Wie meisterst du einfach und sicher deine Steuererklärung als Kleingewerbe?

Für den Einstieg in die Selbstständigkeit ist in vielen Fällen die Gründung eines Kleingewerbes sinnvoll. Mit diesem Status musst du jährlich eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen, um dieses über deine Einnahmen und Ausgaben zu informieren. Gegenüber anderen Formen der Selbstständigkeit bist du von gewissen Pflichten wie der doppelten Buchführung befreit. Ob du neben der Einkommensteuer auch Gewerbe- oder Umsatzsteuer zahlen musst, hängt von deinen erzielten Einnahmen im laufenden oder letzten Kalenderjahr ab.

Wann bist du als Unternehmer überhaupt in einem Kleingewerbe tätig?

Deine Tätigkeit als Kleingewerbe hängt nicht von der Höhe deiner Jahreseinnahmen oder ähnlich messbaren Größen ab. Nach Definition des Handelsgesetzbuchs (HGB) handelt es sich um ein Unternehmen, bei dessen Art und Umfang der Tätigkeit kein eingerichteter Geschäftsbetrieb erforderlich ist. Beispielsweise kannst du gelegentlich als Händler Artikel in einem Online-Shop verkaufen, ohne dass dies deine Haupttätigkeit darstellt oder in einem größeren Umfang Gewinne erzielt. Da du als Händler auftrittst oder in anderer Form einer selbstständigen Tätigkeit nachgehst, wirst du trotzdem fast immer einen Gewerbeschein benötigen.

Du wirst in einem Kleingewerbe auch nicht zwangsläufig als Kaufmann betrachtet, selbst wenn du in geringem Umfang mit Waren handelst. Viele Regelungen aus dem HGB sind für dein Kleingewerbe deshalb nicht anwendbar, für die meisten Unternehmer dieser Art reicht eine einfache Buchführung aus. Dies alles gilt nur, wenn du als Einzelunternehmer oder in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) auftrittst. In anderen Gesellschaftsformen gilt für das Finanzamt und den Gesetzgeber die Einstufung als Kaufmann mit allen Rechten und Pflichten aus dem HGB.

Bin ich mit einem Kleingewerbe zur Steuererklärung verpflichtet?

Bei einer freiberuflichen oder selbstständigen Arbeit bist du grundsätzlich verpflichtet, eine Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Ob du mit deinem Kleingewerbe Steuern zahlen muss oder nicht, ist eine andere Frage. So kannst du wie andere Unternehmensformen oder Angestellte vom Steuerfreibetrag profitieren, den der Gesetzgeber jedes Jahr neu festlegt. Als Maßstab für den Freibetrag gilt dein mit dem Kleingewerbe erzielter Umsatz, nicht dein Gewinn nach Abzug aller Ausgaben. Selbst wenn der Betrag nicht erreicht wird, ist das Finanzamt interessiert, in welchem Rahmen du Einkünfte durch dein Kleingewerbe erzielen konntest.

Welche Formulare müssen bei der Steuererklärung abgegeben werden?

Um die Steuer richtig zu erklären, ist als Kleingewerbe eine Reihe von Formularen auszufüllen. Die Auswahl ist umso wichtiger, wenn du dich nicht alleine über dein Kleingewerbe finanzierst und noch auf anderen Wegen ein zu versteuerndes Einkommen erzielst. Im Folgenden sind die wichtigsten Formulare und Anlagen dargestellt, die du als Kleingewerbe mit Gewerbeschein einreichen musst.

Der Mantelbogen

Der Mantelbogen ist durch jeden Steuerzahler obligatorisch bei der Steuererklärung abzugeben. Er umfasst alle grundlegenden Informationen zu deiner Person und stellt sämtliche Einkünfte zusammen, die du im Steuerjahr erzielt hast. Neben dem Gewinn aus deinem Kleingewerbe trägst du hier auch Zins- und Mieteinnahmen oder dein Gehalt aus einer angestellten Tätigkeit ein.

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Bis zu jährlichen Einnahmen von 17.500 Euro reicht es für dein Kleingewerbe aus, mit einer vereinfachten Buchführung Einkünfte und Ausgaben zu erfassen. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) fasst diese Informationen steuerlich zusammen und ersetzt die Bilanz, die größere Unternehmen oder selbstständige Kaufleute erstellen müssen. Bei elektronischer Abgabe der Steuererklärung über ELSTER ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung gesondert auszufüllen und nicht Teil der Einkommensteuer-Anlagen.

Anlage-S oder Anlage-G

Wenn du als Selbstständiger mit Gewerbeschein tätig bist, trägst du deine Einkünfte aus selbstständiger Arbeit in der Anlage-G ein. Die hier notierten Beträge stehen in direktem Bezug zu deinen angegebenen Werten in der EÜR. Falls du als Freiberufler tätig bist und den Status als Kleinunternehmer ohne Gewerbeschein innehast, verwendest du stattdessen die Anlage-S.

