancer und andere Selbstständige problemlos möglich ist, kann jeder deine privaten Daten abfragen.

Fazit

Die europäische USt-ID hat den klaren Vorteil, dass du mit Unternehmen aus anderen EU-Mitgliedstaaten handeln kannst. Darüber hinaus sorgst du auch für eine professionellere Außendarstellung. Ein Unternehmer, der eine USt-IDNr. aufweisen kann, erweckt gegenüber seinen Kunden Vertrauen.

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