Anlage-N für Angestellte

Die meisten Kleinunternehmer werden ihr Leben nicht von den Einnahmen gestalten können, die durch diese selbstständige Tätigkeit erzielt werden. Viele gehen zusätzlich einer angestellten Tätigkeit mit Arbeitgeber nach. Die hier erzielten Gehaltseinnahmen trägst du in die Anlage-N des ausgedruckten oder elektronischen Steuerbogens ein.

Weitere Anlagen zur Steuererklärung

Neben den genannten Anlagen werden Kleingewerbetreibende weitere Formulare ausfüllen müssen. So hilft die Anlage-AV, deine Ausgaben im Bereich Altersvorsorge steuerlich geltend zu machen, mit der Anlage-KAP gibst du deine Kapitaleinkünfte an. Wenn du unsicher bist, wie du neben deinem Umsatz aus dem Kleingewerbe weitere Einkünfte angeben musst, steht dir ein Steuerberater oder das Finanzamt selbst kompetent zur Seite.

Umsatzsteuer für Kleingewerbe

Für Kleingewerbetreibende gilt beim Thema Umsatzsteuer die gleiche Vorgabe wie für größere Unternehmen und Freiberufler. Sofern du im letzten Jahr nicht mehr als 22.000 Euro und im aktuellen Jahr nicht mehr als 50.000 Euro eingenommen hast, kannst du dich von der Pflicht befreien, Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen auszuweisen (sog. Kleinunternehmer-Regelung).

Tust du dies nicht, musst du Umsatzsteuer ausweisen und parallel zur Einkommensteuererklärung eine Umsatzsteuererklärung einreichen. Abhängig von der Höhe deines jährlichen Umsatzes wirst du zuvor monatlich oder quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben müssen. Unter den genannten Beiträgen kannst du überlegen, ob du von der Kleinunternehmer-Regelung profitieren oder freiwillig Umsatzsteuer in deinen Rechnungen angeben und abführen willst.

Wann ist die Kleinunternehmer-Regelung sinnvoll?

Für Einsteiger in eine selbstständige Tätigkeit ist es gut zu überlegen, ob die Kleinunternehmer-Regelung genutzt werden soll. Der Vorteil ist, dass du dich nicht mit dem Thema Umsatzsteuer befassen musst und deine Rechnungen ohne diese zusätzliche Steuer stellen kannst. Wenn du zu Beginn mit deinem Kleinunternehmen jedoch hohe Investitionen tätigst, kann die freiwillige Angabe lohnen. In diesem Fall kannst du die Mehrwertsteuer von gezahlten Rechnungen steuerlich mindernd geltend machen. Bedenke, dass Kleingewerbetreibende wie andere Unternehmen bei der Regelung nicht hin- und herwechseln können. Hast du dich einmal zur Angabe der Umsatzsteuer entschieden und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragt, wirst du dauerhaft diese Steuer abführen und erklären müssen.

Die Steuererklärung bequem online einreichen

Was die Formalitäten der Steuererklärung für Kleingewerbetreibende anbelangt, ist die elektronische Übermittlung der Erklärung über das Portal ELSTER zum Standard geworden. Im ersten Jahr nach Aufnahme deiner Tätigkeit wirst du ein Zertifikat beantragen müssen, um die Plattform nutzen zu können. Hiernach kannst du einfach deine Steuererklärungen online erstellen, was mit manuellen Angaben oder über eine Steuer-Software erfolgt. Deine Rechnungen und sonstigen Belege musst du dabei mittlerweile nicht mehr automatisch einreichen. Wenn dein Finanzamt mehr über deine Umsätze und den erzielten Gewinn erfahren möchte – gerade in den ersten Jahren deiner Tätigkeit im Kleingewerbe – wirst du zu einer Übermittlung der Dokumente aufgefordert.

Mit einem Steuerberater professionelle Hilfe nutzen

Wie für größere Unternehmer ergibt sich für Kleingewerbetreibende eine Fülle von Fragen, die nach Aufnahme der Tätigkeit abzuklären sind. Vielleicht willst du wissen, ob die Kleinunternehmer-Regelung in deinem Fall lohnt oder wie du ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend machen kannst. Bei diesen und weiteren Fragen ist die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater lohnenswert. Manche haben sich auf die Beratung von Gründern und kleineren Betrieben spezialisiert und stehen dir mit großem Fachwissen zur Seite. Ansonsten kannst du auch bei einem Gründungscoach oder einer Unternehmensberatung steuerlich relevante Fragen stellen.

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Alle hier genannten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir weisen jedoch daraufhin, dass wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen können. Insbesondere ersetzt dieser Inhalt keine rechtliche oder steuerliche Beratung im Einzelfall. Für eine Beratung in rechtlichen oder steuerlichen Angelegenheiten wende dich bitte an einen Anwalt oder Steuerberater deines Vertrauens.